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20. Jan. 2007

China schießt einen alten Satelliten ab. Die Vereinigten Staaten übersenden daraufhin eine Protestnote, dass sie “um die friedliche Nutzung des Weltalls durch diesen Abschuss sehr besorgt seien”.
Vergleiche: Der Brandstifter sagt (allen Ernstes) zu einem Feuerwehrmann, er möge mit seinem Feuerwehrschlauch von der Flamme weggehen.
Amerika ist das erste Land, das den Weltraum für “kriegerische” (“militärisch” klingt so zivil) Zwecke nutzt. Das GPS-Satellitenprogramm ist nur für kriegerische Zwecke scharf. Für den bürgerlichen Nutzen wird es etwas verfälscht. Zu Kriegszeiten wird es sogar ganz herunter gefahren.
Amerika hat mit der kriegerischen Nutzung oder Vereinnahmung des Weltalls begonnen, indem es Kriegszwecke gegenüber Bürgerzwecken bevorrangte.
Jetzt gegen Länder, die sich eben dagegen wehren, aufzutreten, ist scheinheilig.
Natürlich hängen Amerikas Waffensysteme sehr an der Satellitensteuerung.
Aber was ist daran verwerflich, wenn sich China befähigt, ebensolche Satelliten abschießen zu können? Dass sie es – außer Kriegszeiten – machen, bezweifle ich.
Und wieder einmal sieht man, wie wichtig es ist, wenn Europa ein eigenständiges Satellitennetz, das ausschließlich bürgerlichen Zwecken dient, aufbaut: GALILEO.

3 Kommentare »

  1. TomSchaffer schreibt:

    da ist zwar was wahres dran, die feuerwehrmetapher hievt china aber ungerechtfertigterweise in eine retterrolle – so weit wollen wir dann doch nicht gehen, oder? ;)

    20. Jan. 2007 | #

  2. pauli schreibt:

    geb dir ja recht. Aber in der Schnelle ist mir nur die Feuerwehrmetapher eingefallen.
    Abgesehen davon kann man den Chinesen außenpolitisch aber eigentlich nichts vorwerfen (wenn man Tibet und Taiwan zur Innenpolitik zählt). Oder?

    21. Jan. 2007 | #

  3. TomSchaffer schreibt:

    *hust*? china ist etwa der grund warum es in unzähligen fällen keine, schwache oder stark verzögerte uno resolutionen gibt. (burma, sudan, nordkorea, iran…) die wirtschaftspolitik nach außen ist oft ein gigantischer raubbau (afrika…) etc. etc.

    von tibet und taiwan hast du ja schon gesprochen und wenn man angesichts dessen, dass es die ganze welt betrifft ihre umweltpolitik zur aussenpolitik zäht, ists da auch nicht gar so rücksichtsvoll.

    china ist ein staat mit einem mörderischen regime – schon besser als vor einigen jahrzehnten, aber immer noch in jeder form völlig inakzeptabel. da darf man sich nicht im berechtigten us-skeptizismu blenden lassen, dass da qualitativ noch welten dazwischen liegen.

    21. Jan. 2007 | #

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