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16. Feb. 2007

Wir sind zwar ein kleines Land, können aber offenbar auf technischem Gebiet Großes leisten. Besonders im Waffenbereich haben wir zwei Firmen als Aushängeschilde – Glock und Steyr. Gerade diese Firmen sehen sich nun großem Druck ausgesetzt, weil sie ihre Produkte auch verkaufen.

Da haben die Amerikaner im Irak 100 Scharfschützengewehre, angeblich Steyr HS50 (ein mächtiges Gerät, dass auf 2000 m genau schießt und alles durchschlägt, was Gott verboten hat…), die vor ein paar Jahren in den Iran für Polizeizwecke verkauft worden sind, gefunden. Gleich, nachdem die Nachricht um die Welt ging, war bei uns der Teufel los. Peter Pilz, selbsternannter Aufdecker der Nation, sprach gleich von einem Skandal, weil der Export von 800 Gewehren an den Iran genehmigt worden war. Von Steyr verlautet, dass nur 100 Waffen geliefert worden wären und dass es sich bei den gefundenen Gewehren vermutlich um Nachbauten handeln würde. Das klingt eigentlich glaubwürdig, weil es wird ja wohl nicht exakt die ganze Lieferung in den Irak gelangt und eingelagert worden sein.

Außerdem sind die Amerikaner in der Sache ja sicherlich nicht so ganz Objektiv – und zwar nicht wegen dem Krieg, den sie dort immer noch führen. Eher deshalb, weil die Firma Steyr der amerikanischen Waffenlobby schon lange ein Dorn im Auge ist. Dorthin wo Steyr beispielsweise das Sturmgewehr AUG verkauft, würden die Amerikaner ganz gerne ihr M16 auch verkaufen. Und dass die USA nicht innerhalb von 24 Stunden festellen kann, ob eine gefundene Waffe ein Nachbau ist oder nicht, wird wohl wirklich niemand ernsthaft glauben wollen.

Aber egal wie es ausgeht, der Peter Pilz hat ja schon den nächsten “Skandal” parat. Da hat doch glatt die Firma Glock 30.000 Pistolen in den Irak verkauft – als Bewaffnung für die dort gerade neu aufgestellte Polizei. Wo da der Skandal sein soll, ist mir unerklärlich. Dieser Waffendeal ist zweifellos nicht nur von unseren Behörden geprüft worden, sondern auch von den Amerikanern selber. Die werden die Waffen wohl auch höchstselbst an die örtliche Polizei verteilt haben – anderes wäre nur sehr schwer vorstellbar. Was würde Peter Pilz für eine Bewaffung der irakischen Polizei vorschlagen – Wattekugeln vielleicht? Die Glock-Pistole ist nunmal die beste Polizeiwaffe und Leuten, die zu Duzenden umgebracht werden, sollte man die beste Bewaffnung gönnen – auch wenn´s ideologisch nicht passt.

Mir ist schon klar, dass man über Waffenproduktion diskutieren kann. Tatsache ist aber, dass diese in Österreich nicht verboten ist und somit auch Waffen verkauft werden müssen. Politiker, die sonst nichts machen, als Skandale herbeizureden, werden keine gangbaren Wege aus der Waffenproduktion finden. Es schaut fast so aus, als ob sie das auch gar nicht wollten – denn dann gibt es ja keine derartigen Skandale mehr und man gerät in Gefahr, arbeitslos oder – noch schlimmer – uninteressant zu werden…

14. Feb. 2007

Es ist schon klar, dass Google eine Art Wissensmonopol hält und nicht immer alles, was die Suchmaschine macht, als gut bezeichnet werden kann. Aber das Urteil eines brüsseler Gerichtes gegen Google mutet aber trotzdem ziemlich haarspalterisch an.

Das Gericht in Belgien untersagt es Google nämlich (Berufungsverfahren nach einem Urteil gegen Google im September 2006), nationale Zeitungsartikel zu verbreiten. Betrieben hat das Verfahren die Firma Copiepresse. Es wurde Google angekreidet, dass Zeitungsartikel auch über Google eingesehen werden können, wenn diese längst nicht mehr öffentlich, sondern nur mehr gegen Bezahlung, verfügbar sind. Hier kann nur der Google-Zwischenspeicher (Cache) gemeint sein, weil der nomale Link aus dem Suchergebnis zu einem nicht mehr verfügbaren Artikel ja sowieso ins Leere geht und nicht zum gefundenen Artikel führt. Im Cache sind Inhalte noch eine Zeit lang (das variiert zwar, kann aber durchaus ein Monat sein) verfügbar, auch wenn die entsprechenden Seiten nicht mehr online sind.

