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28. Jun. 2006

Es ist soweit, die Europäische Union hat gegen Österreich ein Vertragsverletzungs-Verfahren wegen der seit kurzem geltenden Mindespreise für Zigaretten eingeleitet. Mich überrascht das nicht. Die EU hatte ein Verfahren ja schon angekündigt, bevor die Mindestpreise in Kraft gesetzt wurden. Aber unsere ritterliche Antiraucherkriegerin, Gesundheitsministerin Rauch-Kallat, lässt sich ja nicht von ihrem Weg abbringen.

Wenn jemand einen Schaden erleidet, weil etwas nicht so gelaufen ist, wie er sich das vorgestellt hat, sagt man: “Pech gehabt!”

Wenn aber jemand schon vorher weiß, dass sein Handeln unausweichlich einen Schaden bewirkt (wenn zB das Verfahren schon angekündigt wird), und er trotzdem so handelt – wie würde man dass wohl nennen?

Abgesehen davon könnte man jetzt die Mindestpreisregelung sowieso schon wegnehmen. Man hat ja schon kurz nachher festgestellt, dass der, zumindest nach außen hin, gewünschte Erfolg nicht eingetreten ist …

Zur Abrundung gibts von der EU auch gleich ein Verfahren wegen unserer Apotheker-Monopolregelung dazu. Und wegen der BAWAG-Haftung werden wir wohl auch eins über die Rübe bekommen …

26. Jun. 2006

Eben erst haben sich die Verantwortlichen in Tirol und Bayern zur Anerkennung der Gefahr, die vom Wanderbären JJ1, oder Bruno – wie er auch genannt wurde, ausgeht, durchgerungen und den Abschuss freigegeben. Schon am ersten Tag wurde der Bär abgeschossen.

Abgesehen davon, dass Bruno der Bär wahrscheinlich jeden, der nicht in seinem durchstreiften Gebiet wohnt, leid tut muss man sich fragen wie es dazu kommen konnte.

Da haben die Bärenspezialisten und Experten des WWF wochenlang versucht, den Bären zu fangen. Dabei wurden keine Kosten (vorallem) und Mühen gescheut und trotzdem gelang es ihnen nicht. Und ein kleiner Grünrock aus Bayern schafft es am ersten Tag, den Bären aufzuspüren und zu erlegen? Aber ein simpler heimischer Jäger kann doch überhaupt kein Bärenspezialist sein – bei uns gibt es ja schon sehr lange keine Bären. Komisch ist das alles.

Haben etwa die WWF-Bärenspezialisten (das sind diejenigen, die uns dauernd einreden, von solchen Tieren geht keine Gefahr aus …) kläglich versagt? Sind es vielleicht gar keine Experten und Spezialisten und tun nur so? Jedenfalls werden sie nicht müde werden, die Alpenländer mit Bären vollzumüllen. Angeblich (wurde heute im ORF verbreitet) sind in Italien schon wieder drei Jungbären dabei, auf Wanderschaft zu gehen …

25. Jun. 2006

Streitbare Geister sind sie schon, unsere Ärzte. „Schluss mit lustig. Es ist aus. Schluss mit Bürokratie, Bevormundung, Rechtfertigungsmedizin, Anlassgesetzgebung und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen. Es reicht!“ (Zitat aus http://www.krone.at/) hieß es da etwa beim Delegiertentag der Ärztkammer in Graz.

Auf den ersten Blick hört sich das ja ganz logisch an. Wer mag schon gerne ausufernde Bürokratie, Bevormundung, menschenverachtende Arbeitsbedingungen etc? Wenn man genauer hinsieht, wird deutlich, dass hier wieder nur mehr Geld (wie bei so vielen Wortmeldungen der Aerztekammer) von der öffentlichen Hand gewünscht wird. Unter Bevormundung meint man seitens der Ärzte, dass die an chronischem Geldmangel leidenden Krankenkassen bemüht sind, so wenig wie möglich auszugeben. Ist ja auch logisch, sonst wäre unser Gesundheitssystem ja ein Selbstbedienungsladen für die Weißkittel.

