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14. Apr. 2007

Dass die BAWAG ausgerechnet an einen US-Fonds verkauft worden ist, hat mir immer im Herzen weg getan. Nicht wegen der Tatsache, dass es ein amerikanischer Fonds ist, sondern weil gerade diese Fonds eine Geschäftspolitik repräsentieren, die den Interessen der Gewerkschaftsbewegen diametral entgegen steht.

Nun dürften sich die neuen Eigentümer schon eingelebt haben und zeigen, welche Interessen sie vertreten. Es werden 100 Kunden hinausgeworfen, nur weil sie Kubaner sind. Ein US-Unternehmen darf nämlich keine Geschäfte mit Kuba, ja nicht einmal mit einzelnen Kubanern, machen. Uiii, da regt sich natürlich gleich politischer Widerstand. Interessanterweise gerade vom SPÖ-Sozialminister und vom Konsumentenschutz (AK, auch nicht gerade SPÖ-fern ;) ). Gerade die SPÖ könnte sich aber am Kopf kratzen und nachdenken, warum es mit der Bank soweit kommen musste. Aufregen können sie sich ja, die Amerikaner werden sich aber sicher nicht in ihre Geschäftspolitik dreinreden lassen. Da werden sicher noch ganz andere Sachen ans Licht kommen…

Vielleicht geht jetzt den Bankverkäufern aber ein Licht auf, was sie da alles verkauft haben. Über die BAWAG-PSK läuft nämlich der gesamte Zahlungsverkehr der Republik. Das heißt, jeder Bürger ist in den Büchern mit Details seines finanziellen Lebens verzeichnet, woraus natürlich sehr genaue Schlüsse auf jede einzelne Person gezogen werden können. Ich müsste mich sehr wundern, wenn die Daten noch nicht in ein staatliches US-Archiv eingeflossen wären…

14. Apr. 2007

Ohne Rücksicht auf Verluste, jetzt kommt alles zur Sprache. Die SPÖ setzt im Verein mit den Grünen, allen voran Scharfrichter Pilz, den Wahlkampf fort. Aufklärung ist ja gut, aber EADS wird jetzt vorgeworfen, was seit Jahrzehnten alle machen.

Es soll hier nicht der Eurofighter-Kauf verteidigt werden. Allerdings muten die Aktivitäten der EADS-Jäger seltsam fanatisch an und ich bin mir nicht sicher, ob es denen wirklich um Einsparungen für das Steuervolk, oder nur um den eigenen Erfolg geht – koste es was es wolle.

Nach dem “Airchief”-Abschuss wird jetzt skandalträchtig verbreitet, dass der EADS-Lobbyist Steininger auch einen ehemaligen FPÖ-Funktionär unter Vertrag hatte und diverse Sportveranstaltungen, ja sogar den Wiener Fußballclub Rapid, gesponsert haben soll. Was für ein Skandal aber auch! Die alle Persönlichkeitsrechte außer Acht lassende Jagdgesellschaft glaubt wahrscheinlich, dass die Rapidler (am Ende laden sie gar noch die grünen “Ultras” vor den Ausschuss :) ) und golfende Bundesheerler für die Bestellung des Fliegers verantwortlich waren… :)

Letztens habe ich sogar gehört, dass der Portier der EADS-Zentrale bei einem Kurzurlaub in einer Pension am Neusiedlersee einem Kellner, der einen Bekannten hat, welcher ein weitschichtiger Verwandter eines NR-Abgeordneten ist, ein Trinkgeld gegeben hätte. Das stinkt gewaltig, das könnte noch ein rauchender Revolver sein… :)