Eben hier zeigt sich, dass da offensichtlich versucht wird, mit kleinlichen Argumenten ein goldenes Kalb zu melken (die Strafe für Zuwiderhandeln wurde zwar herabgesetzt, ist aber immer noch gewaltig). So viele Internetsurfer werden nämlich kaum über den Google-Cache Bescheid wissen – “Otto Nurmalsurfer” ganz sicher nicht. Gar so groß wird dann aber der Verlust durch das unbezahlte Lesen von Artikeln durch einzelne Wissende ja wohl auch nicht sein.

Defakto wird der Suchmaschine mit dem Urteil untersagt, Artikel belgischer Zeitungen in den Index aufzunehmen, weil Google in seinen unvorstellbar großen Datenbanken sicherlich keine Ausnahme für belgische Zeitungen machen kann. An und für sich müssten die Zeitungen aber froh sein, mit ihren Artikeln im Google-Index aufzutauchen, werden doch von der Suchmaschine völlig kostenlos eine Menge Besucher auf die Internetauftritte der Zeitungen geschleust. Ein Schuss ins eigene Knie sozusagen :) .

Aber Copiepresse ist eh gnädig. Die Generalsekretärin Margaret Boribon sagte sogar, dass man erwäge, Google zu gestatten – selbstverständlich gegen Bezahlung, zumindest Auszüge aus belgischen Tageszeitungen aufzunehmen. Na das ist aber sehr großzügig – hoffentlich können sie in Mountain View jemals wieder vom Lachen aufhören…

 

PS: Es wäre aber auch einfacher gegangen. Die Belgier hätten nur nach “no-cache” oder “noindex” googeln müssen, dann wäre der Gerichtsstreit leicht vermeidbar gewesen.

13. Feb. 2007

“Die Mühlen der Gerechtigkeit mahlen langsam, aber stetig” – sagt man. Jetzt haben sie sich scheinbar schneller gedreht, als Helmut Elsner es erwartet hatte. Dumm gelaufen, sie haben ihn überrumpelt und nach Hause geschafft. Viele werden sich freuen, weil man vielleicht doch erfahren wird, wo die Milliarden wirklich hinverschwunden sind. Andere werden wohl gerade aus diesem Grund jetzt eine Weile lang schlaflose Nächte haben.

Ich muss gestehen, überrascht hat mich die plötzliche Heimkehr schon. Ich war nämlich der Meinung gewesen, die SPÖ hätte bei den Koalitionsverhandlungen unter anderem deshalb so derart die Hosen runtergelassen, weil man unbedingt das Justizministerium haben wollte, um … na ja, Sie wissen schon. Nun wurde ich in dieser Beziehung eines Besseren belehrt, verstehe aber die SPÖ-Taktik um so weniger.

Die rote Justizministerin hat scheinbar gehörig Druck gemacht und die französische Justiz zum richtigen Handeln gebracht (gut, beim Kritikus war ja unter “French Connection“ schon eine Weile zu lesen, wie das geht ;) ). Es wurden scheinbar neue Ärzte als Gutachter eingesetzt, ohne das vorher jedem auf die Nase zu binden. Der Rest war Formsache: Festnahme und ab ins Flugzeug. Gut geplant, exakt ausgeführt – alle Achtung.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Ex-Chef der Bank für Arbeit und Wirkschaft etwas schlauer geworden ist und auspackt. Denn jetzt kann ihm nämlich nur mehr ein “besseres Klima” helfen, die U-Haft kurz zu halten. Und die drohende Strafhaft ist sowieso eine andere Geschichte…

12. Feb. 2007

Die Aufregung wegen der von der Öffentlichkeit weggesperrten Mädchen ist groß, man ruft “Skandal” und sucht aufgeregt nach Verantwortlichen. Die sind natürlich schnell gefunden – die Behörden waren´s, das kommt immer gut an.

