Nach dem Plan von Wirtshaftsminister Martin Bartenstein sollen ab 1. April des heurigen Jahres 800 Facharbeiter (Schweißer, Dreher, Fräser) ins Land geholt werden, weil es hier angeblich einen starken Mangel an diesen Arbeitskräften gibt.
Zunächst muss man hier anmerken, dass es einem bei den hierortigen Arbeitslosenzahlen und der hohen Zahl der AMS-Schulungen schon merkwürdig anmutet, wenn von einem Facharbeitermangel gesprochen wird. Vielleicht ist ja gar kein Mangel vorhanden, vielleicht hat die Industriellenvereinigung nur Angst, dass es irgendwann zu einem Mangel kommen und ein solcher, der Himmel möge uns beistehen, zu höheren Löhnen führen könnte. Vielleicht will man aber auch nur das Lohnniveau auf dem niedrigst möglichen Stand absichern (geht ja bekanntlich gut mit einem Überangebot an Arbeitskräften).
Früher hat es in Österreich tatsächlich einmal einen Arbeitsmarkt gegeben. Damals hat man in Berufen, die belastend waren, mehr verdient, als in anderen. Auch wurde mehr Lohn bezahlt, wenn in einer Sparte zu wenige Arbeiter, aus welchen Gründen immer, vorhanden waren. Das hat teilweise auch ohne Sozialpartner ganz gut funktioniert. Wenn eine Firma dringend ein paar Schweißer brauchte, wurden diese mit gutem Gehalt angeworben und beide – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – waren zufrieden. Aber das war früher, jetzt werden einfach Arbeitskräfte aus dem Ausland, die um jeden Preis (ist ja immer noch ein Vielfaches dessen, was sie zu Hause verdienen würden) arbeiten, jederzeit verfügbar und zudem mit allen Bedingungen einverstanden sind. Deshalb wird es bald denkunmöglich sein, über dem Kollektivvertrag bezahlt zu werden…
Positiv erwähnenswert ist bei der Sache auch unser Bundeskanzler. Ihm passt das Ansinnen vom Wirtschaftsminister nicht. Er möchte durch richtige (nicht Wischi-Waschi-Computerkurse zum Homepagedesigner etc) Umschulungsmaßnahmen und einer “Mobilitätsprämie” die fehlenden Arbeiter bereitstellen. Ob das durchführbar ist weiß ich natürlich auch nicht, klingen tut es aber sehr vernünftig. Leider hat der Kanzler dank seiner Freunde (allen voran der steirische Eierspezialist und die oberösterreichische Hochintelligenz
) nicht sehr viel Gewicht in der Regierung und man braucht wahrscheinlich nur einen Versuch, um zu erraten, wie die Sache ausgehen wird…
Tja, ähnlich wie bei den Lehrern.
Vor 20 Jahren war es en vogue Lehrer zu werden, dann gabs Wartelisten mit mehreren tausend Wartenden…
Nachdem sich das rumgesprochen hat (und dementsprechend weniger diese Karriere anstrebten), fehlten dann wieder Lehrer.
Nachdem dann wieder Lehrer “zwangsrekrutiert” wurden – und auch in Schulen massiv Werbung für den Lehrberuf gemacht wurde – gabs dann wieder zu viele.
Es gibt halt ein paar Zyklen die ÜBER eine Legislaturperiode gehen. Irgendwie vermisse ich eine Masterplan in unserer Politik der LÄNGER als vier Jahre geht …
25. Feb. 2007 | #
Der Sicherheitscode (beim Posten) ist eine gute Idee
25. Feb. 2007 | #