Seiten

Kategorien

Archive

Meta

Schlagwörter

Ärztekammer ÖBB ÖVP Übergewicht bawag Die Grünen Donnerbauer EU EU-Parlament Experten FPÖ Hirt Internetsperren Jarolim Komasaufen Nova Rock Obama ORF Rauchen Schwarzenegger Selbstbehalt SPÖ Vorsorge

Links

20. Feb. 2007

Unsere Gesundheitsministerin hat es sich auf die Fahnen geschrieben, gegen den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen vorzugehen. “Komasaufen” ist als Schlagwort ziemlich in, es scheint fast so, als ob die Jugendlichen ansonsten nichts zu tun hätten.

Diverse Studien und Umfragen ergeben laufend, dass das Einstiegsalter bei der “Droge Alkohol” immer niedriger wird. Auch berichten die Krankenhäuser, dass die Zahl der mit Alkohlvergiftung eingelieferten Jugendlichen immer mehr ansteigt.

Natürlich könnte man das alles auch relativieren. Es würde sich nämlich die Frage stellen, auf welche Vergleichsmöglichkeiten diese Studien und Umfragen zurückgreifen. Wie ich aus meiner Kindheit weiß, haben wir uns damals einen Sport daraus gemacht, unbemerkt aus dem Weinglas des Vaters zu trinken. Wären wir damals danach gefragt worden, und hätten wir uns das zuzugeben getraut, dann wäre das durchschnittliche Einstiegsalter wohl um die 5 – 7 Jahre gewesen. Es hat aber niemand gefragt. Später dann, im jugendlichen Alter, ist zwar viel gesoffen worden, aber Alkohlvergiftungen gab es dennoch nicht. Es war nämlich niemand da, der das festgestellt hätte. Die “Leichen” wurden von Freunden nach Hause und von den Eltern ins Bett gebracht. Alkoholvergiftung hat es nicht gegeben, das hat “Vollrausch” geheißen und den konnte man ausschlafen. Wir haben damals Wein und Bier (meistens Wein, nahezu jedes Haus im Ort hatte einen Weinkeller) getrunken, denn Schnaps im Gasthaus oder der Disko war zu teuer. Der Weg zum Vollrausch mit Bier und Wein ist aber ein längerer und mehrmaliges Kotzen musste dabei meistens in Kauf genommen werden. Trotzdem haben viele das Ziel erreicht, weil Leistungssaufen gab es halt damals auch schon.

Eines hat sich aber doch im Laufe der Zeit geändert. Hochprozentiges (es wird sogar Absinth mit ca 80 % Alkohol verkauft) ist im Vergleich weit billiger, wodurch der Vollrausch (natürlich auch das Koma) viel schneller erreichbar ist. Zudem leben einige Jugendliche ihren Rausch voll in der Öffentlichkeit aus (das hätten wir uns damals nie getraut), wodurch das Thema überproportional Gewicht bekommt. Ich bin mir aber dennoch sicher, dass das Alkoholproblem der Jugend jetzt kleiner ist, als es vor 25 bis 30 Jahren war.

Das Ansinnen der Gesundheitsministerin ist dennoch lobenswert. Um gegen das Komasaufen etwas zu unternehmen, wird es aber nichts bringen, nur die Gastronomie in die Pflicht zu nehmen (mit wenigen Ausnahmen >> klicken und ganz runter scrollen). Es weiß jeder, der mit offenen Augen durchs Leben geht, dass von Jugendlichen die Unmengen nicht in der Disko gesoffen werden (das ist noch immer zu teuer), sondern davor auf dem Parkplatz oder im DIBU. Im Supermarkt müsste man deshalb ansetzen. Vielleicht erkennt jetzt auch mal jemand, dass die in einigen Bundesländern erst vor wenigen Jahren erfolgte Anpassung des Jugendschutzgesetzes – Herabsetzung des Erwerbsalters für Spirituosen von 18 auf 16 Jahre – ein vollkommener Unsinn war…

11 Kommentare »

  1. Komasaufen…. at Incolour.at schreibt:

    [...] Beitrag “Komsaufen” [...]

    21. Feb. 2007 | #

  2. AustrianGuy schreibt:

    Mag der Spamfilter hier keine Smilies ?

    23. Feb. 2007 | #

  3. kritikus.at » Blog Archiv » Verantwortung der Eltern schreibt:

    [...] Wer, bitte schön, nimmt sich Politiker zum Vorbild für irgendwas? Und was sollte ein Glas Wein/Sekt/Bier/Schnaps, von Prominenten in der Öffentlichkeit getrunken, mit dem Komasaufen gemeinsam haben? Oder meint Herr Pandi etwa, dass sich ein Großteil der Eltern regelmäßig in Gegenwart der Kinder zu Haus zusäuft? [...]