Der zuständigen Bezirkshauptmannschaft, dem Jugendamt bzw dem Zivilgericht kann es aber egal sein. Hätten sie der Mutter die Kinder gewaltsam weggenommen, wäre es genau so ein Skandal gewesen (man denke dabei nur an den Vorfall in Salzburg vor zwei Jahren). Sie hätten es also sowieso nicht richtig machen können.

Das Schicksal der drei Mädchen ist sehr traurig. Trotzdem müssen wir zu Kenntnis nehmen, dass so etwas in einem Rechtsstaat (na ja, wir haben ja eigentlich schon einen verrechtlichten Staat ;) ) immer möglich sein wird. In Rechte des einzelnen wird nur bei unwiderlegbaren Beweisen eingegriffen (nur neben der Spur laufen genügt da nicht). Weil in so einem Fall diese aber recht selten vorliegen, wird immer gezögert. Ganz besonders, weil die handelnden Personen wissen, dass sie, wenn sich was spießt, öffentlich in der Luft zerrissen werden.

Nun untersuchen die Schreibtischtäter, die nachher immer alles besser wissen, wie die aufgescheuchten Hühner. Auch das Land Oberösterreich hat jetzt sogar eine Untersuchung gegen die eigenen Beamten eingeleitet. Wenigstens sind sie jetzt schon draufgekommen – der Fall ist ja eh erst seit 2005 öffentlich. Aber egal was diese von den Medien getriebenen Untersuchungen erbringen, am Ende wird es ein Bauernopfer geben und alles wird wieder gut sein…

9. Feb. 2007

Erwin Buchinger, frisch vom Frisör gekommener Sozialminister, hat nachgedacht und ist zu einem Ergebnis gekommen. Falls die Lebenserwartung weiter steigt, ist es möglich, dass länger als bis 65 Jahre gearbeitet werden muss.

An und für sich zeugt es von Realitätssinn, wenn ein Sozialpolitiker zu solchen Schlussfolgerungen kommt. Selbstverständlich muss eine höhere Lebenserwartung vom Sozialsystem ausgeglichen werden und eine Möglichkeit ist, länger zu arbeiten. Jedem, der sich mit dem Thema schon gedanklich auseinandergesetzt hat, ist klar, dass es hier eigentlich nur zwei Möglichkeiten gibt – entweder länger arbeiten oder weniger Pension beziehen. Auch wenn es keine allzugroße Erkenntnisleistung ist, der Sozialminister hat hier jedenfalls recht und es ist gut, rechtzeitig nachzudenken und gegebenenfalls Vorkehrungen zu treffen.

Wie gesagt, Erwin Buchinger hat nur laut nachgedacht und schon heult die Opposition los. “Unsozialminister Buchinger” tönt Gerald Grosz vom BZÖ, “nach 45 Arbeitsjahren oder spätestens mit 65 Jahren ohne Abschläge” meint Herbert Kickl der FPÖ und ein “striktes Nein” kommt von Karl Öllinger der Grünen.

Wogegen aber ist die Opposition hier eigentlich? Der Sozialminister hat außer einer allgemeinen Binsenweisheit ja noch gar nichts gesagt. Wollen die Oppositionsparteien etwa die 65 Jahre auf ewig einzementieren – auch wenn wir plötzlich um 30 Jahre älter werden sollten (zB könnte ja unerwartet ein wirksames Mittel gegen Krebs gefunden werden)? Es scheint hier, als ob sich die gesamte Opposition auf das Niveau von Rattenfängern begeben hätte, denn mit Seriosität hat das nichts zu tun. Besonders die Grünen hätte ich für gescheiter gehalten…

8. Feb. 2007

Man zuckt eh schon zusammen, wenn die EU-Kommission Laut gibt. Nun ist der EU-Innenkommissar Franco Frattini dran, um uns das Fürchten zu lehren.

Der Kommissar möchte Vermittler von Gastarbeitern werden. Alle EU-Länder sollen den Bedarf an Saisonarbeitern nach Brüssel melden und die EU-Kommission vermittelt dann die entsprechenden Arbeitskräfte aus Drittländern, zunächst einmal aus Afrika (ja klar, die stehen uns ja kulturell am nächsten). Gibt es etwa in Europa keine Drittländer mehr, wo auch gerne Arbeiter zu uns kommen würden?

Vielleicht sollte zunächst ein anderer Kommissar versuchen, die vielen inländischen Arbeitslosen, darunter viele ungelernte Arbeiter, für Saisonarbeiten zu vermitteln. Mit den Millionen, die die Afrika-Aktion kosten wird, könnte eventuell auch ein finanzieller Anreiz für die Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess geboten werden.