Die Aggressivität einem europäischen Unternehmen gegenüber scheint, besonders in Österreich, nicht sehr angebracht. Frankieboy Stronach rekrutiert beispielsweise ausrangierte Politiker (ganz anderen Kalibers) schon lange scharenweise und niemanden hat das je gestört, obwohl das der Magna-Konzern bestimmt auch nicht aus reiner Wohltätigkeit macht. Und was die BAWAG bis zum tiefen Fall alles gesponsert hat, lässt sich gar nicht aufzählen (das würde Bücher füllen). So hat es höchstwahrscheinlich keine einzige FSG-Veranstaltung (ja, ja – ich weiß, die FSG ist nicht die SPÖ ;) ) gegeben, die nicht von der Bank gesponsert worden wäre…

13. Apr. 2007

Mit “Die Zeckenimpfung ist in Österreich ein hervorragendes Geschäft für Pharma­firmen, Ärzte und Apotheker – der Kunden­strom ver­siegt dank Dauerkampagen nicht” beginnt ein Artikel im Standart (http://derstandard.at/?id=2839822).

Sehr interessant und detailiert wird danach dargelegt, wie Pharmafirmen unter Einsatz einer brillanten, andauernden Kampagne ihr Geschäft mit der Zeckenimpfung fördern. Auffallend ist dabei das durch Recherche zutage geförderte, sich im Kreis zu drehen scheinende, Geflecht aus Werbefirmen, Organisationen und Ärzten. Man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus – überhaupt wenn man dann liest, wie es in Nachbarländern ist. Die Schweiz etwa empfiehlt Impfungen nur für Hochrisikogruppen (etwa Forstarbeiter) und in Deutschland sind Massen-FSME-Impfungen gänzlich unbekannt.

Es kommte einem so vor, als ob beim Thema FSME nicht etwa gezielt eine Hysterie erzeugt wird, um die Gesundheit zu fördern, sondern nur, um ein (riesiges) Geschäft zu machen. Warum erinnert mich das bloß so an die Antirauch/Antipassivrauchkampagnen?

11. Apr. 2007

“Morales vor Hungerstreik” steht in der Presse als Überschrift. Ich musste zweimal hinsehen, und wirklich, es ist der Morales gemeint, der Präsident von Bolivien.

Die Partei von Evo Morales verfügt zwar über eine Mehrheit im verfassungsgebenden Kongress Boliviens – aber keine Zwei-Drittel-Mehrheit. Und diese würde er für die Verstaatlichung der Erdöl-/Erdgasindustrie und wohl noch mehr für eine zweite Amtszeit benötigen. Die Opposition will scheinbar nicht mitstimmen und deshalb will sie der Präsident offenbar mit einem Hungerstreik dazu zwingen.

Die Ankündigung mutet wie ein Witz an. Selbst gute Kabarettisten hätten Mühe, einen Hungerstreik eines (amtierenden) Präsidenten zu erfinden. Aber vielleicht hilft es Evo Morales wirklich. Bolivien ist weit weg und ich kenne die Mentalität der Leute dort nicht.

Eines aber weiß ich sicher. Würde so etwas bei uns ein Präsident probieren, wäre er in akuter Lebensgefahr. Die Opposition würde ihn ganz sicher verhungern lassen und die eigene Partei könnte ihm eine menschenverachtende Zwangsernährung wohl auch nicht antun…

11. Apr. 2007

Der Eurofighter und die im Iran gefangenen britischen Soldaten sind die Top-Themen zur Zeit.  Es gibt aber auch kleine, oft überlesenen Meldungen, die an Tragik kaum zu überbieten sind. So die Geschichte eines vierjährigen Buben, der in Nicaragua von einem Krokodil gefressen wurde.

In dem mittelamerikanischen Land, Provinz Rio San Juan, badeten 3 Kinder in einem Fluss als sie von einem Krokodil angegriffen wurden. Der 4-jährige Junge wurde laut Angaben der anderen Kinder von dem Tier verschlungen.

Krokodile sind in Nicaragua streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden, weil sie vom Aussterben bedroht sind. Man muss sich hier fragen, ob ein derartiger Schutz für gefährliche  Tiere überhaupt wünschenswert ist. Zweifellos werden sich die Krokodile in Nicaragua wieder vermehren und letztendlich werden dann öfters Kinder gefressen werden.

