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30. Jan. 2006

Was Ärzte mit dem Zigarettenpreis zu tun haben erscheint auf den ersten Blick schleierhaft. Auf den zweiten Blick erkennt man aber die wahren Hintergründe.

Es geht natürlich wiederum ums Geld. Unsere halbadelige Gesundheitsministerin ist nämlich nicht nur hasserfüllte Kriegerin gegen die Raucher, sondern sie ist auch oberste Chefin der Krankenkassen. Diese Krankenkassen haben aber seit Jahren ein chronisches Geldproblem und müssen auf Druck der Gesundheitsministerin sparen, was natürlich die Ärzte trifft. Noch dazu kann nach der Einführung der eCard von Ärzten nur mehr die tatsächliche Leistung verrechnet werden, was so manchen Medizinern sauer aufstößt.

Vor diesem Hintergrund wird natürlich ganz schnell klar, worauf der Zigarettenpreis-Vorstoß der Ärzte wirklich abzielt. Sie versuchen nämlich, indem sie den Anti-Rauher-Kampf der Ministerin unterstützen, ein “milderes Klima” bei den bevorstehenden Verhandlungen um Geldzuteilungen von den Krankenkassen herzustellen. Wie es scheint, wird ihnen das auch gelingen.

Was ist doch gleich das Wappentier der Weißkittel – die Äskulapnatter? … in diesem Fall wäre “Natter” ohne “Äskulap” eher angebracht …

27. Jan. 2006

Jetzt schlägt die Ärztekammer Alarm, weil angeblich die Einkünfte der praktischen Ärzte mit der Einführung der E-Card gesunken wären. Das tut mir aber leid; hätten sie doch gleich einen Spendenaufruf für notleidende Ärzte aussenden sollen.

Mit der E-Card wird jetzt genauer gerechnet, dh dass von der Krankenkassa die Leistungen bezahlt werden, die auch erbracht wurden. Früher bekam der Hausarzt sein Honorar pro Krankenschein für ein Quartal lang, egal ob der Kunde (Patient) krank war oder nicht. Das führte dazu, dass die Ärzte nach Krankenscheinen gierten, wie die Alkoholiker zum Schnapps. Manche waren dabei gar nicht zimperlich. Wahrscheinlich sind die alteingesessenen Doktores auch sauer, dass man jetzt, wenn man nicht zufrieden ist, auch während des Quartals einen anderen Arzt aufsuchen kann.

Aber sie werden es sich schon wieder richten; die Ärztekammer betreibt ja schon Lobbying für den Zigaretten-Mindestpreis – eine Hand wäscht eben die andere …

27. Jan. 2006

Langsam muss man sich wirklich um das Wohl der Führungsetage der österreichischen Bundesbahnen – kurz ÖBB genannt – wirklich Sorgen machen: Nun wollen sie die WC-Anlagen auf weniger frequentierten Bahnhöfen und Einstiegsstellen zusperren.

Ich weiß zwar nicht wofür das Management der ÖBB angestellt wurde, wohl aber doch eher dazu, Fahrgäste zu werben und nicht zu vertreiben. An und für sich überraschen die Ideen der Bahn-Manager nicht mehr, aber diese hat es schon in sich. Vor lauter Sparen werden sie wohl nächstens jeden zweiten Bahnhof / Einstiegsstelle überhaupt zusperren. Die paar verbliebenen Fahrgäste sollen halt selber schauen, wie sie zum Zug kommen. Und vielleicht können sie unterwegs gleich ein Gasthaus mit WC besuchen – wenn sie müssen …

26. Jan. 2006

Böse Ahnungen (Mindespreise für Zigaretten) bestätigen sich leider meistens: ÖVP Gesundheitsprecher Erwin Rasinger ließ kürzlich verlauten, dass Mindestpreise für Zigaretten, wahrscheinlich 3,30 Euro pro Packung, verordnet werden würden.

Das ist aber eine merkwürdige Ansicht von freier Marktwirtschaft. Wird uns nicht von unseren Politikern im Zusammenwirken mit der EU dauernd vorgelabert, dass man in den freien Markt nicht eingreifen dürfe, weil das den Wirtschaftstandort gefährden würde?

Der Herr Rasinger, und wohl auch andere Würdenträger, sollten vielleicht auch mal ein wenig nachdenken. Eventuell könnte man sich erinnern, dass zB die Preisregelung für Benzin und Diesel mit der Begründung des freien Marktes aufgehoben wurde. Dadurch wurden zwar die Autofahrer den Ölkonzernen ausgeliefert, aber dem Finanzminister hat es ein sattes Zubrot gebracht.

