Der Ex-SPÖ-Parteistratege und jetzige Verteidigungsminister hat jetzt den ersten Teil seines Gutachtens in der Hand. Was drinnen steht, hält er allerdings streng geheim und riskiert sogar einen ernsten Konflikt mit dem Eurofighter-U-Ausschuss. Und das, obwohl er vorher deutlich erkennen ließ, dass er das Gutachten veröffentlichen würde…
Jetzt ist natürlich goßes Rätselraten ausgebrochen, was denn in dem geheimen Geheimpapier stehen könnte. Darabos sagt, es würde an seiner Totalausstiegsposition nichts ändern. Andere meinen dagegen, er würde es nur deshalb unter Verschluss halten, weil nicht das drinnen steht, was er sich erhofft hatte. In Wahrheit wird es aber wohl so sein, dass weder das Eine noch das Andere drinnen steht. Solche Gutachten sagen nie “ja” oder “nein”. Sie können das auch gar nicht, denn letztendlich entscheiden die Gerichte – und dort sitzen Praktiker. Theoretiker werden die niemals exakt einschätzen können und, wenn sie schlau sind, das auch gar nicht versuchen.
Dass Pilz mit seinem UA sauer ist, ist klar. Dass aber auch die ÖVP angesichts der Nichtveröffentlichung ungehalten ist, scheint nicht so einleuchtend. Diese Partei müsste doch nach österreichischer Gepflogenheit im Verteidigungsministerium genug Maulwürfe installiert haben, um eine Kopie des Gutachtens zu bekommen. In keinem Ministerium bleibt sonst etwas geheim und schließlich hat ja die ÖVP lange den Verteidigungsminister gestellt
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Minister Darabos sitzt jedenfalls in der Eurofighter-Zwickmühle und könnte einem wirklich leid tun. So hatte er sich im SPÖ-Themen-Wahlkampf für seine Partei angestrengt und als “Dank” dafür wurde ihm von Alfred Gusenbauer der Schwarze Peter in Form des Verteidigungsministeriums gereicht…
[...] Wir sollten uns zunächst in Erinnerung rufen, dass die SPÖ im letzten Wahlkampf versprochen hat, dass der Eurofighter abbestellt werden würde, wenn sie in die Regierung kommen würde. Die Wahl wurde durch Gusenbauers Zähigkeit trotz der Darabos-Strategie (wahrscheinlich auch für die SPÖ unerwartet ) gewonnen. Zum Dank dafür bekam Darabos ausgerechnet das Verteidigungsministerium umgehängt. Der begann sogleich, für das Aus des Fighters mit allen Mitteln zu kämpfen, wobei er sogar auf Hellsichtigkeit und Geheimpapiere zurückgriff [...]
22. Aug. 2008 | #