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31. Okt. 2005

In letzter Zeit kommt auch bei uns zu Allerheiligen der Halloween-Unsinn immer mehr auf. Da streifen verkleidete Kinder durch die Gassen und klopfen an Häuser. Soweit wär es ja noch ganz in Ordnung. Leider nutzen Halloween auch saufende und randalierende Halbwüchsige aus, um sich unter dem Schutz der Masken austoben zu können. Das ist dann schon nicht mehr so gut und an vielen Orten regt sich schon Widerstand gegen den neuen Brauch.
Ungeheuerlich aber ist, dass Kinder mehr oder weniger mit dem Spruch “Süßes oder Saures” losgeschickt werden. Denkt eigentlich irgend jemand nach, was das eigentlich ist, wenn man zu Leuten “Süßes oder Saures” sagt? Erwachsene sprechen anders, die sagen “Geld oder Leben” (oder ähnlich) und das ist dann ein Verbrechen (Raub) nach dem Strafgesetzbuch.

Und die Experten, die psychologisch immer alles besser wissen, wo sind sie denn?

Kamera

31. Okt. 2005

Experten haben sich wieder zu Wort gemeldet. Diesmal vom KfV (Anm. Kuratorium für Verkehrs(un)sicherheit) – es wird halt wieder für ein periodisches Lebenszeichen Zeit sein, um die Daseinsberechtigung nicht zu verlieren. Jedenfalls haben sie diesmal festgestellt, das die “Alkounfälle” sich vermehrt haben. Ob das wirklich stimmt, oder nur eine statistische Ente ist, überprüft natürlich niemand.
Ich nehme einmal an (wirklich nur eine Annahme, ohne Zahlen zu kennen), dass sich die Unfallszahlen insgesamt gebessert haben. Darum müssen die Verkehrs(un)sicherheitsexperten unbedingt für schlechte Nachrichten, dh für irgendwelche Mängel, sorgen. Warum? Na weil sie sonst früher oder später niemand mehr brauchen würde, darum!

28. Okt. 2005

Die BVZ berichtet in ihrerer neuesten Ausgabe, dass der 2003 eröffnete Konkurs des Möbelhauses Ehrenhöfler nun abgeschlossen worden ist. Die Liegenschaften kaufte bei der Zwangsversteigerung der ehemalige Besitzer Landesrat a.D. Eduard Ehrenhöfler. “Das ist eigentlich witzig” wird in dem Artikel Eduard Ehrenhöfler zitiert – “Zuerst musste ich den Betrieb wegen meines Engagements in der Politik abgeben. Dann habe ich ihn wieder zurückgekauft.”
Das ist wirklich witzig, Herr Landesrat! – selten so gelacht. Wie werden da wohl erst die Gläubiger, die mit einer Quote von 5 % bedient worden sind, lachen? – oder ist denen das Lachen etwa schon früher vergangen?

27. Okt. 2005

Dieses Schlagwort ist seit geraumer Zeit in Europa allgegenwärtig. Aber außer, dass von den Behörden und vor allem von den Medien dafür gesorgt wurde, dass ein Pharmakonzern mit seinem Grippemittel gigantische Umsätze einfahren konnte, ist eigentlich nicht viel geschehen. Die halbherzige Einsperrpflicht von Federvieh jeglicher Art ist da auch nicht der große Wurf, denn jeder Geflügelhalter mit etwas Hirn hätte das so oder so gemacht.
Zu wünschen wäre es, wenn sich unsere Frau Gesundheitsminister bei der Vogelgrippe (und wohl auch bei der normalen Grippe) genau so ins Zeug legen würde, wie beim “Krieg” gegen die Raucher. Ohne die genauen Zahlen zu kennen behaupte ich nämlich (objektiv muss ich ja nicht sein – siehe oben), dass an Grippe mehr Leute sterben als durch das Rauchen (abzüglich natürlich Übergewicht, Luftschadstoffe etc – das wird ja gerne vermischt).

