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30. Nov. 2006

Es klingt nach Austern, Kapern und Oliven, ist jedenfalls südländisch, und es wirkt. Ich rede von Kypern (auch bekannt unter Cypern oder Zypern), dem derzeit einzigen Gegenmittel der EU gegen den drohenden Beitritt der Türkei, den jetzt offenbar unnachvollziehbar sogar der Papst gutheißt.
Kypern müssen anerkannt werden, denn sonst lässt die EU die Türkei nicht rein.

Einverstanden und das freut mich (natürlich nicht). Also ich setze auf die türkische Lebensmittelbehörde, dass die noch streng ist und die Kypern nicht zulässt, und auch aufs Lebensmittelamt der EU, dass die von unserem strengen Lebensmittelrecht nicht abweichen. Die europäischen Nationalfrüchte Kypern müssen zum Verkauf zugelassen werden, ansonsten brauchen wir sie (die Türken) nicht.
……. Schade, dass die EU die Ablehnung nicht besser begründen kann oder will. Hängt also alles am Lebensmittelkodex. Und Österreich hat wieder nichts mitzureden.
Was ist und warum gibt es eigentlich EINEN STAAT? Kann jeder, der will, einen gründen? Müssen seine Mitglieder wirklich nichts gemeinsames aufweisen, keine gemeinsame Sprache oder Werte o.ä. haben? Wenn ja, dann möchte ich persönlich meinen eigenen gründen können. Liebe Republik Österreich, liebe EU: Gebt mir 1000m² Land und ich versorge mich dort völlig selbst! Dann könnt ihr nach Belieben einen Staatenbund mit anderen gründen. Ich werde euch nicht stören.

30. Nov. 2006

Leicht hat er es nicht, der Michael Häupl – Bürgermeister von Wien. Gerade hat sich die Aufregung über seine Sager im Zuge der Koalitionsverhandlungen gelegt, da legt ihm schon seine Vizebürgermeisterin das nächste Straußenei.

Die stellvertretende Bürgermeisterin, Grete Laska, hat allen Ernstes den Nikolaus in allen Kindergärten Wien´s verboten. Na ja, verboten nicht, aber er soll entzaubert werden (Kinder selber dürfen sich als Nikolaus verkleiden, auch Kindergärtnerinnen – aber alles in Anwesenheit der Kinder). Als Grund für das Verbot nennt die pädagogische Leiterin der Wiener Kindergärten, Sylvia Minich, die Kinder würden sich fürchten und weiter “Als kleines Mädchen habe ich mich auch vor dem Nikolo gefürchtet”.

Aha, jetzt wissen wir es. Weil sich Sylvia Minich vom Nilolaus gefürchtet hat, haben jetzt alle Kindergartenkinder Wien´s einen Jahreshöhepunkt weniger. Nahezu alle Psychologen des Landes nennen das Ansinnen und die Begründung zwar einen “Unsinn”, aber anschaffen tut in Wien halt die Stadtregierung und die hat entschieden. Vielleicht wäre es ganz gut, wenn sich ein guter Psychologe Frau Minich einmal genauer anschauen würde. Vielleicht hat sie damals beim Anblick des Nikolauses ein Posttrauma erlitten aus dem sich eine hartnäckige Phobie entwickelt hat – vielleicht könnte der Frau auch geholfen werden, ohne den Nikolaus zu verbieten.

Aber wer weiß, vielleicht ist auch alles ganz anders, vielleicht hat dieser Unsinn mit falsch verstandener Integration etwas zu tun. Wer würde denn da dann eigentlich integriert werden? HC Strache wird dazu sicherlich eine Meinung haben – schaut aus wie ein aufgelegter Elfer…

29. Nov. 2006

In der ÖVP ist offensichtlich eine Wandlung zum Positiven eingetreten. Die Partei dürfte jetzt ganz plötzlich sozial und fair geworden sein.

Manche werden jetzt denken, dass der kritikus endgültig verrückt geworden ist. Obige Weisheit ist aber nicht von mir. Die habe vom Blog von Andreas Schieder (SPÖ). Der schreibt dort nämlich in Bezug auf den heutigen Parlamentsbeschluss über die Pensionserhöhung (1,6 %), dass “Pensionen sozial & fair erhöht” wurde. Weil ja der Beschluss in Eintracht mit der ÖVP (diese hatte 1,6 %, die SPÖ 1,9 % in die Diskussion eingebracht worden) gefasst wurde, muss ja jetzt wohl auch die ÖVP sozial und fair sein. So schnell kann´s gehen.