Auch könnte man an die jüngsten, die Landwirtschaft betreffenden, Reglungen denken. Durch diese freie Marktwirtschaft werden hinkünftig (nach dem Auslaufen der EU-Förderungen) wahrscheinlich ganze Landstriche veröden – mit allen Konsequenzen. Hier wären Mindestpreise weit angebrachter gewesen. Aber da hätte ja der Finanzminister nichts davon gehabt und außerdem geht es ja nur um ein paar Tausend Bauern …

23. Jan. 2006

Meinungsumfragen haben Saison und werden immer mehr zu nahezu allen denkbaren (manchmal auch undenkbaren) Themen gemacht. Merkwürdig ist aber, dass eine naheliegende Umfrage nicht gemacht bzw nicht in Auftrag gegeben wird, obwohl die Parteien über nahezu jeden Schmarren eine Umfrage veranlassen. Zu dem beabsichtigten Kauf der Klimt Bilder mit öffentlichen Mitteln (auch Steuernachlass kostete dem Steuerzahler viel Geld) wird wohl keine Umfrage gemacht werden, um den Willen des Volkes festzustellen.

Das trauen sich die gehobenen Kasten nicht. Interesanterweise sind sich dabei alle einig – wurscht welche Partei, wurscht welche Zeitung oder Magazin. Es würde ja das falsche Ergebnis herauskommen.

Ich selbst habe meine Umfrage schon gemacht. Seit dieses Thema in den Medien ist habe ich niemanden getroffen, der es begrüßen würde, wenn für die Klimt Bilder öffentliche Gelder ausgegeben werden würden. Aber wen interessiert schon die Meinung des Pöbels – die sollen im Herbst schön wählen gehen und ansonsten den Mund halten.

22. Jan. 2006

Was für ein Pech aber auch! Da hatte das Kunsthistorische Museum unter Direktor Wilfried Seipel den Diebstahl der Saliera gerade so halbwegs ausgestanden, da wird doch glatt der Täter durch einen dummen Zufall erwischt (* siehe Fußnote) und weg sind die kolportierten 20 Millionen Euro von der Versicherung (soviel Geld wird das Museum wahrscheinlich niemals mehr auf einmal bekommen).

Direktor Seipel ist ungehalten, weil jetzt einige peinliche Tatsachen ans Licht kommen. Etwa, dass es gar keine Kunstraub-Profis waren, sondern nur ein betrunkener Elektriker, der während des Einbruchs sogar noch seelenruhig zu seinem Wagen gehen konnte, um ein für die Tat benötigtes Messer zu holen. Da schauen die „Sicherheitseinrichtungen“ des Museums gleich gar nicht mehr so gut aus. Da musste sich der Direktor Seipel zusammenreißen und sogar der Polizei widersprechen, dass es doch eine geplante Tat gewesen sein musste. Ob ihm das wer abnehmen wird sei dahingestellt, denn zum Unterschied vom Saliera-Dieb sind bei der Polizei wirkliche Profis, denen man (trotz Polizeireform) vertrauen kann.

(* Ich warte jetzt nur auf den Aufschrei der „politisch Korrekten“ weil der Täter ja in einem Handyshop unwissend gefilmt wurde und dann auch noch die Bänder so lange aufgehoben worden waren. Wahrscheinlich werden viele sich jetzt beim Handykauf maskieren …

22. Jan. 2006

Wenn es nicht so traurig wäre müsste man lachen. Was Verantwortliche derzeit in Sachen Klimt Bilder von sich geben ist wahrlich haarsträubend.

Wenigstens die Tatsache, dass Österreich das Geld für den Ankauf nicht hat, ist mittlerweile auch zu den Regierungsmitgliedern durchgedrungen. Das sagte zB heute die Ministerin für Unterricht und Kunst, Elisabeth Gehrer. Weiters sagte sie, dass die Bilder irgendwer, der halt Geld hat (Firmen, Banken, Private etc), kaufen möge. Geld aus dem Budget könne nicht gegeben werden. Gleichzeitig sagte sie aber, die Käufer könnten den Preis von der Steuer abschreiben – das wäre dann der Beitrag der Republik.