Unter dem Titel Bürokratie stört die Ärzteschaft besonders die Tatsache, dass sie ihre Arbeit immer mehr dokumentieren müssen. Auch klar, wer will sich denn schon auf die Finger schauen lassen. Dazu passt vielleicht auch die Titelseite des aktuellen “Profil”. Da steht unter der Überschrift “Kunstfehler”, dass in Österreich pro Jahr 30.000 Schadensfälle und 3000 Todesfälle passieren. Das gab es früher nicht! – Oder vielleicht doch? Früher wurde nämlich nicht so viel dokumentiert …

25. Jun. 2006

Parteichef Gusenbauer hätte sich seinen Gewaltakt bezüglich der Nationalratssitze seiner Gewerkschaftspräsidenten eigentlich sparen können. Nach der neuesten Sonntagsumfrage liegt die SPÖ nur einen Prozentpunkt hinter der ÖVP.

Aber der Parteichef wird schon wissen, was er tut. Er dürfte, wahrscheinlich nicht unbegründet, noch weitere “Leichen” im BAWAG-ÖGB-Keller befürchten und möchte nun alle Verbindungen dorthin kappen.

Momentan ist es zwar ruhig an der BAWAG-ÖGB-Front, aber es ist ja sehr heiß und die politische Sommerpause fängt auch gerade an. Ich bin schon gespannt, wenn dann Ende August / Anfang September wieder voll losgefahren wird. Da wird der Gusi dann noch einige Kraftakte brauchen.

Bis dahin wird nämlich unter Umständen auch schon etwas über den Verbleib des vielen Geldes bekannt sein. Da wird dann auch sicher zur Sprache kommen, wie ungemein viele (Partei)Veranstaltungen die BAWAG gesponsort hat. Das ist sicher nur eine Kleinigkeit, aber in der heißen Phase könnte auch nachgedacht werden, wie sich das erhebliche Finanzproblem, welches mir von der SPÖ selber erinnerlich ist, so schnell verflüchtigt hat …

PS: “Die schwierige wirtschaftliche Situation der SPÖ hat die neue Parteiführung im Jahr 2000 veranlasst, gemeinsam mit den Landesorganisationen, ein Sanierungskonzept zu erarbeiten, das den raschen Abbau der Bankverbindlichkeiten unter gleichzeitiger Erhaltung der Handlungsfähigkeit der Partei zum Ziel hatte.” und “Innerhalb von zwei Jahren gelang es der SPÖ, den Schuldenstand der Partei von 25,5 Mio. Euro (350 Mio. S) auf 14,5 Mill. Euro (200 Mio. S) zu reduzieren.” – Zitate aus: http://www1.oegb.at

24. Jun. 2006

Der SPÖ-Chef Gusenbauer hat wieder einmal ein Machtwort in der Partei gesprochen – und wie es scheint, ist er dabei wieder ins Fettnäpfchen getreten.

Sein Parteibefehl, wonach sich Spitzengewerkschafter nicht mehr in den Nationalrat wählen lassen dürfen (jedenfalls nicht auf der SPÖ-Bank), wurde zwar im Parteipräsidium beschlossen, kommt aber innerparteilich anscheinend doch nicht so gut an.

Richtig nachvollziehbar ist der gusenbauerische Kraftakt sowieso nicht. Einerseits betonte er im Zuge des BAWAG-Desasters immer wieder, dass der ÖGB mit der SPÖ überhaupt nichts zu tun hat, andererseits hält er jetzt anscheinend seine Freunde aus dem Führungsbereich für anrüchig und deshalb im Wahlkampf störend. Sehr schlau ist es auch nicht, die Gewerkschaft jetzt vor der Wahl zu verärgern, kommt doch ein sehr großer Teil der SPÖ-Wähler aus dieser.

