Die allgemeine Hysterie anlässlich des “Weltnichtrauchertages” nähert sich dem Höhepunkt – in jeder Zeitung kann man darüber mehr oder weniger (hier dürfte eher der Schwerpunkt liegen) sinnvolles über das Rauchen lesen. Die allgemeine Informationswut hat aber für den aufmerksamen Leser auch sein Gutes und man stößt auf interessante Dinge.
Es wird immer behauptet, die Raucher würden das Gesundheitbudget belasten und der Volkswirtschaft sehr viel Geld kosten. Nun wird im Standard der wissenschaftlicher Leiter des Wiener Nikotin Instituts, Ernest Groman, zitiert: Danach ließen sich die genauen Kosten, die von Rauchern verursacht werden, nur “schwer beziffern, da nicht immer eindeutig feststellbar ist, wann genau eine Erkrankung nur auf das Rauchen zurückzuführen ist.” Dem Mann kann ich nur voll zustimmen. Wie allerdings andere dann immer wieder ihre “genauen” Studien machen, ist mir ein Rätsel.
Aber noch viel interessanter ist die im selben Artikel abgedruckte Aussage von Dieter Holzweber, Pressesprecher des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger: “Nicht jeder Lungenkrebs oder jede kardiovaskuläre Erkrankung kann auf das Rauchen zurückgeführt werden, statistische Berechnungen des Hauptverbandes haben aber jährliche Kosten von rund zwei Milliarden Euro hervorgebracht.”
Zwei Milliarden Euro sind wahrscheinlich etwas hoch gegriffen, weil die Sozialversicherungen in unserem Land vor lauter Defizit schon seit Jahren den Hintern nicht mehr zusammenkriegen und somit jede Gelegenheit, die roten Zahlen irgendwie zu rechtfertigen, wahrnehmen werden. Lassen wir trotzdem diese Zahl so stehen. Andererseits ist in diesem Artikel auch zu lesen, dass die Einnahmen aus der Tabaksteuer (das seien bei uns 43 Prozent – wurden ja jetzt gerade mit dem Mindestpreis stabilisiert) mehr als 1,3397 Milliarden Euro betragen würden. Wenn man dazu noch die Mehrwertsteuer hochrechnet kommt man auf Gesamteinnahmen von 1,9628 Milliarden Euro durch das Rauchen. Na ja, dann wäre ja eh alles in Ordnung – die Raucher sind ja bezüglich der Gesundheitskosten offensichtlich aufkommensneutral …