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2. Dez. 2006

100 km/h auf Autobahnen, Tempo 40 in Wien - nun haben die alltagsfaschistischen Weltverbesserer Zuwachs bekommen – die “Forschungsgesellschaft Straße-Schiene-Verkehr” (FSV) stellt die Forderung von 80 km/h Höchstgeschwindigkeit auf Freilandstraßen auf.

Die merkwürdige “Forschungsgesellschaft” begründet ihre Forderung, dass mit 80 km/h Höchstgeschwindigkeit die Verkehrssicherheit erhöht und der Schadstoffausstoß veringert werden würde. Das sagte der Generalsekretär der FSV, Martin Car (origineller Name – perfektes Vereins-Design :) ). No-na-net – man könnte auch 50 km/h nehmen, würde noch mehr bringen. Bei 0,00 km/h würde es überhaupt keine Unfälle geben und auch der Schadstoffausstoß wäre gleich null. Natürlich müsste man, um letzeres zu erreichen, auch das Starten des Motors verbieten – wäre dann aber sicher leicht zu realisieren.

Diese Forschungsgesellschaft Straße-Schiene-Verkehr soll angeblich aus 1300 Fachleuten bestehen. Ich habe zwar von denen ansonsten noch nichts gehört, wüsste aber gerne, wer so einen Verein finanziert (wenn sie 1300 “Fachleute” haben, müssen sie ja wohl über beträchtliche Mittel verfügen) – selbst ernähren werden sie sich mit solchen Weisheiten ja wohl kaum können…

Wie kolportiert wird, ist die SPÖ gegen den Vorschlag – bravo, bitte bleibt standhaft! Die ÖVP ist angeblich gesprächsbereit – na brrravo! Mehr kann man wohl dazu nicht sagen…

 

PS: Es schein nicht so, als ob die “Fachleute” des FSV jemals an einer Unfallstelle mit Toten oder Schwerstverletzten gewesen wären. Dann wüssten sie nämlich, dass diese Unfälle sicher nicht mit einer “zu hohen” Geschwindigkeit von 100 km/h erklärt werden können und da vielmehr ganz andere Ursachen vorherrschen (kollossale Unvernunft und Unaufmerksamkeit teilweise gepaart mit Geschwindigkeiten von weit über 100 km/h).

4 Kommentare »

  1. pauli schreibt:

    Beispiel Licht am Tag: Das wurde auch von Verkehrsfachleuten empfohlen.

    Natürlich kann man annehmen, dass die Autofahrerunfallzahl sinkt(statistisch wirklich signifikant?).

    Dafür aber gibt es mehr Unfälle mit Fußgängern.

    3. Dez. 2006 | #

  2. leckse schreibt:

    Die “merkwürdige Forschungsgesellschaft” arbeitet unter anderem die RVS- und RVE-Normen aus, welche nicht weniger offiziell sind als die ÖNORM. Mit Tempo 100 auf Freilandstraßen steht Österreich neben Deutschland übrigens einsam an der europäischen Spitze.

    Überhöhte Geschwindigkeit ist bei den tödlichen Unfällen zwischen 35 – 38 Prozent Unfallursache (Statistik Austria).

    Achja, Licht am Tag wurde _nicht_ von Verkehrsfachleuten empfohlen. Alle einschlägigen Studien beziehen sich maximal auf Tagfahrlicht (etwas völlig anderes) und kommen auch zum Schluß, daß sämtliche Negativwirkungen mit der Verringerung der Lichtleistung zu beheben sind.

    11. Dez. 2006 | #

  3. kritikus schreibt:

    Auweh, die SFV habe ich dann wohl wirklich unterschätzt. Aber von einer Gesellschaft mit so vielen DiplIngs, dass man sie fast nicht mehr zählen kann, würde ich mir mehr erwarten, als Binsenweisheiten. Darauf, dass Verkehrsunfallzahlen und -schäden mit geringerem Tempo abnehmen, würden auch Volksschüler kommen.

    11. Dez. 2006 | #

  4. kritikus.at » Blog Archiv » Steirisches Recht schreibt:

    [...] Hehehe, in der Steiermark ist es gekommen, wie es kommen musste. Der UVS hat die unsinnige Feinstaubverordnung aufgehoben. Der Herr Landesrat ist deshalb ganz schön sauer, weil ihm dadurch die Erfolgsbilanz abhanden gekommen ist… [...]

    12. Mrz. 2007 | #

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