Einige Schlauköpfe fordern schon jetzt eine Volksabstimmung in Österreich über den Beitritt der Türkei zur EU. Abgesehen davon, dass dies (laut Zeitungsberichten) zum gegebenen Zeitpunkt überhaupt nicht möglich ist, muss man sich fragen, was sich diese Leute dabei denken.
Ist es nicht so, dass dabei dann aus dem Bauch heraus am Wirtshaustisch über ein Thema entschieden werden würde, deren Tragweite wahrscheinlich gar nicht eingeschätzt werden kann. Von dem Theater, welches Befürworter und Gegner vor der Abstimmung veranstalten würden und dem Porzellan, dass dabei zerschlagen werden würde, gar nicht zu reden.
Und wofür das Ganze? Wahrscheinlich für nichts! Denn wir in Österreich werden so oder so nicht alleine entscheiden können, ob die Türkei nun EU-Mitglied wird oder nicht.
Außerdem stellt sich hier eine grundsätzliche Frage. Nämlich wofür man generell Volksabstimmungen braucht. Sind nicht die Regierung und die gesetzgebenden Körperschaften dazu da, der Bevölkerung Entscheidungen abzunehmen? Eigentlich wäre das ihre Hauptaufgabe, denn dazu sind sie ja gewählt worden. Oder sind sie sich zu unsicher, um selbst wichtige Entscheidungen zu treffen und auch zu verantworten? Das wollen wir doch nicht hoffen … oder doch?