Da soll jemand sagen, die SPÖ sorgt nicht für ihre Leute. Die ehemalige Superintendentin der evangelischen Kirche von Burgenland, Gertraud Knoll, kam vor der letzten Nationalratswahl als Quereinsteigerin zur SPÖ. Was eine Bischöfin in der Politik verloren hat, habe ich schon damals nicht verstanden … sehr weit wird es mit ihrer “Berufung” halt nicht her gewesen sein. Leider hat der Wechsel nicht so richtig geklappt (die Wahl wurde ja nicht gewonnen) und somit konnte Frau Knoll auch das wahrscheinlich versprochen gewesene Regierungsamt nicht gegeben werden. Deshalb musste sich die arme Frau mit der Leitung der Leitung der SPÖ-Zukunftswerkstätte durchfretten. Der Erfolg wird wohl auch da nicht so riesig gewesen sein, denn nun verkündet der wiener Bürgermeister, dass Frau Knoll in Zukunft durch den Bundesrat versorgt werden wird. Der Bürgermeister wird schon wissen was er tut – dort kann sie der Partei wahrscheinlich nicht mehr schaden und von irgendwas muss Frau Knoll ja ihr Auskommen finden.
Rauhe Töne hört man zur Zeit zwischen Bahngewerkschaft und Infrastrukturministerium. Der Infrastrukturminister Hubert Gorbach möchte das Dienstrecht der ÖBB-Bediensteten (Österreichische Bundebahnen) ändern und die Gewerkschaft, geführt von Wilhelm Haberzettl, ist dagegen. No/na, wenn man weiß, dass jede “Reform” eine Verschlechterung bringt. Wie es ausschaut, wird es wahrscheinlich wieder zu einem Eisenbahnerstreik kommen.
Eigenartigerweise hat aber die Regierung, mit Gorbach, die Bahn erst kürzlich “mit Erfolg” (nach eigener Darstellung) reformiert. Merkwürdig kommt einem vor, dass nach einem Jahr die ach so erfolgreiche Reform bereits wieder reformiert werden muss. Was müssen doch diese Reformer, allesamt sehr gescheite Leute (Minister, Manager etc) von damals für einen “grandiosen Weitblick” haben, wenn sie die Reform schon wieder reformieren müssen.
Wie es auch immer ausgehen wird, der Herr Minister wird sich nächstes Jahr sowieso in die Privatwirtschaft vertschüssen. Der Ex-Innenminister, Ernst Strasser, hat es ja genau so gemacht – nach “erfolgreicher” Reform ab in die Privatwirtschaft … was er angerichtet hat, wird man eh erst in ein paar Jahren sehen. Das ist ja das Tragische heutzutage. Wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen, ist niemand mehr da (ist übrigens nicht nur in der Politik so – unter Managern ist das genau gleich). Der neue Minister wird sagen, dass das seine Vorgänger zu verantworten hätten ….
Was sich manche Leute Denken, bevor sie etwas von sich geben, ist oft ein Rätsel. Da dachte etwa der Präsident des Gemeindebundes laut nach, ob nicht Eltern ehrenamtlich die Kinder vor und in der Schule beaufsichtigen sollten. Das wäre die billigste Lösung. Weiß der Mensch überhaupt, wovon er spricht? Die meisten Eltern sind berufstätig, da mit einem Gehalt eine Familie mit Kindern schon lange nicht mehr zu ernähren ist. Die Folge wäre, dass viele Eltern infolge Zeitmangel jemanden bezahlen müssten, der ihre Aufsichtspflicht wahrnehme würde …
Wovon will sich die öffentliche Hand eigentlich noch zurückziehen? Sollen etwa die Eltern ihre Kinder auch gleich selber unterrichten? – dass wäre dann noch billiger.