Ein Optimist muss er aber sein, unser Kommissar Frattini. Zufolge seiner Idee würden die afrikanischen Herkunftsländer in seinen Plan eingebunden werden. Sie müssten sich nämlich verpflichten, die Arbeitskräfte nach getaner Arbeit wieder zurückzunehmen. Schön ausgedacht, aber es sollte den Franco Frattini einmal wer fragen, wie hoch der Prozentsatz der afrikanischen Asylwerber ist, deren Aufenthaltsort die EU (bzw eines der Mitgliedsländer) kennt – immerhin ist er ja Innenkommissar und sollte das wissen. Eventuell könnte er dabei auch gleich erklären, warum es bei den Gastarbeitern anders sein sollte. Seine Verpflichtung der Herkunftsländer kann er sich nämlich, wenn er die Leute nicht mehr findet, an den Hut stecken…

4. Feb. 2007

Die Experten streiten immer noch – zuweilen ganz schön heftig – aber es scheint wirklich so zu sein, dass die Erderwärmung doch vom Menschen verursacht wurde und wird. Wenn ich schreibe “scheint so zu sein” dann meine ich damit, dass zwar eine große Mehrheit der Wissenschaftler diese Meinung vertritt, aber es nicht zwangsläufig sein muss, dass die Mehrheit auf dem richtigen Weg ist.

Bei der Umweltkonferenz in Paris forderte nun Jacques Chirac die Gründung einer UNO-Umweltorganisation und eine Charta der “Umweltrechte” (dass sich ausgerechnet Frankreich zum Retter der Umwelt aufspielen will, ist dabei bemerkenswert). Bei der Charta soll ein neues Menschenrecht “das Recht auf eine gesunde und geschützte Umwelt” beinhalten. Das alleine ist eigentlich schon ein gefährliche Drohung, denn erstens haben wir schon Menschenrechte genug und zweitens kann so eine schwammige Formulierung nur zu Streit führen, keinesfalls aber zu Klarheit. Man muss kein Prophet sein, um das Kommende vorauszusehen. Die neue UNO-Behörde wird mit tausenden Mitarbeitern Milliarden verbraten und annähernd nichts erreichen. Das ist man aber von UNO-Behörden gewohnt und braucht hier nicht weiter erläutert werden…

Unsere hauseigenen, großteils selbsternannten, Experten sind derweil aber auch nicht untätig. Sie haben gegen die globale Erwärmung auch gleich Lösungen parat. Da wird zB von Tempolimits und davon, das Auto nur zu notwendigen Fahrten zu verwenden, gefaselt. Diese “Lösungsvorschläge” als “Tropfen auf dem heißen Stein” zu bezeichnen, wäre ein maßlose Übertreibung – sie bringen nämlich genausoviel, wie die neue UNO-Behörde bringen wird – nämlich original nichts :) .

Für den CO2-Anstieg in der Athmosphäre wird allegemein die Verbrennung fossiler Energieträger verantwortlich gemacht. Normalerweise würde das bedeuten, dass man nur weniger von dem Zeug verbrennen müsste und mit der Zeit sollte sich dann der Trend umkehren. Alle, die das als alleinige Problemlösung fordern, machen meiner Meinung nach aber einen entscheidenden Denkfehler. Es wird nämlich nicht möglich sein, die Nutzung fossiler Energieträger einzudämmen, oder gar zu stoppen. Wie wollte man beispielsweise China, Indien, die USA oder auch afrikanische Staaten, die es etwa gerade geschafft haben, so etwas wie eine funktionierende Wirtschaft aufzubauen, zu so einem Schritt “überreden”? Man kann getrost davon ausgehen, dass die vorhandenen Reserven weltweit (zumindest von Öl und Gas) auch verbrannt werden.

Die Experten wären gut beraten, dieser “Tatsache” einmal ins Auge zu blicken. Sie sollten Modelle und Szenarien für die Zeit danach zu erstellen.