24. Okt. 2005

Die ersten Ergebnisse bei der Landtagswahl in Wien am 23.10.2005 wurden um 17.00 Uhr veröffentlicht. Ergebnisse waren das ja nicht, sondern Berechnungen aufgrund von Bürgerbefragungen (Exit Poll ?!?) unmittalbar nach der Wahl. Nachdem die ersten Stimmen ausgezählt waren, erfolgten auch die ersten Hochrechnungen und die waren dann doch überraschend. Nach den Hochrechnungen (die sich dann im Endergebnis in etwa bestätigten) hatte die SPÖ deutlich weniger, die FPÖ deutlich mehr Stimmen, als bei den Befragungen errechnet worden waren. Offenbar haben da einige Wähler die Meinungsforscher angeflunkert. Der gelernte Österreicher weiß natürlich, warum das so ist.
- Die FPÖ zu wählen ist derzeit nicht so “in”, manche sagen sogar, das sei “political” nicht “correct”.
- Es wird auch erzählt, dass es halt besser ist, SPÖ-Wähler zu sein, wenn man von der Stadt Wien was braucht.
Michael Häupl und H.C. Strache sollten alles daran setzen, diesen Zustand zu ändern. Oder wollen sie das etwa gar nicht?

23. Okt. 2005

Gelegentlich vernimmt man in den Medien auch positive Meldungen. Zum Beispiel jene, wonach die so genannten Privat-Sheriffs, jene privaten Jäger, die mit Laser- oder Radargerät bewaffnet, auf „Raser“ lauern, und (wie man hört) „Abschussprämien“ kassieren, eingeschränkt werden (aufgrund eines Erlasses des Verfassungsdienstes).
Dauerhaft wird diese Einschränkung keinesfalls sein, weil ja immer mehr Gemeinden draufgekommen sind, dass man damit ein paar schnelle Euros für lau kassieren kann. Deshalb wird schon an entsprechenden Gesetzen gebastelt. An Argumenten mangelt es ja nicht. So meinte etwa der Präsident des Gemeindebundes, Helmut Mödlhammer (laut Kurier): „Wir haben ärgste Beschwerden der Bürger, dass vor Kindergärten und Schulen kaum überwacht wird.“ So, so, frei erfunden wird er das ja nicht haben, der Mödlhammer … Ich denke aber, die Polizisten werden schon wissen, warum sie dort nicht überwachen und sich auf wichtige Stellen konzentrieren. Bei solchen exponierten Plätzen ist es nämlich schon aufgrund baulicher Maßnahmen meist gar nicht möglich, schneller als erlaubt zu fahren (zumindest auf denen, die ich kenne). Freilich, wenn man den „Jägern“ eine „Abschussprämie“ zahlt und die Geräte auf Null-Toleranz einstellt, kann man auch dort noch ein Geschäft machen … (zB ab 31 km/h in der 30iger-Zone).

20. Okt. 2005

Nun droht der BAWAG (Bank für Arbeit und Wirtschaft – im Eigentum des Gewerkschaftsbundes) durch den Ausfall des an die Pleitefirma Refco gegebenen Kredites ein Schaden von ca 425 Millionen Euro. Da brennt natürlich gewaltig der Hut. Fritz Verzetnitsch, der oberste Gewerkschaftsboss, wird einiges zu tun haben. Er wird ja den Gewerkschftsmitgliedern eine Erklärung abgeben müssen, warum sich Gewerkschaftsgelder in Luft aufgelöst haben.
Seitens der Bank wird natürlich beteuert, dass bei der Kreditvergabe keine Fehler gemacht worden wären. Irgendwie leuchtet das nicht so recht ein. Wenn zB bei einer kleinen Dorfbank im Burgenland jemand aus Tirol einen Kredit haben will, wird zunächst einmal nachgedacht, warum der nicht zu einer Bank in Tirol gegangen ist und gegebenfalls auch in Tirol nachgefragt. Vielleicht hat das ja die BAWAG auch so gemacht und vielleicht haben sie auch in New York nachgefragt. Mich würde nur interessieren wo sie nachgefragt haben. Denn dass es bei Refco in Schwierigkeiten geben kann, hat dort wahrscheinlich auch die Müllabfuhr gewusst.

15. Okt. 2005

“Straßenrückbauten” sind in den letzten Jahren sehr modern geworden. Wahrscheinlich ist das so, weil man dabei gigantische Geldbeträge in Bewegung bringen kann. Das stärkt die Wirtschaft, bringt Arbeitsplätze und wahrscheinlich auch gute Freunde für den einen oder anderen.