Ich hätte nicht gedacht, dass die SPÖ das Fairnessmonopol so schnell aufgibt… :)

29. Nov. 2006

“Bildungsstandards – ein weiterer Qualitätssprung an österreichs Schulen” steht hochtrabend auf einem folder des bmbwk. Wer´s glaubt wird seelig – laut einer Studie bringen diese Standards keinen besseren Unterricht.

Nach der Studie des Bildungswissenschafters Rudolf Beer bringen die so genannten Bildungsstandards original nichts – keinen besseren Unterricht, keine Beitrag zu einer angstfreien Schule, sie treiben die Qualitätsentwicklung nicht voran, tragen nicht zu mehr Transparenz schulischer Arbeit und Professionalität der Lehrer bei. Also alles nur mit viel TamTam erzeugte warme Luft. Aber vielleicht lässt sich ja der PISA-Haider jetzt was neues einfallen, nachdem er ja nun der SPÖ so nahe steht, dass er sogar als möglicher Unterrichtsminister genannt wird ;) .

Diese Bildungsstandards-Geschichte ist symptomatisch für viele Bereiche der Verwaltung. Da werden in den Ministerien von extremst praxisfernen “Spezialisten” schwammig abgefasste Strategien in die Welt gesetzt und diese dann schneeballartig in ellenlangen, unproduktiven Besprechungen und Seminaren den untergeordneten Ebenen weitergegeben. Diese geben das Ganze dann in der gleichen Art an die unterste Ebene (bei den Bildungsstandards sind das die Schulen und Lehrer), die dann zusätzlich zu der Umsetzung erst einmal die Details der Strategie selber ausarbeiten muss (natürlich jeder für sich – sehr produktiv). Das nennt man dann “Autonomie” und “Verantwortung tragen” – jene Verantwortung nämlich, die von weiter oben bis ganz nach unten (selbstverständlich ohne Bezahlung) verschoben wurde.

In Wahrheit kommt es einem so vor, als ob sich dabei meist die Führung in den Zentralstellen vor Verantwortung und Arbeit drücken würde. Es fallen dort schon lange keine Entscheidungen mehr, die müssen die untersten Ebenen (Arbeitstiere) alleine, jeder für sich natürlich, treffen und auch verantworten. Ja man könnte sogar glauben, dass die Worte “ja” bzw “nein” aus dem Wortschatz der Ministerien überhaupt gestrichen worden wären…

29. Nov. 2006

Der Pflegenotstand dürfte nach dem Wahlkampf ja nicht mehr so ein dringendes Problem sein (man hört nicht mehr viel darüber), die angehenden Großkoalitionäre haben sich dennoch gerade auf ein Amnestiegesetz für die illegale Beschäftigung von Pflegern geeinigt.

Ziemlich merkwürdig ist, dass man dabei schon amnestiert wird, bevor man überhaupt etwas strafbares gemacht hat (so zu sagen eine vorauseilende Amnestie). Das Gesetz wird bis Mitte nächsten Jahres gelten und das heißt ja wohl, dass ich, würde ich mir etwa im Feber eine ausländische Pflegekraft illegal anstellen, in die Amnestie fallen würde. Man braucht also nur einen alten Menschen in der näheren Verwandtschaft haben und schon kann man sich bequem und ohne Risiko den Haushalt herrichten lassen.

Ich weiß schon, es ist ja ein soziales Thema und da darf man nicht so genau hinschauen. Sollte man aber, denn nach der unnatürlichen Aufblähung des Pflegethemas und der endlosen Herumstreiterei ist recht wenig herausgekommen. Probleme wurden jedenfalls keine gelöst. Nur jene, die sich brav an die Gesetze halten, sehen jetzt alt aus. Den Vorteil haben, jetzt sogar per Gesetz bestätigt, wieder einmal jene, die sich um Gesetze nichts pfeifen. Wenn das die “großen Projekte” einer großen Koalition sind, dann kann mir diese gestohlen bleiben.

Die illegale Arbeits-Vermittlungs-Mafia wird sich weiterhin einen goldenen A*** verdienen.

28. Nov. 2006

Welch grandiose Leistung des Erfindergeistes, ein “Segen” für die Menschheit - manche werden ins schwärmen kommen. Da wurde gerade von der Firma Samsung in Zusammenarbeit mit der Korea University im Auftrag der koreanischen Regierung ein autonomer Kampfroboter für den Grenzschutz entwickelt. Die Maschine erkennt Freund/Feind mit einem Muster- und Stimmerkennungssystem und handelt vollautomatisch.

