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30. Mai. 2006

Die allgemeine Hysterie anlässlich des “Weltnichtrauchertages” nähert sich dem Höhepunkt – in jeder Zeitung kann man darüber mehr oder weniger (hier dürfte eher der Schwerpunkt liegen) sinnvolles über das Rauchen lesen. Die allgemeine Informationswut hat aber für den aufmerksamen Leser auch sein Gutes und man stößt auf interessante Dinge.

Es wird immer behauptet, die Raucher würden das Gesundheitbudget belasten und der Volkswirtschaft sehr viel Geld kosten. Nun wird im Standard der wissenschaftlicher Leiter des Wiener Nikotin Instituts, Ernest Groman, zitiert: Danach ließen sich die genauen Kosten, die von Rauchern verursacht werden, nur “schwer beziffern, da nicht immer eindeutig feststellbar ist, wann genau eine Erkrankung nur auf das Rauchen zurückzuführen ist.” Dem Mann kann ich nur voll zustimmen. Wie allerdings andere dann immer wieder ihre “genauen” Studien machen, ist mir ein Rätsel.

Aber noch viel interessanter ist die im selben Artikel abgedruckte Aussage von Dieter Holzweber, Pressesprecher des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger: “Nicht jeder Lungenkrebs oder jede kardiovaskuläre Erkrankung kann auf das Rauchen zurückgeführt werden, statistische Berechnungen des Hauptverbandes haben aber jährliche Kosten von rund zwei Milliarden Euro hervorgebracht.”

Zwei Milliarden Euro sind wahrscheinlich etwas hoch gegriffen, weil die Sozialversicherungen in unserem Land vor lauter Defizit schon seit Jahren den Hintern nicht mehr zusammenkriegen und somit jede Gelegenheit, die roten Zahlen irgendwie zu rechtfertigen, wahrnehmen werden. Lassen wir trotzdem diese Zahl so stehen. Andererseits ist in diesem Artikel auch zu lesen, dass die Einnahmen aus der Tabaksteuer (das seien bei uns 43 Prozent – wurden ja jetzt gerade mit dem Mindestpreis stabilisiert) mehr als 1,3397 Milliarden Euro betragen würden. Wenn man dazu noch die Mehrwertsteuer hochrechnet kommt man auf Gesamteinnahmen von 1,9628 Milliarden Euro durch das Rauchen. Na ja, dann wäre ja eh alles in Ordnung – die Raucher sind ja bezüglich der Gesundheitskosten offensichtlich aufkommensneutral …

29. Mai. 2006

Jetzt ist wieder irgend so ein unsinniger wie unnötiger Jubiläums- oder Gedenktag, ich glaube “Weltnichtrauchertag” wird der genannt. Einige aggressiv-repressive Weltverbesserer glauben bei solchen Tagen immer, sich überschlagen zu müssen …

Die Ärztekammer hat schon vor ein paar Tagen losgeschlagen, der ORF ist jetzt gerade dabei – in der ZIB2. Da wurde bei der Ankündigung des Beitrages unter Berufung auf “Experten” gesagt, dass Österreich beim Nichtraucherschutz ein Entwicklungsland wäre. Ich lebe gerne in einem “Entwicklungsland”, wenn ich daran denke was fortschrittliche Länder beim Antiraucherkrieg aufführen … wo sind da die links-linken Gut-Menschen, die sogar bei verurteilten Drogendealern die Menschenrechte einfordern (diese Hetzkampagnen aber ignorieren). Raucher sind auch Menschen, auch wenn es einige nicht wahrhaben wollen.

Der Gipfel ist aber, dass in dem ZIB2-Bericht gesagt wurde, dass das Passivrauchen ebenso schädlich wäre, wie das wirkliche Rauchen. Was soll man dazu noch sagen, die “Experten”, die so etwas feststellen, würde ich gerne kennenlernen. Die Volksverblödung, die hier betrieben wird, ist himmelschreiend …

28. Mai. 2006

In der heutigen Krone wird berichtet, dass die Zufriedenheit mit der Polizei in Österreich im Sinken begriffen ist. Unter anderem werden als Gründe genannt, dass zu wenig Polizisten vorhanden wären und dass die Polizei mit der neuen Kriminalität nicht mehr so gut mithalten könne.

Etwas unfair ist dieser Bericht schon. Die Regierung tut ja ohnehin alles, um die Polizei bei der Bekämpfung der Kriminalität zu stärken. Hier einige Highlights:

- Es wurde ein Porsche bereitgestellt, um Raser mit 300 km/h (!?!) verfolgen zu können.
- Polizisten dürfen sich, ob sie wollen oder nicht, als “Inspektor Lux” und als “Kinderpolizei” präsentieren (ansonsten ist es ihnen allerdings strengstens untersagt, eine Schule in Uniform zu betreten)
- Polizisten können nun sogar vom Staat (Finanzprokuratur) für Ermittlungsfehler verklagt (auf Hohe Summen) verklagt werden.
- Eine neue Ausgeh-Uniform in an Rauchfangkehrerer-Look angelehntem Mao-Design wurde eingeführt.