Unter dem Schlagwort “Straßenrückbauten” kann hemmungslos hin und her gebaut werden ohne dass es jemanden stört. Da werden Straßen in Ortsdurchfahrten so verengt, dass 2 große LKW (oder Busse) bei der Begegnung anhalten müssen, wenn den Lenkern ihre Außenspiegel lieb sind. Auch werden Kreisverkehre wegen der Einmündung einzelner Güterwege in eine Bundesstraße in die Landschaft gestellt (natürlich mit Beleuchtung und kunstvoll geschwungenen Zufahrten) und bei Kreuzungen im Ortsgebiet werden die Radien der Einmündungen so verengt, dass auch ein Rechtsabbieger über die Fahrbahnmitte fahren muss, um nicht mit dem rechten Hinterrad Randstein und Grünfläche zu überfahren. Wenn man fragt, wozu diese Straßenrückbauten gut wären, wird von den “Experten” offen gesagt, das sei zur Behinderung des Verkehrs – um geringere Geschwindigkeiten zu erreichen und dadurch die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Oha, das verdient aber Beachtung! Die ganze StVO (Straßenverkehrsordnung) in Österreich ist von dem Grundsatz der “Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit” des Verkehrs getragen. Aber das würde ja bedeuten, dass die meisten Straßenrückbauten illegal sind (auch wenn man über den Punkt Sicherheit streiten kann – mindestens jedoch aber zu 2/3). Wenn da die Strafreferenten einmal draufkommen würden. Da müssten die Verkehrssachverständigen der Landesregierungen wahrscheinlich zahlen, bis sie schwarz werden (sie hätten ja tausende Übertretungen begangen). Oder wird etwa bei Übertretungen der StVO mit zweierlei Maß gemessen?

14. Okt. 2005

Einige Schlauköpfe fordern schon jetzt eine Volksabstimmung in Österreich über den Beitritt der Türkei zur EU. Abgesehen davon, dass dies (laut Zeitungsberichten) zum gegebenen Zeitpunkt überhaupt nicht möglich ist, muss man sich fragen, was sich diese Leute dabei denken.
Ist es nicht so, dass dabei dann aus dem Bauch heraus am Wirtshaustisch über ein Thema entschieden werden würde, deren Tragweite wahrscheinlich gar nicht eingeschätzt werden kann. Von dem Theater, welches Befürworter und Gegner vor der Abstimmung veranstalten würden und dem Porzellan, dass dabei zerschlagen werden würde, gar nicht zu reden.
Und wofür das Ganze? Wahrscheinlich für nichts! Denn wir in Österreich werden so oder so nicht alleine entscheiden können, ob die Türkei nun EU-Mitglied wird oder nicht.

Außerdem stellt sich hier eine grundsätzliche Frage. Nämlich wofür man generell Volksabstimmungen braucht. Sind nicht die Regierung und die gesetzgebenden Körperschaften dazu da, der Bevölkerung Entscheidungen abzunehmen? Eigentlich wäre das ihre Hauptaufgabe, denn dazu sind sie ja gewählt worden. Oder sind sie sich zu unsicher, um selbst wichtige Entscheidungen zu treffen und auch zu verantworten? Das wollen wir doch nicht hoffen … oder doch?

13. Okt. 2005

Ein Lokalsender brachte gestern einen Bericht über große Schäden, welche durch riesige Schwärme von Staren in Weingärten des Mittelburgenlandes entstehen. Abwehrmaßnahmen, die hauptsächlich aus lautem Geknalle und in den Weingärten installierten Lautsprechern bestehen, würden nur bedingt helfen.
Um den Neusiedlersee ist es nicht anders. Hier wird großteils mit Flugzeugen, automatischen Schussanlagen und Lautsprechern derart massiv gegen die Vögel vorgegangen, dass man beim Wandern meinen könnte, man befinde sich in irgendeinem Kriegsgebiet.
Nun sind Stare aber Zugvögel, die auf ihrem Weg in den Süden nach langem Flug hier zur Nahrungsaufnahme Station machen, um dann wieder lange, bis nach Spanien, fliegen zu können. Sie müssen aber Nahrung aufnehmen, denn sonst würden sie den Flug nicht überstehen und durch die Abwehrmaßnahmen verbrauchen noch zusätzlich Energie. Und so wiederholt sich dieser „Kampf“ jedes Jahr.

Mich wundert dabei eigentlich nur, dass sich die Tierschützer dazu nicht zu Wort melden. Sie sind ja sonst bei weit geringfügigeren Problemen immer da, um Unruhe zu stiften …

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