Trotzdem müsste Europe jetzt handeln, um für die Zeit ohne Öl und Gas gerüstet zu sein. Jetzt müssten die Weichen für die künftige Energiepolitik gestellt werden und zwar nicht in kleinen, sondern in sehr großen Schritten. Nehmen wir mal an, die EU würde sich festlegen, jedes neue Dach ausschließlich aus Photovoltaik-Zellen zu machen und jede freie landwirtschaftliche Fläche – brach liegende oder dzt zu Überproduktion führende – konsequent zur Öko-Energie-Produktion zu nutzen. Das würde natürlich sofort zu fallenden Ölpreisen führen. Gleichzeitig könnte man die Energie-Verbraucherpreise anheben und den Gewinn abschöpfen, um damit die ÖKO-Energie zu finanzieren. So eine Vorgangsweise würde einerseits für einen gleitenden Übergang zur (teureren) Alternativengergie und andererseits zu einem sparsameren Umgang mit Energie insgesamt führen.

Ich kann mich erinnern, dass die Grünen etwas ähnliches schon früher gefordert haben – Energie verteuern / Faktor Arbeit verbilligen. Wenn ich mich recht erinnere war damals von einem Spritpreis um die 2.- € die Rede. Zugegeben, damals gehörte ich auch zu denen, die das als utopischen Unsinn abgetan haben. Jetzt sehe ich das aber als realistische Lösungsmöglichkeit. Leider dürften aber auch die Grünen ihre Meinung dazu geändert haben. Man hört von ihnen so etwas gar nicht mehr. Na ja, momentan hört man von ihnen ja überhaupt nicht sehr viel…

3. Feb. 2007

Die Fußball Europameisterschaft 2008 wird von Österreich und der Schweiz gemeinsam ausgerichtet. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Ob es der Erfolg, als der sie angepriesen wurde und wird, muss sich erst noch zeigen.

Da wäre erst einmal die Energiefrage zu klären. Ist es in der Zeit des Klimawandels, wo man gar EU-Kommissare zu Politaktionismus – Smarts als Dienstwagen – und die deutsche Autoindustrie in die Knie zwingen will, noch tunlich, derartige europaweite Großveranstaltungen zu machen? Wurde der voraussichtliche Energiebedarf (zB Flugreisen, Autofahrten etc) überhaupt errechnet? Merkwürdig, dass sich die Grünen zu dem Thema überhaupt noch nicht zu Wort gemeldet haben. Ließe sich doch durch eine Absage der Euro 2008 gewiss mehr CO2 und Feinstaub einsparen, als durch alle unseligen Geschwindigkeitsbeschränkungen (80 / 100 / 50 / 40 km/h) zusammen.

Auch die Sicherheitsfrage stellt sich bei solch riesigen, landesweiten Veranstaltungen. Die Fußballfans (bei vielen würde man wohl besser “Verbrecher” sagen) treten ja bekanntlich nicht gerade wie Vorzugsschüler auf. Der tragische Todesfall in Italien führt uns das ja gerade aktuell vor Augen. In Deutschland sei bei der letzten WM ja auch alles gut gegangen, werden die Verantwortlichen nicht müde, zu sagen. Dass es dort auch Tage mit Krawallen und tausenden Festnahmen gegeben hat, wird aber diskret nicht erwähnt. Komischerweise hat man auch im Fernsehen nur einmal kurz (dürfte ein Versehen gewesen sein) etwas davon gesehen.

Bei uns bereitet sich die Polizei bereits, angeblich auch mit Unterstützung der deutschen Behörden, vor. Hoffentlich verraten uns die Deutschen etwas über ihre brillante Medienarbeit bzw wie sie die Medien dazu gebracht haben, nur Gutes zu berichten ;) . Bei uns geht derweil das Gerücht um, dass die Polizei schon jetzt damit begonnen hat, für die WM 2008 Überstunden einzusparen. Man mag das aber nicht glauben, denn das hieße ja, dass die erhoffte Sicherheit bei der Euro 2008 auf Kosten der allgemeinen Sicherheit bis dahin ginge. Andererseits aber wird von der Regierung gerade ein Zweijahres-Budget (2007 und 2008) erstellt und Geld ist ja bekanntlich nicht zu viel vorhanden – hmmm(!?).

Einen Nachteil durch die Fußball-Europameisterschaft werden auch die Einwohner der Austragungsstädte, hier besonders die Anwohner von Spielstätten, und die Bewohner der Orte, wo viele “Fans” Quartier nehmen, haben. Man denke nur an Fremdenverkehrsorte, die auch noch große Campingplätze haben. Dort wird es für die Bevölkerung in der EM-Zeit wohl besser sein, Frauen und Kinder nicht aus dem Haus zu lassen, das Auto in die Garage zu stellen und die Fenster zuzunageln :) .

