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24. Feb. 2007

Gestern flatterte mit der Post ein (unbestelltes) “News”-Exemplar bei mir rein. Beim Weglegen fiel mir auf, dass auf der Titelseite ein Anti-Rauch Medikament vorgestellt (beworben?) wird.

Weil mich grundsätzlich alles interessiert, was mit Rauchen zu tun hat, habe ich dann da mal reingelesen. “Nie mehr Rauchen” steht auf der Titelseite und “Rauchfrei dank Pille” als Überschrift so groß, dass es kaum auf einer Seite Platz hat. Champix heißt das Medikament, es wirkt im Gehirn und enthält kein Nikotin. Empfohlen wird eine Einnahmedauer von 12 Wochen. Zur “Minimierung der Rückfallsquote” kann die Einnahme auch auf 24 Wochen verlängert werden, was dann ca 840.- € Kosten – nur für das Medikament – ausmacht.

Nun ist es aber so, dass Suchtexperten meistens sagen, ein von einer Sucht Geheilter müsse Zeit seines Lebens an sich arbeiten bzw mit sich kämpfen, um nicht Rückfällig zu werden. “Eine echte Heilung gibt es nicht”, sagt etwa der Drogenarzt Hans Haltmayer – siehe Presse

Wie geht das aber nun zusammen? Die einen versprechen in 6 Monaten um 840.- € die Befreiung von der Sucht und andere sagen, dass es eine Suchtheilung überhaupt nicht gibt. Nüchtern betrachtet scheint es so, als ob hier wieder einmal eine bauernschlaue Firma mit der Dummheit von Menschen (hier halt von Rauchern) ein fettes Geschäft machen will und höchstwahrscheinlich auch machen wird…

4 Kommentare »

  1. drmrath schreibt:

    Keine Frage, dass Pfizer mit dem Präparat Champix ein fettes Geschäft machen wird, dennoch ist anzumerken, dass nach den bisherigen Tests eine Rückfallquote von “bloß” 50 % gegeben ist. Diese ist weitaus geringer als bei anderen Methoden.
    Ich weiß aus eigener Erfahrung -weil selbst nach 4 1/2 rauchfreien Jahren rückfällig geworden- dass ein Nikotinsüchtiger sein Leben lang kämpfen muss, dennoch finde ich es keineswegs als dumm rund 140,– € pro Monat zu investieren. Ein wirklich Süchtiger raucht zumindest 20-30 Zigaretten pro Tag, nehme ich den Mittelwert von 25 Stück an, so kostet das rund 5 € täglich, daher im Monat etwa 150 €. Finanziell steigt man also pari aus. Dafür hat man die -wenn die Rückfallsquote stimmt- nicht unerhebliche Chance auf Dauer auszusteigen; selbst wenn man zu den Rückfälligen gehört, hat man eine gewisse Zeit nichts geraucht, was für die Gesundheit sicherlich kein Nachteil ist. Was daran dumm sein soll, liegt für mich im Dunkeln.

    27. Feb. 2007 | #

  2. kritikus schreibt:

    Sie wissen das und ich auch. Viele lesen aber fast nur Überschriften und da steht halt über eine ganze Seite “Rauchfrei dank Pille”. Das, und die “Erfolgsberichte” implizieren halt einen hundertprozentigen Erfolg. Die im normalen Text untergebrachten Informationen lesen dann ja wenige – darauf baut ja die Werbung.

    Eine Rückfallsquote von 50 % ist sicher schön, wenn auch nicht einmalig (siehe zB hier >>). Wenn man aber diese Erfolgsquote in Relation zur Rückfallsquote ohne Medikament setzt, ist der Prozentsatz schon nicht mehr so hoch…

    27. Feb. 2007 | #

  3. kritikus.at » Blog Archiv » Billiger - teurer - Lobbying? schreibt:

    [...] Auf den ersten Blick fällt mir auf, dass die Studie des IHS genau von dem Pharma-Konzern in Auftrag gegeben wurde, der sich mit Anti-Rauch-Kaugummi und Anti-Rauch-Pille krumm und bucklig verdient. Könnte es nicht sein, dass dieser Konzern mit den Anti-Rauch-Produkten noch mehr verdienen will und sich deshalb eine Studie gekauft hat? Kann sicher nicht so sein, denn dann würde das IHS ja “wissenschaftliches” Lobbying betreiben… [...]

    10. Apr. 2008 | #

  4. kritikus.at » Blog Archiv » Neue Krankheit schreibt:

    [...] Natürlich sind die Ärzte bei ihrer Forderung nicht alleine. Auch die Pharmaindustrie, der die Ärzteschaft zum allergrößten Teil ja aus der Hand frisst, hat eine wirtschaftliches Interesse an einer Krankheit Rauchen. Was man da alles auf Regimentskosten verkaufen könnte - Champix auf Krankenschein. Herz, was willst du mehr… [...]

    27. Sep. 2008 | #

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