Ein trauriges Kapitel scheint abgeschlossen zu sein. Die BAWAG ist verkauft. Vertreter von ÖGB und Zerberus haben nach langem, schweren Leiden (=zähen Verhandlungen) den Vertrag unterschrieben. “Es gibt eine Zukunft” meinte der Finanzchef des ÖGB, Clemens Schneider.
Irgendwie war es verwunderlich, dass so viel Energie aufgewendet wurde, die Vertragsunterzeichnung noch im heurigen Jahr zustande zu bringen. Eigentlich wäre das nicht notwendig gewesen. Ein paar Tage auf oder ab, was spielt das bei so einem Riesengeschäft für eine Rolle? Nur ein Schelm könnte an eine extreme, noch unbekannte, Notlage des ÖGB denken
Eigenartig ist auch, dass im Vertrag von der Jobgarantie, die ja angeblich neben dem hohen Kaufpreis auch ausschlaggebend für den Zuschlag an Zerberus gewesen war, nicht mehr die Rede ist. “Das steht im Konzept von Cerberus, und das war damit für uns ausschlaggebend”, sagte der ÖGB-Finanzchef dazu. Dass man ein Konzept jederzeit ändern kann, dürfte sich bis zu ihm noch nicht durchgesprochen haben. Vor den “Heuschrecken-Manieren” habe er, Clemens Schneider, jedenfalls keine Angst! Muss er auch nicht, er arbeitet ja nicht bei der BAWAG…
Wie auch immer, die Bank ist weg und ob der ÖGB überleben wird, wird die nähere Zukunft zeigen. Das Vertrauen in die Gewerkschaft ist durch das BAWAG-Desaster aber sehr stark beschädigt worden. Hier hat die Gewerkschaft mit dem Rücken zur Wand nämlich genauso handeln müssen, wie ein rotgeächteter Großkapitalist. Künftig wird die Gewerkschaft schwer argumentieren können, wenn ein in Not befindlicher Betrieb Entlassungen oder Gehaltskürzungen vornehmen will.
Aber egal, was man von Schneiders Aussagen glaubt und was nicht. Mit seiner Feststellung, es würde eine Zukunft geben, liegt er zweifellos richtig. Ansonsten würde ja Singularität herrschen und das ist bekanntlich nicht – soviel wissen wir ja
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