Die Regierung hat die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 gesenkt und angekündigt, dafür 1500 neue Lehrerdienstposten zu schaffen. Diese Ankündigung wird auch, wenn es nach der Unterrichtsministerin geht, umgesetzt – koste es was es wolle…
Eine gute Sache – weniger Schüler in den Pflichtschulklassen sind natürlich zu begrüßen – und im Budget ist bereits Vorsorge getroffen. An und für sich sollte alles paletti sein. Doch plötzlich hört man, dass ja auch die Schülerzahlen sinken würden und deshalb gar nicht so viele neue Lehrer gebraucht werden würden (400 würden reichen, habe ich heute schon oft gelesen). Dieser Unkenruf kam anscheinend von den Ländern, was den gelernten Österreicher doch verwundert. Die Länder bräuchten die neuen Lehrer ja großteils nur anstellen, bezahlen müsste ohnehin der Bund…
Da müsste doch in der Regierung ob der unerwartet geringeren Kosten Freude aufkommen. Nicht so bei Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Natürlich würden 1500 Lehrer angestellt, die würden dann halt für Qualitätsverbesserung und Nachmittagsbetreuung (eine sehr räzise Angabe
) herangezogen. Na ja, das Geld ist schon im Bugdet bewilligt und man kann doch nicht – der Himmel stehe uns bei – bewilligtes Geld zurückgeben. Das wäre ja so derart unösterreichisch, dass es gänzlich unmöglich erscheint.
Wer ein Schelm ist, der könnte jetzt denken, dass hier 1100 Leherer unnötig bezahlt werden, nur damit das Unterrichtsministerium nicht zugeben muss, sich verrechnet zu haben…
oder aber man glaubt den blödsinn nicht und sieht, dass in österreich natürlich ein sehr viel größerer bedarf an lehrern besteht. eine klassenschülerhöchstzahl von 25 ist in wahrheit ohnehin schon viel zu viel. deshalb, selbst wenn nur 500 benötigt würden, was ich stark anzweifle, die restlichen 1000 in eine substantielle verbesserung investiert werden könnten. es wäre ja kein verbrechen, wenn man in manchen klassen dann plötzlich nur 15 schüler hocke hätte, was dann eine wirklich sinnvolle zahl wäre…
9. Mrz. 2007 | #
Das ist an und für sich nicht der Punkt. Wenn gesagt wird, dass die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 gesenkt wird und dafür 1500 neue Lehrer notwendig sind, dann erwartet man, dass Profis richtig gerechnet und den Bedarf auch richtig eingeschätzt haben. Scheinbar war das aber nicht so, denn die Länder, die nur anstellen und nicht bezahlen müssen, haben normalerweise ein Interesse an möglichst vielen Lehrern, genauso wie der Chef der Pflichtschullehrergewerkschaft. Die hätten keine Veranlassung, die Zahlen nach unten zu verschönern…
Hoffentlich wurde bei der Budgeterstellung nicht überall so “gerechnet” und eingeschätzt, denn sonst… – na ja, wurscht…
9. Mrz. 2007 | #