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12. Okt. 2006

Auf den ersten Blick erscheint es eigenartig, aber die SPÖ scheint mit ihrem Wahlsieg mehr Schwierigkeiten zu haben, als die ÖVP mit ihrer Niederlage.

Wenn man genauer hinsieht, erkennt man aber, dass in der SPÖ scheinbar niemand an einen Wahlsieg geglaubt hat. Anders sind Wahlkampfstrategie (totale und ins Persönliche reichende Konfrontation) und Versprechungen, die auch mit absoluter Mehrheit zum Großteil nicht einhaltbar (so viel Neuverschuldung duldet die EU wahrscheinlich nur bei den Deutschen) sind, nicht zu erklären.

Aus Sicht der SPÖ ist das Unerwartete passiert und man weiß nicht, wie man nach dem Oppositionswahlkampf die Wähler zufrieden stellen soll – ein sehr großer Teil der SPÖ-Wähler hat die Wahlversprechen nämlich geglaubt. Jetzt werden der ÖVP gegenüber (die ja dann den Sündenbock wegen der nicht eingehaltenen Versprechen abgeben soll) die Hosen schon sehr weit hinuntergelassen und die ersten eingefleischten SPÖ-Wähler fühlen sich deswegen schon verraten. Blöderweise ziert sich die ÖVP noch immer.

Also ich kann die ÖVP verstehen. Wenn mich jemand öffentlich so runtermacht, dann wünsche ich dem einen eitrigen Zehennagel – helfen würde ich dem sicher nicht :)

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