Mir war es ja schon immer klar, dass beim gegenwärtigen Antiraucherhype Tatsachen falsch dargestellt bzw Halbwahrheiten (oder gar Unwahrheiten) verbreitet werden. Nun schreibt Professor Beda M. Stadler, Universität Bern, Direktor des Instituts für Immunologie, im Standard einen Kommentar zum Thema, der wirklich lesenswert ist.
Laut Prof. Stadler wurden und werden seit dem Start der Kampagne gegen das Passivrauchen (USA 1993) Tatsachen bewusst verdreht. Hier ein Auszug aus dem Standard-Artikel:
“Nimmt man die Resultate dieser Studie ernst, ist das relative Risiko für Passivraucher, an Lungenkrebs zu sterben, gar ein Viertel geringer als für Nichtraucher.
Der Leiter der amerikanischen Gesundheitsbehörde zitiert diese Studie trotzdem hemmungslos, weil die Autoren behaupten, ein “kleiner” Effekt durch Passivrauchen könnte dennoch vorhanden sein, obwohl sie dazu keine Daten haben. Erstaunlich.”
In dem Zusammenhang ist es auch interessant, die Postings im Forum unter dem Artikel zu lesen. Beispielsweise kommt dort die Rede auf die angeblichen 79000 Passivrauch-Toten in der EU jährlich. Dazu schreibt ein Benutzer mit dem Nick ad vocem folgendes:
30.01.2007 22:08 – “Auf einen ersten raschen Blick scheint sie auf einen einzigen Beitrag zurückzugehen, nämlich auf Jamrozik K.: An estimate of deaths attributable to passive smoking in Europe. In: Smoke free Partnership. Lifting the smokescreen: 10 reasons for a smoke free Europe. Brussels, ERSJ Ltd, 2006; pp. 17–41
Dieser Artikel zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass er in keinem bekannten Journal publiziert und quasi nicht zitiert wurde, was in der scientific community zumindest schon mal als fragwürdig angesehen wird.
Wenn es eine derart fundamentale Erkenntnis ist, dann würde man anderes erwarten!
30.01.2007 22:58 – “Ich habe mal die wesentlichen Datenbanken mit citation indexing angeschaut mit dem Ergebnis, dass der genannte Artikel in der wissenschaftlichen Welt schlichtweg inexistenz zu sein scheint!
Was insofern nicht verwunderlich ist, weil er ja bloß ein einziges Mal publiziert wurde. Und das in einem – sagenwirmal vorsichtig – nicht soooo bekannten Medium!
Was jedoch umso mehr überrascht ist, dass die Kommission dennoch nicht müde wird, auf die Zahl 79.000 hinzuweisen und eine schlichte Google-Suche zu einer unüberschaubaren Liste an Quellen führt, die diese Zahl unhinterfragt als Tatsache hinstellen!”
Natürlich geht jetzt gleich das Geheul gegen Prof. Stadler los. Er sei doch Immunologe und kein Krebsspezialist und, Gott steh uns bei, ein Raucher. Es dürfte jedoch klar sein, dass er als Immunologe besser Statistiken und Studien lesen kann, wie beispielsweise ein Finanzexperte aus Zypern (Markos Kyprianou)
.