Wahrscheinlich glaubt der Gusi, dass die SPÖler, so wie in alten Zeiten, die Partei auch dann wählen, wenn er ihnen vor dem Wahllokal eine reinhauen würde. Ob er sich da wohl nicht täuscht?

21. Jun. 2006

“Sogar eine Kuh hört auf zu saufen, wenn sie genug hat!” heißt in einem neuen Fernsehwerbespot. Damit soll wahrscheinlich das zunehmende Alkoholproblem bei Jugendlichen eingedämmt werden. Ich persönlich glaube zwar, dass damit nur wieder öffentliches Geld verpulvert und das nichts bringen wird, aber wer bin ich denn schon …

Ob die Aussage so stimmt, weiß ich aber nicht genau. Jedenfalls wurde vor gut 30 Jahren, irgendwo auf dem Land, diesbezüglich ein “wissenschaftlicher” Versuch mit einem Pferd gemacht. Das war so:

Ein dorfbekannter Trinker musste sich dauernd die Vorwürfe seiner Mutter, bei der er lebte, anhören. Dabei sagte die Mutter auch, dass das Pferd auf dem Hof wisse, wenn es genug gesoffen habe. Das ließ dem Trinker eine Weile keine Ruhe und er dachte nach. Dann gab er dem Pferd zwei Tage kein Wasser und am dritten Tag stellte er ihm einen Kübel Wein hin. Natürlich hatte das Pferd dann einen Vollrausch und fiel um. Der Trinker lief freudestrahlend zu seiner Mutter und sagte: “Muada, Muada, des Ross was a nit, wanns gnua hat!”

PS: Die Geschichte hat sich wirklich so zugetragen.

21. Jun. 2006

Der Krone-Aufmacher ist “Politische Bombe” und weiter die Überschrift: “Justiz durchsucht Häuser der Ex-Bosse”. Na ja, so eine Sensation ist das ja wohl nicht. Der letzte Heubodentürldepp weiß, dass es bei solchen Kriminalfällen zu Hausdurchsuchungen bei den Verdächtigen kommt.

Die “Politische Bombe” wird wohl der Zeitpunkt der Hausdurchsuchungen sein. Es schaut fast so aus, als ob hier niemand die Absicht gehabt hätte, wirklich etwas zu finden. Wenn jetzt, Monate nach dem Auffliegen des Skandals, tatsächlich noch belastende Unterlagen gefunden wurden, dann ist den “Ex-Managern” wohl nicht mehr zu helfen. Allerdings wäre in diesem Fall dann zu hinterfragen, wer solche Dödel zu Top-Mangaern gemacht hat. Aber wie gesagt, das ist rein hypothetisch – da wird nichts mehr gefunden werden!

Eines ist jedenfalls klar: Wenn ein kleiner Bankangestellter einige 10.000 Euro abzweigt, wird sofort beim Auftauchen des Verdachtes eine Hausdurchsuchung durchgeführt werden und wahrscheinlich wird der betreffende Angestellte auch gleich einige Zeit in Untersuchungshaft (wegen Verdunkelungsgefahr – wie es im Rechtsdeutsch heißt) verbringen …

21. Jun. 2006

Hie und da passiert etwas, das einem wirklich überrascht. Nun hat tatsächlich der WWF zur Zustimmung (die aber ohnehin niemand gebraucht hätte) zum Abschuss von JJ1 ober Bruno durchgerungen. Sind die nun auch Bärenmörder bzw wie kam es zu der Sinneswandlung?