Das sind nur ein paar Dinge, die mir auf die Schnelle eingefallen sind. Die Politik tut sicher weit “mehr” für die Sicherheit in Österreich …

26. Mai. 2006

Gerade ein paar Wochen Ruhe an der Raucherfront gönnte uns die Ärztkammer. Die beiden Vizepräsidenten, Dr. Walter Dorner und Dr. Othmar Haas (es wird schon einen Grund haben, warum die Kammer zwei Vizepräsidenten braucht), fordern ein totales Rauchverbot in Lokalen – unter dem Motto Passivrauchen am Arbeitsplatz zu verhindern.

Die beiden Herren ingorieren, wie alle anderen nur in eine Richtung denkenden “Experten”, die neue Studie der US-Forscher James Enstrom und Geoffrey Kabat, die im “British Medical Journal” veröffentlicht wurde. Dabei wurden 36.000 Nichtraucher, die mit Rauchern verheiratet waren, zwischen 1959 und 1998 regelmäßig untersucht. Es kam heraus, dass jene, die sich strickt vom Tabakrauch fernhielten, nicht wesentlich weniger an Lungenkrebs oder Herzkrankheiten erkrankten, als jene, die jahrelang Zigarettenrauch einatmeten.

Diese Studie wird natürlich sofort von den “Experten” als “Unsinn” abgetan. Wundern tut mich das nicht, weil diese “Experten” ihren Antiraucherkampf mittlerweilen als Religion empfinden, an der sie überdies noch gut verdienen. Da stört so eine Studie eben.

Der gegenständliche Vorstoß ist wahrscheinlich auch nicht sachlich begründet. Vielmehr dürfte es sich hiebei um eine Einschleimerei bei der ebenfalls der Antiraucher-Religion anhängenden Gesundheitsministerin handeln. Von der nämlich wollen die Ärztekämmerer gerade wieder einen Haufen Dienstposten …

23. Mai. 2006

Ich hätte es nicht gedacht, aber die geplante Hochzeit von OVM und Verbung Hochzeit von OMV und Verbund-Gesellschaft kommt nun doch nicht zustande. Ausschlaggebend waren die Landeshauptleute, die sich über alle Parteigrenzen hinweg dagegen gestemmt haben.

Lange Gesichter gibt es auch genug; zB Wirtschaftsminister Bartenstein, der zusammen mit den involvierten Generaldirektoren die Fusion betrieben hatte. Was der Zusammenschluss der Allgemeinheit gebracht hätte, haben alle drei nicht gesagt.

OMV-Gereral Ruttenstorfer muss hellseherisch veranlagt sein: “Ich bin zuversichtlich, dass letzten Endes eine gute Sache herauskommt”, sagte er gestern. Da hat er jedenfalls recht behalten …

22. Mai. 2006

Die vorschnelle Schnapsidee vom OMV-Verbund-Energiegiganten, welche sich Verbund- und OMV-General mit Unterstützung mancher Regierungsmitglieder zusammengereimt haben, macht Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Es regt sich Widerstand in den Ländern, allen voran die Landeshauptläute Pröll (Niederösterreich), Häupl (Wien) und Haider (Kärnten), weil bei dem Deal auch die Wasserkraft mitverkauft werden soll. Ich wünsche den Widerständlern viel Glück, weil es nicht gut ist, die gesamte Energieversorgung eines Landes der Gefahr auszusetzen, in die Hände skrupelloser Profiteure zu gelangen.

Scheinbar wird die Widerstandsfront immer stärker, weshalb Regierungsmitglieder zunehmend nervöser werden. In dieser Situation ließ Wirtschaftsminister Bartenstein verlauten, dass die Staatsholding ÖIAG “das Eigentum an der Wasserkraft” betreffend, “ein über ihre Sperrminorität an der OMV-Verbund AG hinausgehendes Vetorecht” bekommen könnte.

Ja, wenn er glaubt, dass das hilft! Bei uns vielleicht schon, aber was ist, wenn irgendwann einmal Eigentümer des OMV-Verbund-Giganten vor ein amerikanisches Gericht ziehen werden? Dann werden dem Minister Bartenstein wahrscheinlich die amerikanischen Richter sagen, wohin er sich sein “Vetorecht” stecken kann …

22. Mai. 2006

Schnell verflogen ist die Freude der bayrischen Umweltschützer und auch des Umweltministers über den eingewanderten Braunbären - der erste in Bayern nach 171 Jahren. Das es sich um den berüchtigten Bären, welcher bereits in Vorarlberg und Tirol ein Blutspur hinterlassen hat, handelte, störte zunächst niemanden – auch noch nicht, als er auch in Bayern mehrere Schafe gerissen hatte.

Erst als er mitten in einer Siedlung aus einem Hühnerstall mehrere Tiere riss, dürfte es auch dem Bayrischen Umweltminister Werner Schnappauf gereicht haben. Er gab den Bären zum Abschuss frei und meinte: “Wir können das Risiko nicht auf uns nehmen, dass Menschen zu Schaden kommen.”