Die Wächter-Maschine kann mit Kampfgas (Tränengas), Gummigeschossen bis hin zum leichten Maschinengewehr (Anm. Nato-Kaliber 7,65×51 oder 223 Remington) bewaffnet werden. Na ja, ist ja doch ganz human, der kleine Racker. Sie hätten ja auch 2cm-Vierlingskanonen oder Granatwerfer nehmen können…

Die Vorteile der elektronischen Wächtermaschine liegen auf der Hand. Maschinen müssen für ihren Job nicht ausgebildet werden, sie werden nicht müde, brauchen weder Pause noch Ablöse und sind problemlos rund um die Uhr im Einsatz. Der größte vorteil gegenüber menschlichen Wächtern ist aber wohl, dass sie nicht lange rumseiern und überlegen, bevor sie abdrücken.

Die Erzeugerfirma ließ bereits anklingen, dass die Entwicklung nicht nur dem Militär vorbehalten sein wird, sondern weltweit Sicherheitsfirmen angeboten werden wird. Der wirtschaftliche Erfolg ist da vorprogrammiert. Kolumbianische Drogenbarone werden sich und ihre Labors wohl als erstes “schützen”, dann die Mafia, diverse Schutzgeldfirmen (Security-Firmen) usw – der Markt ist riesengroß.

StarWars und Matrix lassen grüßen. Der Termin 2029 für die Übernahme der Macht durch die Maschinen wird wohl nicht mehr zu halten sein – es wird vordatiert werden müssen. Möge die Macht mit uns ein…

 

PS: Nachrichten aus dem Jahr 2015:
In den letzten Monaten wurde am Termianl 5 des Vieanna Airport vom weltweit vernetzten AuSST3 (Automatic Sucure System  Terminator der 3.Generation) täglich bis zu 10 Terroristen neutralisiert. Was anfänglich als großer Erfolg des Systems gefeiert wurde, stellte sich nun als kleiner Irrtum heraus. Es war irrtümlich statt der Datenbank mit den biometrischen Merkmalen von Terroristen jene mit den Dissidenten eingespielt worden. Ansonsten funktioniert das System aber hervorragend…

 

27. Nov. 2006

Die Grünen sind unter Prof. Van der Bellen zu einer interessanten, sympathischen Partei geworden. Leider scheint das jetzt dem Ende zuzugehen.

Besonders in Wirtschaftsfragen und in dem Zusammenhang auch mit der schrittweisen Umstellung auf erneuerbare Energien konnten die Grünen zuletzt bei mir Punkten. Die Repräsentangen der Partei, jedenfalls die, die im Wahlkampf hergezeigt wurden, erscheinen kompetent und sympathisch, weil nicht so radikal wie früher.

Irgendetwas scheint sich aber derzeit bei den Grünen zu bewegen, leider wieder in Richtung “zurück in die Vergangenheit” (aus meiner Sicht jedenfalls). Der Wahlkampf ist vorbei und schön langsam treten die sorgsam bedeckt gehaltenen Personen wieder auf. So sind anlässlich der Präsentierung des A-Card-Modelles der Innenministerin plötzlich wieder die Damen Stoisits und Petrovic in den Medien präsent. Man traut sich jetzt auch wieder zu sagen, wofür man steht – für unbegrenzte Zuwanderung nämlich.

Freilich wird die überwältigende Mehrheit der Österreicher nicht einsehen, dass jemand, der nur für kurze Zeit zum Arbeiten benötigt wird, gleich mit seiner ganzen Familie ein Leben lang hier bleiben darf und in der Folge höschstwahrscheinlich von der Grundsicherung versorgt werden soll. Was soll daran so schlecht sein, in einem anderen Land auf Zeit (ohne Familie) ein Vielfaches wie zu Hause zu verdienen und mit dem Geld dann im eigenen Land eine Existenz aufzubauen? Haben etwa unsere Monteure, die in Saudi Arabien, Syrien oder noch weiter in Asien gutes Geld verdienen, ein Recht auf Familiennachzug oder fühlen sie sich etwa benachteiligt deswegen?

Man kann natürlich über das A-Card-Modell diskutieren und es verfeinern (wird ja auch gemeinsam mit der SPÖ geschehen), aber in den Grundzügen ist es richtig, weil es den künftigen Gastarbeitern von vorne herein fixe Bedingungen bietet und keine Unsicherheiten aufkommen lässt. Wenn jetzt nämlich jemand zu uns arbeiten kommt, weiß er in Wahrheit nicht, woran er ist.

Die Grünen scheinen sich aber wieder auf gerade diese Themen zu fixieren. Das ist Schade, denn gerade jetzt wäre ihre Kompetenz bei Umweltthemen gefragt. Leider hört man außer alten Phrasen nichts. Sie lassen sich das Thema erneuerbare Energie von der ÖVP klauen und zu allem Überfluss verhandeln ÖVP und SPÖ schon unter vorgehaltener Hand (wird jedenfalls kolportiert) über eine kilometerabhängige PKW-Maut. Kilometerabhängige Kosten für den Individualverkehr sind eine alte Idee der Grünen und über den Spritpreis, wie die Grünen damals gefordert hatten, wäre das auch viel besser machbar. Jetzt, wo die Zeit dafür reif wäre, ignorieren sie scheinbar die Diskussion darüber.