    6. Mai. 2007 | #

  4. kritikus.at » Blog Archiv » Gegen den Saufkoma-Strom schreibt:

    [...] Es ist kommt zwar selten vor, ist aber schön, dass man von der Politik auch positiv überrascht wird. Da tritt im Zuge der Komasaufen-Diskussion die SPÖ-Abgeordnete Laura Rudas vor und behauptet, das Problem wäre “aufgebauscht”. Gott stehe ihr bei, das ist ja komplett gegen den Mainstream… [...]

    12. Mai. 2007 | #

  5. kritikus.at » Blog Archiv » Veltliner gegen Depressionen schreibt:

    [...] Es wäre nicht schlecht, wenn jetzt einmal jemand bei der ÖWM, die ja großteils mit öffentlichem Geld arbeitet (zahlen ja alle Winzer und gewiss auch die öffentliche Hand dort ein), nachschauen würde, ob da noch alles rund läuft. Jedenfalls aber müssen die einen kreativen Notstand dort haben, wenn ihnen in Zeiten von Komasaufen- und Raucherhysterie so ein Spot einfällt [...]

    20. Mai. 2007 | #

  6. kritikus.at » Blog Archiv » Alois Stöger - ein Kassen-”Freidenker” schreibt:

    [...] An und für sich sollte es sich ja schon herumgesprochen haben, dass das “Komatrinken” ein aufgepuschter Medienhype ist und es das schon jahrelang (wahrscheinlich schon jahrzehntelang) in etwa der gleichen Intensität gegeben hat. Erst kürzlich ist das durch das statistische Zentralamt mit Zahlen bestätigt worden. Der Obmann der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse, Alois Stöger, dürfte das aber noch immer nicht überringelt haben. [...]

    9. Aug. 2007 | #

  7. kritikus.at » Blog Archiv » Alltag an der Koma-Saufen-Front schreibt:

    [...] Es geht ja was weiter an der breiten Front gegen das Komatrinken. Im Gesundheitsministerium geht es mit den neuen Sauflizenzen gut voran und der Chef der OÖGKK durfte seine Schnapsidee auch ungestraft ablassen. [...]

    12. Aug. 2007 | #

  8. kritikus.at » Blog Archiv » Jugendliche als Agent Provocateur? schreibt:

    [...] Ein wenig übertreiben unsere deutschen Freunde da schon. Ihre Familienministerin hat nämlich vollkommen recht, wenn sie sagt, nur so könne der “zahnlose Tiger Jugendgesetz endlich ein scharfes Gebiss” bekommen. Dass man die schwarzen Schafe unter den Händlern, die gar nicht so wenig sein dürften, anders nicht packen kann, sollte sich schon herumgesprochen haben – in Deutschland wie in Österreich. Oder hat sich etwa nach der Komasaufen-Hysterie irgend etwas geändert? [...]

    14. Okt. 2007 | #

  9. kritikus.at » Blog Archiv » Saufen bei der Arbeit schreibt:

    [...] Durch die Komasaufen-Diskussion ist der Alkohol stark in den öffentlichen Blickpunkt geraten. In der heutigen Presse wird dazu von einer merkwürdigen Tatsache berichtet: Alkoholkranke können vom Arbeitgeber nicht entlassen werden, auch wenn sie Betrunken zur Arbeit erscheinen oder sich während der Arbeit besaufen. [...]

    20. Nov. 2007 | #

  10. kritikus.at » Blog Archiv » Neue Forderung: Nichtlacherschutz schreibt:

    [...] Der Mann weiß, worum es wirklich geht, wenngleich ich glaube, dass er der Zeit voraus ist. Der missionarische Kampf gegen das Lachen – selbstverständlich nur zum Zwecke des Schutzes vor dem Passivlachen – kommt erst viel später dran. Zunächst wird es gegen die Übergewichtigen gehen, wofür es bestimmt schon fertige Strategien gibt (natürlich wirklich geheim und nicht so leicht aus der Aktentasche eines Parteiobmannes zu fladern… ). Nach den Dicken kommen die Alkoholtrinker an die Reihe (das Komatrinken wurde ja als Vorleistung derweil schon erfunden ). Und dann…., danach…. und frühestens dann erst der Krieg gegen das Lachen… [...]

    22. Mrz. 2008 | #

  11. Preussenkids» Blog Archive » Komasaufen schreibt:

    [...] gefunden bei kritikus.at [...]

    1. Apr. 2008 | #

Kommentar schreiben

Bitte den Sicherheitscode in die Textbox schreiben

RSS-Feed für diese Kommentare. | TrackBack URI