Man muss aber gar nicht so weit blicken. Auch bei uns sind verbohrte Tierschützer, sogar mit behördlicher Unterstützung, tätig. Das Braunbären-Projekt gerät ja regelmäßig außer Kontrolle – momentan ist es die Bärin “Jurka” mit ihren Nachkommen. Wahrscheinlich ist es nur mehr eine Frage der Zeit bis auch in Mitteleuropa ein Mensch gerissen wird. Anderorts freut man sich, dass ein Wolf eingewandert ist und man hofft gar, dass sich eine Wolfspopulation bildet. Sind die Herrschaften eigentlich noch ganz bei Trost? Ist es wirklich das Ziel, dass niemand mehr gefahrlos in die Natur hinausgehen kann? So ein Umweltschutz kann mir gestohlen bleiben…

9. Apr. 2007

Mit vielem konnte man rechnen, damit allerdings eher nicht. Das Wirtschaftforschungsinstitut (Wifo) gab gerade eine erfolgreiche Bilanz des heurien Wintertourismus bekannt.

Man hätte annehmen müssen, dass durch den permanenten Schneemangel und die zu warmen Temperaturen der Wintertourismus in Österreich, der ja naturgemäß zu einem sehr großen Ausmaß vom Schilauf bestimmt ist, ein dickes Minus schreiben würde. So ist es aber nicht, das Wifo errechnete für November bis Feber eine Umsatzsteigerung von 1,9 Prozent. Man ist überrascht und noch mehr erfreut, da kommt ja auch gehörig was in die Staatskassen…

Mit einem Gewinn hätte ich zwar auch nicht gerechnet, aber so groß war für mich die Überraschung nicht, dass es zu keinem Einbruch gekommen ist. Es ist nämlich gewöhnlich so, dass Alpinschifahrer ihren Urlaub eher früh buchen und dann bezüglich des Schnees optimistisch sind. Dh, man wartet bei Schneemangel lange zu und hofft, dass die weiße Pracht doch noch rechtzeitig kommt. Und dann hat man fast den ganzen Urlaub zu bezahlen, egal ob man storniert oder nicht. Deshalb werden auch die allermeisten Urlauber trotz mieser Schneelage angereist sein. Dazu kommt dann noch, dass nicht schifahrende Schiurlauber aus Langeweile auch mehr konsumieren. Wenig Schnee ist somit eher gut für die Umsätze. So gesehen war das gute Ergebnis der Wintersaison nicht so überraschend.

Das dicke Ende wird aber in der nächsten Saison kommen, denn die Winterurlauber werden dem Schneesegen wohl nicht mehr so vertrauen und, wenn überhaupt, viel später buchen. Die Tourismusverantwortlichen werden gehörig was zu tun haben, um den Gästen zu erklären, dass der heurige Schneemangel nur ein “Ausrutscher” war…

8. Apr. 2007

Ich lese mir gerade unter http://corpus1.aac.ac.at/fackel/ die 37 Jahrgänge mit 922 Ausgaben (kostenlos!) durch. Das ist die Geschichte eines Mannes, der im Alleingang eine Zeitung herausgab, anfangs fast wöchentlich (und mit einer gedruckten Auflage von 30.000 Stück), schließlich nur mehr alle paar Monate, bis er sie im Feber 1936 einstellte. Über 37 Jahre weg war Blogger Karl Kraus das Gewissen Wiens gewesen, hatte seine Gedanken zu anfangs noch monarchischer, dann nationaler, weiters kommunistischer usw Politik, weiters die Theaterwelt der damaligen Großstadt und mehr niedergeschrieben, war dafür im kleinen Volke Wiens bewundert, von den Mächtigen und Wirtschaftstreibenden angefeindet worden. Die erste Fackel wurde im April 1899 ausgegeben, jährt sich also heute schon zum 108. Mal, die letzte im Feber 1936.
Liebe Bloggerbrüder!
Vor Euch liegt noch eine lange Bloggerzeit!
Fackel1 Kraus Karl.jpg