Oha! – das verdient aber Beachtung. Meint etwa der Umweltminister, dass das Risiko, bevor der Bär die Hühner gerissen hat, nicht bestanden hätte? Ist es nicht so, dass ein Braunbär in freier Wildbahn immer eine Gefahr darstellt? Die verbohrten Tierschützer und Bärenansiedler meinen, dass die Bären ja scheu wären und Menschen meiden würden. Die Frage wird hier sein, ob das die Bären auch wissen. Dieser Bayern-Bär dürfte das schon vor längerer Zeit vergessen haben und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Bär vergesslich wird …

Uns bleibt nur, den bayrischen Waidmännern ein kräftiges “Waidmanns Heil” zu wünschen, damit der Bär nicht nach Österreich zurück kommt. Denn unsere Behörden würden wahrscheinlich wirklich erst angemessen reagieren, wenn die ersten Menschen gerissen werden.

20. Mai. 2006

Wie es mit der Integrationswilligkeit der Muslime in Österreich aussieht, will ich nicht beurteilen. Diejenigen, mit denen ich bis jetzt zu tun hatte, waren angenehme Leute.

Wenn ich es richtig mitbekommen habe geht es hier nicht einfach um Ausländer, die sich nicht integrieren wollen, nein, es geht hier nur um Angehörige einer Religion. Dass gerade von der ÖVP der neueste Vorstoß – unter Zuhilfenahme einer Studie – kommt, mutet schon befremdlich an. Die Partei nennt sich christlich sozial und ihre höchsten Repräsentanten betonen immer gerne in der Öffentlichkeit, wie (christlich)gläubig sie sind. Als sich kürzlich der Nationalratspräsident Andreas Khol ein Lied wünschen durfte, wählte er ganz stolz eines, wo “Jesus” ganz am Anfang vorkommt. Genau dieser Mann wollte auch einen Gottesbezug in der Österreichischen Bundesverfassung haben. Und gerade von dieser ÖVP kommt nun der Vorstoß mit den nicht integrationswilligen Moslems?

Es kommt mir fast so vor, als ob hier eine christliche-fundamentale Interessensgemeinschaft am Werke wäre, die (wie in längst vergangen geglaubten Zeiten) eine Konkurrenz auftauchen sieht! Und ich armer Narr habe immer geglaubt, dass es die Trennung von Kirche und Staat wirklich gibt …

19. Mai. 2006

Ich musste zweimal lesen, um es glauben zu können. Es dürfte aber stimmen, denn es steht in allen Onlineausgaben der großen Zeitungen Österreichs (fast wortgleich …). Die Finanzprokuratur fordert allen Ernstes von 4 Polizisten jeweils 40.000 Euro wegen Ermittlungsfehlern, die zu einem Fehlurteil geführt haben. Interessanterweise wird von den Staatsanwälten nichts gefordert, die haben ja angeklagt … oder von den Richtern, die haben verurteilt …

Das ist ja so, als ob bei einem Hauseinsturz ein paar einzelne Maurer belangt werden würden, der planende und die Baufsicht führende Architekt jedoch nicht. Polizisten sind bei uns nämlich Hilfsorgane der Behörden – deshalb werden sie auch so bezahlt, wie sie bezahlt werden.

Die Pfennigfuchser von der Finanzprokuratur werden es sicher schaffen, das Geld von den Polizisten einzutreiben. Die können ja nicht entkommen, denen können sie ja immer noch die Pension (einige von den Beklagten werden sicher schon in Pension sein, denn zu dieser Zeit waren in den Mordkommissionen meist ältere Semester tätig) pfänden. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Beamten, so wie Fritz Verzetnitsch, noch Mitglieder der Gewerkschaft sind, denn sonst können sie es nicht einmal auf eine Klage ankommen lassen.

Wahrscheinlich werden hinkünftig nur mehr Mörder verhaftet werden, wenn sie selbst aufs Wachzimmer kommen und unwiderrufliche Beweise für ihre Schuld mithaben. Ein Geständnis wird da sicher nicht mehr ausreichen. Polizisten müssen sich ja absichern, denn eine Haftpflichtversicherung, wie sie viele vernünftige Firmen für ihre Mitarbeiter haben, gibt es beim Staat ja nicht …

18. Mai. 2006

Es war ja eh allgemein vermutet worden, dass Ex-Gewerkschaftspräsident Fritz Verzetnitsch seine Kündigung nicht stillschweigend hinnehmen wird. Jetzt dürfte es fix sein, dass er Klage gegen seinen Arbeitgeber – ÖGB – einbringen wird.

An und für sich wäre das ja eine normale Sache und nicht weiter erwähnenswert, aber als langjähriges Gewerkschaftsmitglied hat Fritz Verzetnisch natürlich Anspruch auf gewerkschaftlichen Rechtschutz.

Ja, und da beißt sich jetzt die Katze in den Schwanz. Nicht nur, dass die Gewerkschaft jetzt die Kosten des Verfahrens gegen sich selbst am Hals hat, jetzt ist es auch ein Erfolg, einen Misserfolg zu haben – ein Sieg von Verzetnisch ist ein Erfolg der Gewerkschaft und gleichzeitig eine Niederlage. Na ja, so ist es halt, wenn man sich selber verklagen muss …

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