Im Standard (online) ist heute ein Interview mit Grünen-Chef Alexander Van der Bellen abgedruckt. Der Professor antwortet in seiner ruhigen Art geduldig auf Fragen der aktuellen Politik. Man liest da halt so dahin – Van der Bellens Äußerungen sind immer interessant zu lesen, auch wenn man mit ihm überhaupt nicht übereinstimmt.
Weiter unten wird der Professor auch zu seiner Meinung zu der Diskussion innerhalb der SPÖ, was ein Genosse tun darf und was nicht (zB Golf spielen, wohnen im Penthaus etc). Die Antwort ist bemerkenswert:
“Ich finde politische Korrektheit gut und schön, aber den Individualismus darf das nicht derschlagen. Jeder soll versuchen, auf seine Art glücklich oder unglücklich zu werden. Okay, ich bin ein süchtiger Raucher, ganz Österreich weiß das. Immer wieder kriege ich freundliche Briefe, ich soll doch dieses oder jenes tun. Das ist gut gemeint. Aber je stärker sich diese Gesundheitsapostel vor allem in der EU bemühen, dieses Laster auszurotten, desto mehr hab ich persönlich eine Trotzreaktion.”
Ganz genau meine Meinung – da steigen die Grünen in meiner Wählergunst aber enorm.
Sicher, der Sager von Professor Van der Bellen war schon sehr gut und auch notwendig. Aber wenn ihm so viel daran liegt, könnte er ja energischer gegen die Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen an den Rauchern eintreten – etwa im Nationalrat. Aber da werden halt die Gesundheitsapostel in der eigenen Partei etwas dagegen haben. Bei linksgrünen Gutthemen halten die nämlich sehr wenig vom Individualismus.
26. Jul. 2006 | #
[...] Hauptsache man setzt ein Zeichen und stellt die missionarischen EU-Gesundheitsapostel, die Zwangsgesundmacher und die Diskriminierer zufrieden. Uns wurde damit wieder einmal vor Augen geführt, worum es der alltagsfaschistischen Gesundheitsfront wirklich geht… [...]
19. Nov. 2007 | #