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25. Apr. 2007

Die WKO Wien hat sich endlich bequehmt, dem drohenden Rauchverbot in Lokalen entgegenzutreten. Dilettantischer geht´s sicher nimmer. Die wiener Gastronomen werden wohl ganz schön sauer sein und sich fragen, wofür sie eigentlich die Kammerumlage bezahlen.

Man muss dazu sagen, dass die WKO gegen eine gesetzliche Raucherbeschränkung eintritt und eher für die Freiwilligkeit in dieser Sache ist. Deshalb präsentierte der Gastronomieobmann der Wiener Wirtschaftskammer, Josef Bitzinger, zwei Umfragen – die Presse nennt es gar Studien (ob der Ausdruck “Studien” von Bitzinger selber stammt, weiß ich nicht…).

In der einen Umfrage wurden ganze 2656 Personen online befragt. Online – na super, eine tolle Aussagekraft! Dass dabei eine gesetzliche Regelung von nur 61 Prozent abgelehnt wurde, ist da schon bemerkenswert. Bei so einer (selbst gebastelten?) “Umfrage” hätte ich mir schon mehr erwartet. Man sollte meinen, dass man das nicht mehr steigern kann – die WKO Wien schaffte es dennoch. Bei der Umfrage unter den Wirten sprachen sich von 707 Gastronomen 59 Prozent für die Beibehaltung der Freiwilligkeit aus. Insgesamt sind aber angeblich 6500 Fragebögen versandt worden und nur lächerliche 707 kamen verwertbar zurück. Tolles Ergebnis – das scheint nur zu beweisen, dass der wiener Gastronomie ein gesetzliches Raucheverbot wurscht ist. In Wirklichkeit aber werden die Wirte die WKO-Briefe ungeöffnet weggeschmissen haben, so wie sie es wohl immer machen – meistens ist es ja eh nur aufwendig gemachter Eigen-Werbemüll drinnen. Hätten wohl vorher anrufen sollen, die WKOler :) .

Man muss sich fragen, wer bei der WKO für PR-Arbeit zuständig ist. Haben die etwa dafür Volksschüler engagiert? Nein, die hätten es wahrscheinlich besser gemacht. Die WKO hätte genausogut zur Gesundheitsministerin sagen können: “Bitte, häng uns endlich das gesetzliche Rauchverbot um!” ;)

4 Kommentare »

  1. Ununpentium schreibt:

    Ein Rauchverbot in der Gastronomie halte ich für absolut notwendig. Wer schonmal als Nichtraucher in Ländern war, in denen in Lokalen sämtlicher Art nicht geraucht wurde, bekommt in Österreich die sprichwörtliche Watschn.

    Es gibt nichts Unappetietlicheres und auch Ungesunderes als Passivrauchen beim Konsumieren von Essen.

    [x] Pro Rauchen *vor* dem Lokal, egal wie dilletantisch die WKO sich anstellt.

    25. Apr. 2007 | #

  2. kritikus schreibt:

    Es kommt mir so vor, als wären wir beim Raucherthema nicht einer Meinung :)
    Bei “Unapetitlichers” kann ich Dir noch folgen, bei “Ungesunderes” aber eher nicht. Wenn Passivrauchen sooo ungesund ist (wovon ich nicht mehr so überzeugt bin –> organisierte Passivraucher-Luege –> und hier –> und hier), dann ist das immer so, nicht nur beim Konsumieren von Essen. Wobei ich aber dazu sagen möchte, dass ich gegen Raucherbeschränkungen im Restaurant auch nichts einzuwänden hätte, so lange es eine Ecke gibt, wo man nach dem Essen seinen Kaffee oder ein Glas Wein mit einer Zigarette genießen kann.

    26. Apr. 2007 | #

  3. Ununpentium schreibt:

    Ich bin allgemein jemand, der zwar Raucher toleriert, aber irgendwo auch die eigene Freiheit groß schreibt.

    In Lokalen ist es für mich zumindest toleriert, dass Raucher dort qualmen bis die Luft nur mehr aus Nikotin besteht. Das macht das Ganze aber noch lang nicht gut, zufrieden stellend und angenehm. Länder, in denen das Rauchverbot bereits umgesetzt ist, exerzieren schön vor, wie es funktionieren kann.

    Dass das keinen unmittelbaren Einfluss auf die Gesundheit hat und die Sterberate um 3% sinkt, ist mir klar, da geht es eher um den Wohlfühlfaktor in Lokalen und Restaurants, dass Leuten, die nicht rauchen das Rauchen praktisch aufoktoyiert wird.

    28. Apr. 2007 | #

  4. kritikus schreibt:

    Du wirst lachen, aber zu viel Rauch stört mich auch (außer vielleicht um 3h früh nach dem 15. Bier – was aber äußerst selten vorkommt). Deshalb suche ich mir Lokale aus, wo die Luftqualität ertragbar ist, dh die eine halbwegs gute Lüftung haben. Wenn sehr viele so handeln würden, würde sich das Problem von selbst lösten. Nichtraucher würden bevorzugt Nichtraucherlokale aufsuchen, andere vielleicht Bars mit guter Lüftung und manche solche, wo man die Luft schneiden kann. Die Wirte werden sich darauf einstellen und für jede Art von Lokalen würde sich ein Geschäftsfeld ergeben. Es bräuchte keine gesetzliche Regelung.

    Stell Dir vor, es käme tatsächlich ein generelles Rauchverbot in Lokalen. Ein großteil der Wirte würde eine Terrasse oder den Gehsteig heizen, um Raucherkundschaft anzulocken. Das kann doch nicht das Ziel sein – von der Anrainerbelastung ganz zu schweigen…

    28. Apr. 2007 | #

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