Ein Lokalsender brachte gestern einen Bericht über große Schäden, welche durch riesige Schwärme von Staren in Weingärten des Mittelburgenlandes entstehen. Abwehrmaßnahmen, die hauptsächlich aus lautem Geknalle und in den Weingärten installierten Lautsprechern bestehen, würden nur bedingt helfen.
Um den Neusiedlersee ist es nicht anders. Hier wird großteils mit Flugzeugen, automatischen Schussanlagen und Lautsprechern derart massiv gegen die Vögel vorgegangen, dass man beim Wandern meinen könnte, man befinde sich in irgendeinem Kriegsgebiet.
Nun sind Stare aber Zugvögel, die auf ihrem Weg in den Süden nach langem Flug hier zur Nahrungsaufnahme Station machen, um dann wieder lange, bis nach Spanien, fliegen zu können. Sie müssen aber Nahrung aufnehmen, denn sonst würden sie den Flug nicht überstehen und durch die Abwehrmaßnahmen verbrauchen noch zusätzlich Energie. Und so wiederholt sich dieser „Kampf“ jedes Jahr.
Mich wundert dabei eigentlich nur, dass sich die Tierschützer dazu nicht zu Wort melden. Sie sind ja sonst bei weit geringfügigeren Problemen immer da, um Unruhe zu stiften …
[...] Natürlich kann man über die Stareabwehr, wie sie in den letzten Jahren war, diskutieren. Unzählige Leute fühlen sich dadurch – in manchen Weingartenrieden herrschte eine Geräuschkulisse, wie auf einem Schlachfeld – in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Deren Klagen haben bis jetzt nichts genutzt, weil im Rahmen der Land- und Forstwirtschaft scheinbar alles erlaubt ist. Einem Gewerbebetrieb wären derartige Aktivitäten (auch die Bewässerungsaggregate, die nächtelang durchlaufen können hier eingereiht werden) von Haus aus überhaupt nicht genehmigt worden. [...]
5. Aug. 2007 | #