Die Politik lässt keine Gelegenheit aus, um zu betonen, wie wichtig es sei, mit der Bahn anstatt mit dem Auto zu fahren. Zumindest wenn nur eine Person mit einem Auto fährt, sei das auch ökonomischer. Ich fahre eigentlich nie mit öffentlichen Verkehrsmitteln (am Land verliert man damit aufgrund der schlechten Verbindungen zu viel Zeit) und habe das als gegeben hingenommen.
Nun, zu Schulbeginn musste ich mit der Bahn (VOR – Verkehsverbund Ost-Region) fahren, weil Sohnemann in eine neue Schule kam und ich ihm den Schulweg zeigte. Da habe ich dann gesehen, wie sehr ich mich getäuscht hatte. Wir sind mit der Bahn hin und mit dem Bus zurückgefahren (im VOR kostet Bahn und Bus gleich viel). Der Fahrpreis betrug für mich jeweils 3,0 Euro. Das kam mir etwas viel vor und so habe ich nachgerechnet.
Die Fahrstrecke ist auf der Straße genau 17 Kilometer lang, Hin- und Rückfahrt also 34 km. Mein Auto verbraucht ca 11,0 Liter Diesel auf 100 km (weil ich nur sehr wenig fahre, leiste ich mir das halt, man gönnt sich ja sonst nichts – wie der Millionär sagt wenn er seine neue Yacht herzeigt …). Mit dem Pkw würde also die Hin- und Rückfahrt etwa 4 Euro kosten! Da ist dann die Bahn um 50 Prozent teurer als ein (unvernünftiger) Pkw, der nur mit einer Person besetzt ist. Welche Familie kann sich da das Bahnfahren wohl leisten?
Bei solchen Preisunterschieden wird es wohl sehr schwer werden, mehr Menschen zum Bahnfahren zu bewegen. Zumal sich jetzt sogar die Grünen festgelegt haben, das Autofahren nicht zu verteuern und die ÖBB gewiss auch nicht billiger werden wird …
PS: Manche werden jetzt sagen, ich hätte unfair gerechnet, weil ich ja nur den Dieselverbrauch einbezogen habe. Es fallen mir tatsächlich keine anderen Kosten für so eine Fahrt an. Wie gesagt, fahre ich sehr wenig. Die Werkstattbesuche (1 x im Jahr) und die KFZ-Steuer kosten gleich viel – ob ich nun 4000 oder 8000 km fahre – und beim Wertverlust fallen solche Schwankungen auch nicht ins Gewicht.
Wie bitte, soll das Satire sein? Vollpreise für Einzelfahrten im Verkehrsbund mit Spritkosten vergleichen? Ich fürchte nicht.
11. Dez. 2006 | #
Ich weiß nicht, wie man das sehen sollte. Ich fahre die Strecke unregelmäßig, durchschnittlich vielleicht 4 – 5x monatlich. Da wird es bei der Bahn wohl nur mit Einzelfahrkarte möglich sein und meine Pkw-Kosten sind halt so. Ein Wochen- oder Monatskarte wäre da wohl noch unökonomischer
11. Dez. 2006 | #
[...] Pensionistenfahrten käme wenigsten ein Bisschen was rein. Nur, mit etwas Fantasie bei Preisgestaltung (für alle gleich – ev flexibel – aber ohne Ausnahmen) könnte man die leeren Züge [...]
30. Dez. 2009 | #