Der Pressesprecher des Verkehrsministers von Österreich, Martin Standl, hat sich bemüßigte gefühlt, einen Leserbrief an die Krone zu schreiben. Darin meint er im Zusammenhang mit einer angedachten Winterreifenpflicht folgendes: “Eine Überregulierung soll, wie in vielen anderen Bereichen, zum Wohle der Bevölkerung auch hier vermieden werden.”
Da hat der Pressesprecher voll mit dem Kopf den Nagel getroffen. Im Zusammenhang mit Straßenverkehr von einer Vermeidung Überregulierung zu sprechen, ist schon stark. Straßenverkehrsordnung und Kraftfahrgesetz sind ja ein Paradebeispiel von Überrregulierung – und der Arbeitgeber von Sprecher Martin Standl hat in letzter Zeit viel dazu beigetragen. Eine Leistung wäre es, die genannten Gesetze endlich von unnötigen Regeln zu entrümpeln. Aber wir haben Meinungsfreiheit und jeder darf meinen, was er will. Obwohl, es ist ja die Meinung des Ministers denn Martin Standl ist ja nur der Sprecher des Verkehrsministers.
PS: Wozu ein Minister einen Pressesprecher braucht, habe ich noch nicht verstanden. An einer mangelnden Fähigkeit, zu sprechen, kann es wohl nicht liegen, denn wenn einer nicht reden kann, wird er wohl kaum Minister werden. Bleibt nur noch die Möglichkeit, dass Minister mit der Presse nichts zu tun haben wollen und deshalb einen Pressesprecher hinschicken müssen. Es kann aber auch sein, dass alles ganz anders ist …