Wie viele, noch nicht sehr lange bestehende, Organisationseinheiten der Verwaltung muss wahrscheinlich auch die Bundesbeschaffungs-Gesellschaft, kurz BBG genannt, von Zeit zu Zeit an die Öffentlichkeit treten, um ein Lebenszeichen von sich zu geben – scheint eine neue Dienstpflicht zu sein.
Soeben haben sie das gemacht: alles in bester Ordnung und große Summen werden beim Einkauf für die Beamten eingespart. Wahrscheinlich sind die Beamten zu dumm, um selber günstig einzukaufen, denn sonst bräuchte man ja die BBG nicht.
So einfach ist das aber nicht – die Bundesbeschaffungs-Gesellschaft hat meiner Meinung nach lückenhaft informiert. Sie haben zwar gesagt, dass durch den zentralen Einkauf ca 60 Millionen Euro gespart werden, haben aber vergessen zu sagen, was die BBG selber kostet. Das müsste man nämlich von der eingesparte Summe abziehen.
Auch wurde vergessen, zu sagen, dass durch den zentralen Einkauf auch Kosten anfallen. Die Waren werden nicht, wie sonst etwa beim Bürobedarf üblich, frei Haus geliefert, sondern müssen abgeholt werden. Bestellungen sind nur zu bestimmten Zeiten möglich sodass alles auf Vorrat bestellt werden muss. Dadurch müssen in den Amtsstuben vor den Bestellterminen Kugelschreiber, Radiergummi, Heftklammern usw gezählt werden. Auch ist der Aufwand beim Sammeln und Verwalten der Bestellungen groß (und zwar noch bevor diese bei der BBG einlangen). Das alles geht nicht in Nullzeit und kostet durch unnötig verbrauchte Arbeitszeit eine Menge Geld.
Diese Kosten wurden von der Bundesbeschaffungs-Gesellschaft glatt verschwiegen. Vielleicht ist das aber zu hart ausgedrückt – es kann ja sein, dass sie das gar nicht wissen. In den oberen Etagen der BBG arbeiten ja nur Spezialisten, die können sich ja nicht auch noch um solche Kleinigkeiten kümmern. Außerdem ist es für sie selber ja auch besser, nicht alles genau nachzurechnen, denn sonst könnte es ja zu einer Minus-Einsparung kommen ….