Wir sind zwar ein kleines Land, können aber offenbar auf technischem Gebiet Großes leisten. Besonders im Waffenbereich haben wir zwei Firmen als Aushängeschilde – Glock und Steyr. Gerade diese Firmen sehen sich nun großem Druck ausgesetzt, weil sie ihre Produkte auch verkaufen.
Da haben die Amerikaner im Irak 100 Scharfschützengewehre, angeblich Steyr HS50 (ein mächtiges Gerät, dass auf 2000 m genau schießt und alles durchschlägt, was Gott verboten hat…), die vor ein paar Jahren in den Iran für Polizeizwecke verkauft worden sind, gefunden. Gleich, nachdem die Nachricht um die Welt ging, war bei uns der Teufel los. Peter Pilz, selbsternannter Aufdecker der Nation, sprach gleich von einem Skandal, weil der Export von 800 Gewehren an den Iran genehmigt worden war. Von Steyr verlautet, dass nur 100 Waffen geliefert worden wären und dass es sich bei den gefundenen Gewehren vermutlich um Nachbauten handeln würde. Das klingt eigentlich glaubwürdig, weil es wird ja wohl nicht exakt die ganze Lieferung in den Irak gelangt und eingelagert worden sein.
Außerdem sind die Amerikaner in der Sache ja sicherlich nicht so ganz Objektiv – und zwar nicht wegen dem Krieg, den sie dort immer noch führen. Eher deshalb, weil die Firma Steyr der amerikanischen Waffenlobby schon lange ein Dorn im Auge ist. Dorthin wo Steyr beispielsweise das Sturmgewehr AUG verkauft, würden die Amerikaner ganz gerne ihr M16 auch verkaufen. Und dass die USA nicht innerhalb von 24 Stunden festellen kann, ob eine gefundene Waffe ein Nachbau ist oder nicht, wird wohl wirklich niemand ernsthaft glauben wollen.
Aber egal wie es ausgeht, der Peter Pilz hat ja schon den nächsten “Skandal” parat. Da hat doch glatt die Firma Glock 30.000 Pistolen in den Irak verkauft – als Bewaffnung für die dort gerade neu aufgestellte Polizei. Wo da der Skandal sein soll, ist mir unerklärlich. Dieser Waffendeal ist zweifellos nicht nur von unseren Behörden geprüft worden, sondern auch von den Amerikanern selber. Die werden die Waffen wohl auch höchstselbst an die örtliche Polizei verteilt haben – anderes wäre nur sehr schwer vorstellbar. Was würde Peter Pilz für eine Bewaffung der irakischen Polizei vorschlagen – Wattekugeln vielleicht? Die Glock-Pistole ist nunmal die beste Polizeiwaffe und Leuten, die zu Duzenden umgebracht werden, sollte man die beste Bewaffnung gönnen – auch wenn´s ideologisch nicht passt.
Mir ist schon klar, dass man über Waffenproduktion diskutieren kann. Tatsache ist aber, dass diese in Österreich nicht verboten ist und somit auch Waffen verkauft werden müssen. Politiker, die sonst nichts machen, als Skandale herbeizureden, werden keine gangbaren Wege aus der Waffenproduktion finden. Es schaut fast so aus, als ob sie das auch gar nicht wollten – denn dann gibt es ja keine derartigen Skandale mehr und man gerät in Gefahr, arbeitslos oder – noch schlimmer – uninteressant zu werden…