Ich musste zweimal lesen, um es glauben zu können. Es dürfte aber stimmen, denn es steht in allen Onlineausgaben der großen Zeitungen Österreichs (fast wortgleich …). Die Finanzprokuratur fordert allen Ernstes von 4 Polizisten jeweils 40.000 Euro wegen Ermittlungsfehlern, die zu einem Fehlurteil geführt haben. Interessanterweise wird von den Staatsanwälten nichts gefordert, die haben ja angeklagt … oder von den Richtern, die haben verurteilt …
Das ist ja so, als ob bei einem Hauseinsturz ein paar einzelne Maurer belangt werden würden, der planende und die Baufsicht führende Architekt jedoch nicht. Polizisten sind bei uns nämlich Hilfsorgane der Behörden – deshalb werden sie auch so bezahlt, wie sie bezahlt werden.
Die Pfennigfuchser von der Finanzprokuratur werden es sicher schaffen, das Geld von den Polizisten einzutreiben. Die können ja nicht entkommen, denen können sie ja immer noch die Pension (einige von den Beklagten werden sicher schon in Pension sein, denn zu dieser Zeit waren in den Mordkommissionen meist ältere Semester tätig) pfänden. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Beamten, so wie Fritz Verzetnitsch, noch Mitglieder der Gewerkschaft sind, denn sonst können sie es nicht einmal auf eine Klage ankommen lassen.
Wahrscheinlich werden hinkünftig nur mehr Mörder verhaftet werden, wenn sie selbst aufs Wachzimmer kommen und unwiderrufliche Beweise für ihre Schuld mithaben. Ein Geständnis wird da sicher nicht mehr ausreichen. Polizisten müssen sich ja absichern, denn eine Haftpflichtversicherung, wie sie viele vernünftige Firmen für ihre Mitarbeiter haben, gibt es beim Staat ja nicht …
[...] – Es wurde ein Porsche bereitgestellt, um Raser mit 300 km/h (!?!) verfolgen zu können. – Polizisten dürfen sich, ob sie wollen oder nicht, als “Inspektor Lux” und als “Kinderpolizei” präsentieren (ansonsten ist es ihnen allerdings strengstens untersagt, eine Schule in Uniform zu betreten) – Polizisten können nun sogar vom Staat (Finanzprokuratur) für Ermittlungsfehler verklagt (auf Hohe Summen) verklagt werden. – Eine neue Ausgeh-Uniform in an Rauchfangkehrerer-Look angelehntem Mao-Design wurde eingeführt. [...]
28. Mai. 2006 | #
[...] Das Unglück wird über den armen Mann aber kurze Zeit später hereinbrechen, weil sein Arbeitgeber seine Leute höchstwahrscheinlich nicht haftpflichtversichert hat. Den finanziellen Schaden wird zwar zunächst die Republik tragen, die Pfennigfuchser der Finanzprokuratur werden ihn dann aber vom Schützen eintreiben. Wenn das nicht von Haus aus gleich seinen finanziellen Ruin bedeutet, dann wird er wohl sehr lange zahlen müssen (gar so viel verdient man beim Heer nämlich nicht). Wer in einem ordentlichen Betrieb arbeitet und durch ein Fehlverhalten einen Schaden verursacht, muss idR keine Angst haben. Für ihn zahlt die Haftpflicht-Versicherung. Beim Staat ist das aber eher nicht so… [...]
18. Sep. 2009 | #