Manchmal kommt längst Vergangenes unerwartet zutage und eröffnet dann Einblick in merkwürdige Gepflogenheiten. So ist heute diversen Zeitungen zu entnehmen, dass der Ex-BAWAG-Direktor Helmut Elsner im Zuge der Aufarbeitung des Atomic-Konkurses auch den damaligen Innenminister Karl Schlögl mehrmals kontaktiert hatte.
Der Bankdirektor habe dem Minister mehrmals geschrieben, um offenbar die polizeilichen Ermittlungen abzuwürgen. Dabei scheute er angeblich auch vor Dienstaufsichts-Beschwerden gegen die Ermittler nicht zurück. Als Elsner den Minister dann persönlich aufsuchte und ihm drohte, er würde in der SPÖ nichts mehr werden, wenn er seinem Wunsch nicht nachkommen würde, sei Minister Schlögl offenbar der Geduldsfaden gerissen. Er habe Elsner hochkant “hinausgeschmissen”.
Der Minister Karl Schlögl ist standhaft geblieben und die Ermittlungen gingen weiter. Das Verfahren wurde aber nach drei Jahren vom Gericht eingestellt. Hatte Elsner etwa beim Justizminister mehr Glück?
Merkwürdig ist bei dem Ganzen nur, dass Karl Schlögl danach in der SPÖ wirklich nichts mehr geworden ist. Natürlich hatte sich zu der Zeit gerade der ganz linke Flügel in der Partei durchgesetzt (Caspar Einem konnte gerade noch mit dem Kompromiss Alfred Gusenbauer verhindert werden) und da war für Karl Schlögl, der ja der Vranitzky-Partie zugerechnet wurde, kein Platz mehr (sehr schade übrigens…). Dennoch hat die Sache nun nach dem Bekanntwerden der Elsner-Drohung einen schalen Beigeschmack…