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25. Jan. 2007

Es ist himmelschreiend, was uns die bauernschlauen Geschäftemacher der Gesundheitsfraktion einreden wollen. Jetzt wurde eine Studie präsentiert, wonach jeder vierte Österreicher (25 %) an der Lungenkrankheit COPD leiden würde. Na habedere, ein bisschen dick aufgetragen haben sie jetzt aber schon, die Antirauchkrieger.

Zunächst sollte man sich als neutraler Beobachter (der ich in dieser Sache nicht bin) immer ansehen, woher eine Studie kommt. Diese hier wurde angeblich von der Salzburger Universitätsklinik für Pneumologie unter der Leitung von Professor Michael Studnicka erschaffen. Aha, Salzburg also! Ist das nicht die Provinz der walkürischen Antirauchkriegerin Gabi Burgstaller? Prof Studnicka, selber im Raucherabwehrkampf fanatisch engagiert, ist zusätzlich (wie jeder im Gesundheitsbereich Tätige) von der Landeshauptfrau abhängig. Und jetzt wollen sie uns einreden, dass das eine unvoreingenommene, rein wissenschaftlich erstellte Studie wäre. Für wie blöd halten diese Leute die Österreicher eigentlich?

Außerdem müssten einem, so die Studie nur annähernd stimmt, täglich haufenweise Lungenkranke über den Weg laufen. Interessanterweise ist das aber nicht der Fall. Ich persönlich kenne überhaupt niemanden, der diese Krankheit hat.

Laut Wikipedia ist COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Krankheiten, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot bei Belastung gekennzeichnet sind. In erster Linie seien die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem zu nennen. Nun ist schon klar, dass Rauchen ungesund ist und neben anderen Krankheiten auch COPD fördern kann. Aber das Rauchen als alleinige Ursache von COPD hinzustellen, wie es Prof Michael Studnick “wissenschaftlich” durchklingen lässt, ist schon ein starkes Stück.

Außerdem hat der Professor in seinem Eifer noch vergessen, zu erklären, warum die Anzahl der COPD-Erkrankungen trotz stagnierendem Zigarettenkonsums so stark ansteigt, obwohl doch das Rauchen (Passivrauchen) seiner Meinung nach die Ursache der Erkrankung ist….

Früher sind wir durch Asbest gestorben, später an Hautkrebs und jetzt eben an Passivrauchen. Habe ich was vergessen? ;)

9 Kommentare »

  1. trigor schreibt:

    Du hast was vergessen. Letzten Sommer wurde die Feinstaubbelastung, verursacht durch den Strassenverkehr als DER Krebsereger durch die Medien geschleift. Bei all den Studien und Statistiken würden mich zwei Sachen mal brennend interessieren:

    1. Wenn wir all die Statistiken der Verschiedenen Anti-irgendwas Bewegungen zusammen zählen würden… würde diese Zahl mit der der realen Krebserkrankungen übereinstimmen?

    2. Wie können die Wissenschaftler erkennen, ob ein Lungenkrebs vom Feinstaub, vom Passivrauchen bzw. vom Rauchen oder gar noch nicht bekannten Faktoren verursacht wurde?

    Klar: Rauchen ist ungesund und Autofahren umweltschädlich. Aber meines erachtens werden die Krebsstatistiken einfach mal so ausgeschlachtet, dass diese zu der Meinung desser passt, die diese erstellen. Eine Seriöse erhebung welcher Faktor wieviel Krebserkrankungen verursacht ist nicht möglich.

    Ich rauche aber fahre kein Auto. Trotzdem “leide” ich unter der Feinstaubbelastung. Wenn alle nichtraucher jetzt verlangen, dass ich in jedem öffentlichen Raum auf sie Rücksicht nehme indem ich da nicht mehr rauche, müssten es diese eigentlich in Zukunft unterlassen auf öffentlichen Strassen zu Fahren…. also… Schlüssel abgeben… ;-)

    30. Jan. 2007 | #

  2. kritikus schreibt:

    Zunächst willkommen bei kritikus.at.

    zu Pkt 1) Das kann ich mir nicht vorstellen. Würde sich wirklich jemand die Mühe machen, das aufzusummieren und gegenüberzustellen, dann würde vielen ein Licht aufgehen :) – deshalb wird das auch nicht passieren.

    zu Pkt 2) Das würde mich auch brennend interessieren. Die Ursache von Krebs ist ja überhaupt noch nicht bekannt. Die Krankheit kann aber von vielen, nein sehr vielen, Stoffen und Belastungen ausgelöst werden. Das Rauchen ist dabei ein Auslöser von vielen. An diesem einen Auslöser einen Großteil des Krebsgeschehens aufzuhängen ist schon ein starkes Stück. Normalerweise müsste bei so einer volksschülerhaften Vereinfachung die Ärzteschaft aufschreien…