Na ja, die GroKo ist noch nicht gegessen und wenn es blöd her geht, gibt es bald wieder Wahlen. Ob die Grünen dann ihre knapp 12% halten können, wage ich zu bezweifeln…

27. Nov. 2006

In Britannien wurde die Verlängerung des Urheber-”Schutzrechts” von 50 auf 95 Jahre erörtert, der Gesetzesantrag dazu wurde aber wieder (glücklicherweise) verworfen.
Das freut, dass dieser Geiselversuch daneben ging. 50 Jahre sind schon eine lange Zeit. Sinnvollerweise sollte der Schutz nicht mehr als 10 Jahre betragen, auch das ist schon sehr viel.
Unser österreichisches Urheberrecht ist demgegenüber steinzeitlich und rechnet 70 Jahre sogar erst ab dem Tod des “Künstlers”, schädigt also die Allgemeinheit gewaltig.
In der Krone stand letztens, dass eine Friseurin von der AKM, der Künstlervereinigung auf 21.000 Euro verklagt wurde, weil sie ohne zu blechen im Geschäft den Rundfunk mit Musik rennen ließ! Nur mehr zum Staunen!
… Wenn ich so die Meinungen dazu auf orf.at durchlese … kein einziger befürwortet das Urheberrecht.
Warum gibts das also noch? Ist das Urheberrecht etwa der Dank der Politik für jährlich ein paar Freikarten oder “Ehreneinladungen” zum Neujahrskonzert?

27. Nov. 2006

Mein Freund arbeitet(e) bei einer Interessenvertretung im Bildungsbereich.
Dass Parteien ihre Nahestehenden dazu auffordern, Leserbriefe an Zeitungen zu schreiben, ist ja noch nichts ganz ungewöhnliches.
Aber dass das so planmäßig geschieht, wie mir mein Kamerad letztens berichtete, erstaunte mich doch sehr:
3 (DREI!) Mitarbeiter täglich wurden bei Einführung einer gewissen Maßnahme dazu vergattert, Leserbriefe an Zeitungen zu verfassen.
Und es gibt Leute, die von den Parteien Geld dafür bekommen, wenn sie Leserbriefe verfassen, gleichsam als Art Überstundenpauschale.
Ja, die Zeitungen wissen das, dass nicht alle Briefe vom eigenen Herzen kommen. Aber dass das so planmäßig geschieht? Weiß man das in Österreichs Schriftleitungen?
Und damit werden gleichzeitig die ehrlichen Leserbriefe in ein schiefes Licht gerückt. Wer weiß noch, was echt ist in dieser Welt aus Schein?

26. Nov. 2006

Als Ursache für Herz/Kreislauf-Erkrankungen wird immer das Rauchen genannt. Freilich gibt es auch noch andere Ursachen, aber die werden, dem Zeitgeist folgend – wenn überhaupt – dann nur sehr diskret erwähnt.

Deshalb war ich erstaunt, auf ORF.at folgendes zu lesen: “Menschen mit Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen haben nach Darstellung des Psychologen Jochen Jordan ein ebenso hohes Herzinfarktrisiko wie Raucher.”

Das ist deshalb erwähnenswert, weil es zeigt, wie einseitig die Einführer des Allgemeinen Rauchverbotes in Lokalen - Gabi Burgstaller und Maria Rauch Kallat - argumentieren. Wenn nämlich das Rauchverbot kommt wird gewiss eine Anzahl von Rauchern in der einen oder anderen Form depressiv werden und die haben dann das Risiko x2. Ich habe immer gedacht, die Gesundheitspolitiker sind für die Gesundheit aller da. Scheint als ob ich mich geirrt hätte :) .

Mir wird generell immer zu schnell etwas als Ursache für eine Krankheit genannt. Dass der Boulevard das so macht ist nicht verwunderlich, Gesundheitspolitiker sollten aber hin und wieder nachdenken und sich nicht nur durch den Zeitgeist zu (meist übereilten) Maßnahmen leiten lassen.

“Krankheit ist weder Grausamkeit noch Strafe, sondern einzig und allein ein Korrektiv; ein Werkzeug, dessen sich unsere Seele bedient, um uns auf unsere Fehler hinzuweisen und uns auf dem Weg der Wahrheit zurückzubringen.” – Dr Edward Bach.

In diesem Sinne sind die Erkenntnisse von Prof. Dr. Jordan keine so große Überraschung…

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