Die Bärenmanagerin (was es nicht alles gibt …) Beate Striebel wird in der Krone zitiert: “Das Verhalten des Bären zeigt, dass er immer mehr die Scheu verliert und daher viel zu nahe an Siedlungen kommt” und “falls sich das Tier dann bedroht fühlt, besteht für den Menschen höchste Lebensgefahr”. Weiters habe sie gemeint, dass sich kaum jemand bei einer Bärenbegegnung richtig verhalten würde und “Kinder würden natürlich wegrennen statt sich ruhig zu verhalten oder langsam hinzulegen. Das könnte tödlich enden.” Aufgrund dieser Aussagen ist die Zustimmung natürlich logisch – auch wenn diese Sachen auch ohne Bärenmanagerin sowieso schon jedem (mit Ausnahme der Verantwortungsträger wahrscheinlich) bekannt gewesen sind.

Offensichtlich ignoriert die WWF-Bärenlobby aber weiter die Tatsache, dass ein Bär von sich aus ein gefährliches Tier ist und, wie es halt bei Tieren so ist, jederzeit ein anderer Bär durchdrehen (na ja, halt ein abnormes Verhalten zeigen oder so …) kann. Der Grundstein für die Gefahr, die jetzt vermutlich zum Abschuss von Bruno führen wird, wurde eigentlich schon bei seiner Aussetzung in die freie Wildbahn gelegt.

21. Jun. 2006

In News wird derzeit ein Problem angesprochen, welches sich zu einer fülligen Bedrohung in Europa auswachsen wird. Die stark steigende Anzahl von stark Übergewichtigen wird zunehmend ein Problem für die Gesundheitssysteme.

Freilich ist das Problem schon länger bekannt, die verantwortlichen Politiker sind jedoch mit der Raucherhatz so beschäftigt, dass sie offenbar sonst für nichts Zeit haben.

Die Fettsucht kommt, wie so vieles (zB der Anti-Raucherwahn), teilweise von Amerika zu uns herüber. Es ist aber nicht nur der “American Way of Life” der Grund, nein bei Burenwurst, Schweinsbraten, Schnitzel und Schokolade sind wir in Österreich unsere eigenen Spezialisten. Ich bin schon gespannt, wann es soweit ist, dass die Verantwortlichen (Politiker und Krankenkassen) das Problem nicht mehr ignorieren können. Was sie dann wohl tun werden?

Etwa Burenwurst, Schweinsbraten, Schnitzel und Schokolade überproportional (zB mit 70 %) besteuern oder ein Werbeverbot Werbeverbot für solche Produkte verhängen? Vielleicht bringen sie das sogar durch, aber wie sie Werbeverbot oder hohe Steuern für CC (sehr beliebte schwarzfarbene Limonade aus den USA)oder MD (weltweit agierende, überdachte Schnellimbissbude) hinbekommen wollen, wird spannend werden …

18. Jun. 2006

Allmählich dämmert es den Verantwortlichen: Der WWF-Bär JJ1, oder auch Bruno genannt, verliert zunehmend die Scheu vor Menschen und wird immer gefährlicher. Zudem wird auch die halbseidene Jagd immer teurer. Jetzt sagt auch noch der WWF, dass 70.000 Euro genug seien und er nicht mehr zahlen wird, obwohl bereits geschätzte Jagdkosten von ca 100.000 Euro angelaufen sind. Soll gefälligst der Steuerzahler für die Kosten aufkommen!

Eigenartig ist das schon, weil damals, als der WWF die Politiker für die Genehmigungen um die Bärenansiedlungen angestrudelt hat, immer wieder versprochen wurde, von den Braunbären gehe nicht die geringste Gefahr aus und alle, von Bären verusachte Schäden würden vom WWF bezahlt werden.

Freilich war die Tatsache, dass diese Versprechungen von vorneherein nicht haltbar sind, für jeden erkennbar. Trotzdem wurde das Bärenprojekt von den Politikern, obwohl diese gewöhnlich mit nicht haltbaren Versprechungen gut umgehen können, genehmigt – es war halt gerade schick und trendy.

Na hoffentlich wissen die Politiker künftig was von diesem Verein (WWF) zu halten ist, wenn er wieder mit irgendwelchen hirnrissigen Projekten daherkommt …

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