Alles in allem bin ich mir nicht so sicher, dass die Euro 2008 der große Erfolg wird, oder ob nicht doch die Nachteile überwiegen werden – egal ob unsere Ballesterer wie erwartet in der Vorrunde ausscheiden oder doch weiter kommen…

2. Feb. 2007

Der Himmel möge uns beistehen, unser Land wird existentiell bedroht! Da starten unsere deutschen Lieblingsnachbarn doch glatt einen Angriff auf unseren Jagatee, in Schönsprech auch “Jägertee” genannt.

Ohne diese jetzt losbrechende Diskussion hätte ich wohl nie erfahren, dass der Jagatee sogar in unserem EU-Beitrittsvertrag verankert und somit exklusiv für Österreich geschützt ist. Ich möchte gar nicht wissen, was sonst noch für Details in diesem Vertrag niedergeschrieben sind. Da dämmert es einem, warum es die Extrembürokraten in Brüssel geben muss…

Jedenfalls ist Vorsicht geboten. Die germanischen Widersacher werden in deutscher Gründlichkeit und im Zusammenwirken mit der EU-Kommission bestimmt bald feststellen lassen, dass der EU-Vertrag vertragswidrig ist :) .

Aber worum geht es bei der Sache wirklich? Alkoholische Heißgetränke (Jagatee, Punsch und Glühwein) sind bei uns in der kalten Jahreszeit recht beliebt. Mit dem Jagatee werden aber angeblich lediglich ein paar Millionen Euro Umsatz gemacht und zudem wird jeder Hüttenwirt, der etwas auf sich hält, seinen Jagatee selber nach seinem eigenen “Geheimrezept” mixen und ganz bestimmt nicht, sollte es wirklich gestattet werden, auf deutsche Industrieware zurückgreifen. Es wird hier also “um des Kaisers Bart” gestritten, wie man früher sagte…

2. Feb. 2007

Den gestrigen Schlagzeilen war zu entnehmen, dass Handys krebsgefährlich sind – heute dürfte die Gefahr bereits wieder gebannt sein, denn heute steht da großteils, dass es keine Beweise für die Behauptung gäbe. Gut, dass wir so gute (online)Magazine und Zeitungen haben, sonst würde sich ja die Bevölkerung überhaupt nicht mehr auskennen…

Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Leute gestern ihr Handy panikartig weggelegt und heute erleichtert wieder eingesteckt haben. Es sind halt sehr viele noch nicht wirklich schlagzeilenresistent… :) .

Wer aber etwas beim Herumlesen nachdenkt, wird auch erkennen, dass die Entwicklung hier in die Richtung einer Anti-Handy-Hysterie geht. Hey, das kommt mir jetzt aber bekannt vor. War es nicht damals, als die Gefährlichkeit des Passivrauchens studienmäßig “erarbeitet” wurde, genauso? Studie hin, Studie her, Diskussionen endlos und dann endlich die Musterprozesse gegen die Tabakindustrie, wo mit Bezahlgutachten beiderseits nur so herumgefuchtelt wurde. Momentan ist man dabei, fantasievolle Todeszahlen hochzurechnen (na ja, rechnen dürfte hier der falsche Ausdruck sein) und Verbote zu erlassen. Wissen tut man aber auch jetzt nur, dass ein Verdacht besteht. Das wusste man am Anfang auch schon. Trotzdem wird in Sachen Handy der ganze Zirkus wiederholt werden.

Einen Unterschied gibt es aber zwischen der derzeitien Passivrauchhysterie und der kommenden Handyhysterie schon. Den Zigarettenrauch kann man sehen und riechen und ihm somit aus dem Wege gehen. Elektrosmog sieht, hört und riecht man nicht. Dem ist man überall ausgesetzt, man denke nur an die Sendeanlagen, die in Wohngebieten am intensivsten strahlen…

 

PS: Wer etwas Zeit hat, kann sich auf der Homepage von Dr Ruzicka – www.mikrowellensmog.info – seriös zum Thema informieren. Hier sieht man auch, dass man ganz ohne hysterisches Gezetere nüchtern an eine mögliche Gefahr herangehen kann.

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