Gut, ganz richtig ist die Überschrift ja nicht. Die gewöhnlichen Beamten des Ministeriums, die halt die Arbeit dort machen, sind ganz bestimmt nicht traurig, die wären ja auch von der Keule getroffen worden. Traurig sind wohl nur der fesche Fiona-Mann, Minister Karl Heinz Grasser, und sein Unterläufer, Staatssekretär Alfred Finz, weil ihre noch schnell vor der Wahl überfallsartig geplante Abschaffung der Pragmatisierung offenbar gescheitert ist.
Ja, womit haben der Fesche und der Unterläufer denn gerechnet? – Dass ihnen die Beamtengewerkschaft ob ihrer glorreichen Halbidee (Halbidee deshalb, weil bis jetzt ja immer von Pragmatisierungsaufhebung und Besoldungsreform gemeinsam die Rede war) um den Hals fallen wird?
Schwer gekränkt nennen die beiden Herren jetzt das Dienstrecht “mittelalterlich”. Dabei muss man sich fragen, was sie die letzten Jahre gemacht haben. Da hätten sie genug Zeit gehabt, für das neue Dienstrecht und die Besoldungsreform einen Konsens zu erzielen. Aber das war ihnen wahrscheinlich zu mühsam – überrumpeln schnell vor der Wahl ist viel einfacher!
Was man von den beiden Finanzgenies halten soll weiß man ja ohnehin nicht so genau. Wie kürzlich bekannt wurde, liegt im Finanzministerium seit Jahren ein Bericht, der die BAWAG-Machenschaften recht genau beschreibt. Der Inhalt wurde offenbar ignoriert oder nicht erkannt (was schlimmer ist, will ich nicht beurteilen). Der in der Folge entstandene Schaden könnte durch die Beamten nicht übertroffen werden, selbt wenn sie ewig pragmatisiert blieben …