    30. Jan. 2007 | #

  3. wilf schreibt:

    Lieber Kritikus,

    In der Studie heisst es: “… jeder vierte über 40 …”
    Was in der Überschrift auf: “Jeder vierte Österreicher COPD-krank” verkürzt wurde. (siehe http://www.meduniqa.at/3907.0.html)

    Das ist natürlich ein grosser Unterschied.
    Ausserdem hat ja nicht jeder dieser Erkrankten COPD im Endstadium. Beschäftigt man sich ein wenig mit dem Krankheitsbild, dann kann man nachlesen, dass COPD eine schleichende Krankheit ist, die zuerst in einer milden Form beginnt und dann zum Tode führen kann. Was ein langer aber sicher kein angenehmer Weg ist.

    Interpretiert man diese Zahlen so, dann müssen sie keineswegs übertrieben sein.

    “Ich persönlich kenne überhaupt niemanden, der diese Krankheit hat.”
    Wie auch der Berichterstattung über die Studie zu entnehmen ist, wird die COPD oft nicht richtig diagnostiziert.

    “Früher sind wir durch Asbest gestorben, später an Hautkrebs und jetzt eben an Passivrauchen. Habe ich was vergessen?”
    Diese Aussage ist weder dem sehr ernsten Thema angemessen, noch sonderlich gehaltvoll.

    8. Mrz. 2007 | #

  4. wilf schreibt:

    Während ich nochmals deinen Absatz lese:
    “Außerdem müssten einem, so die Studie nur annähernd stimmt, täglich haufenweise Lungenkranke über den Weg laufen. Interessanterweise ist das aber nicht der Fall. Ich persönlich kenne überhaupt niemanden, der diese Krankheit hat.”

    sehe ich welche Google-Werbungen oben eingeblendet werden:

    Zigaretten und dein Alter
    Teste wie alt du als Raucher wirst. Berechne deine Lebensprognose.
    LifePrognose.com/Rauchen

    Rauchfrei – Die Spritze
    Die Raucherspritze hilft Ihnen das Rauchen aufzugeben! Mit Erfolg
    http://www.rauchfrei-spritze.de

    Asthma bronchiale?
    Patienten mit allergischem Asthma für Medikamentenstudie gesucht.
    http://www.klinischestudien.novartis.de

    Chronische Bronchitis
    Ursachen verstehen und behandeln Ambulante Arztkonsultation 145,00 €
    http://www.ayurveda-badems.de/heilanzeigen

    Chronische Bronchitis gilt als Vorform der COPD. Anscheinend besteht also eine Nachfrage.

    8. Mrz. 2007 | #

  5. kritikus schreibt:

    Es scheint, als ob ich tatsächlich hier einem “Aufmacher” auf den Leim gegangen bin. Dann werden es wahrscheinlich so um die 10 % der Gesamtbevölkerung sein – immer noch genug.

    Es sagt aber schon viel über die Gesundheitslobby aus, wenn man sich einer so reisserischen Titelaufmachung bedienen muss. Das macht schon auch den Eindruck, dass diverse Modekrankheiten herbei gesehnt/geredet/bewiesen werden. Dass das ein gutes Geschäft ist, beweisen ja die vielen, immer mehr werdenden, Werbeeinschaltungen im Gesundheitsbereich.

    Früher sagte man, jemand sei “kurzatmig”. Meistens waren das übergewichtige Leute, die sich nahezu überhaupt nicht bewegt haben (Ausnahmen gab es natürlich – Leuten die diese als logisch erscheinenden Anzeichen nicht hatten, attestierte man, lungenkrank zu sein). An und für sich war der Volksmund gar nicht so blöd. Jeder Muskel verkümmert, wenn er nicht bewegt wird (siehe Gipsverband – da geht das ganz schnell) und warum sollte das bei der Lunge nicht auch so sein.

    Ich bin der letzte, der sagen möchte, dass Rauchen gesund ist. Ich werde aber nicht müde werden, zu sagen, dass das Rauchen nicht der alles vernichtende Krankheitsteufel ist, als der es hingestellt wird. Das Rauchen ist nur ein, die Gesundheit schädigender, Faktor von vielen…

    9. Mrz. 2007 | #

  6. Raucherhatz schreibt:

    Halali zur großen Raucherhatz:

    HER MIT DEM RAUCHEREURO!

    Das ist kein weiterer Aufruf zur Toleranz! Im Gegenteil: Das ist ein Aufruf zur Raucherhatz! Die Nichtraucher sollten endlich aktiv zurückschlagen, anstatt sich von der Nikotinlobby weiterhin schädigen und als Draufgabe noch verhöhnen zu lassen! Der Begriff Toleranz wird in letzter Zeit häufig missbraucht. Wer sich wehrt, weil er sich nicht weiter selchen lassen will, gilt als intolerant und erhält den guten Rat, zu Hause zu bleiben, wenn ihm was nicht passt. Bewährtes Motto: Schuld sind die Opfer und nicht die Täter.