Eine merkwürdige Ansicht ist das aber! Entweder weiß die Ministerin wirklich nicht (was ich mir nicht vorstellen mag), dass es vollkommen egal ist ob das Geld vom Budget genommen wird oder eben gar nicht erst in das Budget kommt, oder werden die Steuerzahler wieder einmal für ganz blöde gehalten …

21. Jan. 2006

Dass der SPÖ-Parteivorsitzende Alfred Gusenbauer den Landeshauptmann von Kärnten, Jörg Haider, nicht besonder mag, war trotz eines gemeinsamen Spargelessens schon früher klar. Dass er ihn aber gleich in psychiatrische Behandlung wünscht, ist schon stark.

Auch ist es merkwürdig, dass ausgerechnet solche Aussagen von der SPÖ kommen, wo sich doch gerade diese Partei für Menschenrechte so stark macht. Gerade ihr verdanken wir ja auch das Anhaltegesetz, wodurch manchmal wirklich kranke Menschen, die eine Gefahr darstellen, nicht aus dem Verkehr gezogen werden können … aber das ist eine andere Geschichte.

Der Ortstafelstreit in Kärnten eskaliert ja immer wieder nur durch Sturschädel in den Führungsetagen – und zwar auf beiden Seiten. Die betroffene Bevölkerung will das sicher so nicht haben. Dass es auch anders geht, sieht man im Burgenland. Da gibt es auch viele zweisprachige Ortstafeln, man hört aber gar nichts davon.

Außerdem will Jörg Haider mit der Versetzung der Ortstafeln sonst nichts machen, als den Spielraum der Gesetze ausnutzen. Haben das die Ortstafelbefürworter nicht auch gemacht? Die oberstgerichtliche Entscheidung kam ja durch einen Autofahrer zustande, welcher zu schnell fuhr, weil er angeblich die nur deutsch beschriftete Ortstafel nicht lesen konnte (was soll man da noch dazu sagen?).

Herr Alfred Gusenbauer möge nachdenken, ob nicht an den Gesetzen, die solche himmelschreienden Auswüchse zulassen, etwas geändert gehört, bevor er jemanden ohne ärztliches Attest in die Psychiatrie schicken will. Sehr viele solcher Gesetze wurden nämlich beschlossen, als die SPÖ am Ruder war ….

19. Jan. 2006

Es war vorauszusehen, trotzdem erschreckt einem die Vehemenz diverser Politiker und anderer Würdenträger, Staatsgelder zu verschleudern.

Natürlich ist es schade, dass die Klimt-Bilder für die Republik Österreich verloren sind und natürlich sind (waren) sie ein wichtiges Kulturgut für das Land. Das rechtfertigt jedoch keinesfalls, die Bilder um den kolportierten Wert mit öffentlichen Mitteln zurückzukaufen. Elisabeth Gehrer hat im ersten Schreck das richtige gesagt, nämlich, dass die Republik kein Geld zum Kauf der Bilder hat. Andere wälzen nun aber doch Pläne. Da ist von privaten Sponsoren, Stiftungen und von Spendenaufrufen die Rede. Freilich können bei allen diesen angedachten Punkten, so sie überhaupt verwirklicht werden können, nur Bruchteile der gigantischen Summe aufgebracht werden. Außerdem wird von Regierungsleuten sogar „Steuererleichterung“ in Aussicht gestellt. Na bravo, dann zahlt es ja erst wieder die Allgemeinheit.

Es wird auch immer behauptet, dass die Bilder von Gustav Klimt einen guten Teil der österreichischen Identität darstellen würden. Wenn unsere Identität von ein paar Bildern, von wem auch immer, abhängen würde, dann wären wir ein sehr armes Volk …

18. Jan. 2006

Es wird wieder gekämpft und Krieg geführt! Jetzt aber nicht gegen die Raucher sondern jetzt ist es ein Preiskampf um den Zigarettenpreis.

Nachdem die Marke Pall Mall seit Jahresbeginn um 3,00 Euro zu haben ist, haben schon einige Marken nachgezogen. Da freut man sich. Damit sind jetzt einige Importzigaretten, wie man früher sagte, billiger als die Marken der Austria Tabak (ATW). Diese ziert sich noch und will den Markt beobachten.

Als mündiger Kunde habe ich mir schon ein Packung Pall Mal zum Ausprobieren gekauft – enthält exakt die gleichen Inhaltsstoffe wie meine bisherige Marke (Memphis Red) und an den Geschmack kann man sich um 40 Cent je Packung auch gewöhnen.

Die Austria Tabak darf also nicht mehr so lange nur beobachten, sonst haben sie mich als Kunden (und wohl auch einige andere) verloren …

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