    Wir wissen, was die Raucher-Folgeschäden kosten. Man hat mit Warnhinweisen auf den Zigarettenpackungen versucht, die uneinsichtigen Raucher wachzurütteln. Effekt: Null. Doch Raucher schädigen nicht nur sich selbst, sondern auch alle Anderen, die zwangsweise mitrauchen müssen. Es ist hoch an der Zeit, es nicht mit Appellen an die Toleranz bewenden zu lassen, sondern Taten zum Nichtraucherschutz zu setzen. Zum Beispiel: Einen Rauchereuro einzuführen. Jeder Raucher sollte mehr Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Die maroden Krankenkassen könnten es brauchen, sie müssen ja auch für die Folgeschäden der Nikotinsucht aufkommen – auch bei den Passivrauchern!

    Eine interessante Frage: Wie viele Raucher würden sich offiziell zu ihrer Sucht bekennen, wenn sie dafür brennen müssten? Mit einer Meldepflicht durch Ärzte wäre es nicht getan. Man müsste wahrscheinlich mit dem erbärmlichen – pfui gack! –, aber bewährten Naderertum nachhelfen: Jeden Raucher fotografieren und auf eine europäische Internet-Plattform stellen – die Fotohandys machen es möglich! -, zusammen mit der Frage: Hat er/sie den Rauchereuro bezahlt? Vorlaussetzung wäre eine rechtliche Grundlage, um diesen Obolus europaweit einzutreiben. Die Antwort auf diese „Zumutung“ liegt auf der Hand. Sie lautet: Wo bleibt die Toleranz.

    18. Jan. 2008 | #

  7. kritikus schreibt:

    Man kennt die Raucherkosten, zumindest wenn man dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger glauben kann. Die beziffern die zusätzlichen Kosten für das Gesundheitssystem durch das Rauchen mit etwa 2 Milliarden Euro. Ich bin zwar eher einer, der von solchen Statistiken nicht so schnell überzeugt ist, bin mir aber sicher, dass gerade die Krankenkassen hier nicht untertreiben. Die müssen ja ihre Defizite rechtfertigen und nichts wäre heuzutage leichter, als die Kosten auf die Raucher zu schieben.
    Rechnet man nun aber alles zusammen, was beim Verkauf von Tabakwaren für den Staat herausspringt (Tabaksteuer, MWSt) dann kommt man etwa auf die gleiche Summe.
    Das heißt dann wohl, dass Raucher im schlimmsten Falle kostenneutral sind. Ich selber meine, dem Staat bleibt netto noch was über… ;)

    19. Jan. 2008 | #

  8. Sallihamidzic schreibt:

    Guten Tag,

    Bekanntlicherweise sterben Raucher früher als Nichtraucher, somit verhindern sie sich selbst die Möglichkeit ihre eingezahlte Penison zu beziehen. Ich finde das Kostenthema wird teilweise nicht richtig durchdacht. Stellen wir uns vor alles was “Gesundheitskosten” verursacht wird mit solchen Was-auch-immer-EUROS besteuert. Dann wird das Leben wahrscheinlich keinen Spaß mehr machen, denn die guten Dinge, die Spaß machen werden unerschwinglich. Nicht nur der Raucher, auch der der gerne einmal ein Bier oder zwei, vielleicht auch zuviel, trinkt, der Genießer beim Wirt, der den Schweinsbraten isst (Thema Fettsteuer) werden zur Kasse gebeten, da ja diese Dinge bekanntlicherweise – natürlich in Abhängigkeit der jeweiligen Studien – ungesund sind. Soll dann auch noch von jedem der Skifahren geht ein Risiko-Euro eingehoben werden, denn die Behandlungskosten – aber auch die Krankenstandskosten – der Verunfallten verursachen auch finanziellen und volkswirtschaftlichen Schaden. Durchzuspielen ist das Thema mit allem was Spaß macht und eventuell ungesund ist. Endeffekt dieser Thematik ist, dass man sich das Recht, Rauchen, fett Essen, Alkohol trinken usw. erkaufen kann.

    mit bestem Gruß

    22. Jan. 2008 | #

  9. kritikus schreibt:

    Hallo bei kritikus.at!

    Meine Rede, mit dem Kosten-Argument könnte man alles verbieten und ich glaube, das hat man auch vor. Nach der Erledigung der Raucher werden die Verbotsfetischisten ein neues Ziel auswählen. Sie können nicht anders, nicht wenige von ihnen leben davon….

    22. Jan. 2008 | #

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