7. Apr. 2007

Wieder einmal glauben Norbert Darabos und Günther Kräuter sowie Ausschuss-Chief Peter Pilz die rauchende Pistole gefunden zu haben – die Gattin von Erich Wolf, “Airchief” (ist das jetzt ein wirklich Titel oder einfach nur eine coole Anrede? :) ) von Österreich, hat offenbar ein Geschäft mit einem Eurofighter-Lobbyisten gemacht.

OK, das schaut nicht sehr gut aus. Aber Pilz, Kräuter und Darabos haben diesbezüglich ja schon öfters “Enten” in die Welt gesetzt und ob da wirklich was dran ist, werden wohl letztendlich die Gerichte entscheiden. Wie auch immer, manche sehen darin eine Möglichkeit, aus dem Eurofighter-Vertrag aussteigen zu können.
 
Was aber will der Verteidigungsminister wirklich? Jedenfalls die Eurofighter verhindern – das hat er ja oft genug gesagt. Aber welche Strategie hat er für die Zeit danach (falls die Verhinderung gelingen sollte)? Unbestritten ist ja wohl, dass wir eine Luftraumüberwachung brauchen werden und die anderen Anbieter werden den Wegfall der Eurofighter-Konkurrenz ganz sicher in ihre Kalkulationen einfließen lassen, was gewiss zu keiner Verbilligung führen wird.

Hoffentlich hat der Minister überhaupt eine Strategie. Nicht dass er von einem eigenen Erfolg überrascht wird (wäre ja nicht das erste Mal – siehe Nationalratswahl :) ) und dann erst recht nicht weiß, was er tun soll. Ein guter Flieger wird nämlich so oder so Geld kosten – hoffentlich dann nicht mehr als der Eurofighter jetzt – und auch Darabos wird sich nicht leisten können, schlechtes Gerät zu kaufen.

Einen “Wolf” zu erlegen ist nicht so schwer (wie bei einer Bärenjagd), wenn man ein gutes Gewehr und vor allem die richtige Munition hat (das kann jeder Jäger bestätigen). Das Glücksgefühl hält aber nicht lange an und es kehrt bald wieder der triste Alltag ein…

4. Apr. 2007

damit wirbt Kärnten um Gäste. Die Gastfeundschaft hat aber scheinbar bei rekonvaleszenten Kurgästen seine Grenzen, zumindest beim Landeshauptmann.

Jörg Haider, Landeshauptmann und Tafelmeister in Kärnten, macht einen Aufstand, weil der wohl prominenteste Kurgast Österreichs im Land, Kurzentrum Treibach/Althofen, zu Gast ist. „Ich teile Ihnen hiermit seitens des Bundeslandes Kärnten den schärfsten Protest über diese Vorgehensweise mit!“ schrieb er in einem offenen Brief an die Justizministerin. Der Ex-Bawag-Chef würde keine Rehabilitation genießen, sondern eine sehr teure Erholungskur.

Dazu sollte man anmerken, dass Helmut Elsner, egal wie man zu ihm steht, ein Recht auf Gesundung hat. Wahrscheinlich wünscht ihm ganz Österreich baldige Gesundheit – auch wenn dies nur durch die Hoffnung getragen ist, dass er vielleicht doch noch redet.

Die künstliche Aufregung von Jörg Haider ist jedenfalls nicht zu verstehen. Es ist nicht erkennbar, wo da ein Nachteil für Kärnten sein soll. Außerdem sollte der Landeshauptmann über den Kurgast froh sein, denn so viel Gratiswerbung für das Land gibts nicht jeden Tag :)

3. Apr. 2007

Durch eine Initiative der Grünen und der VP in Wien ist die gängige Praxis, dass leitende Ärzte in Spitälern Privatleistungen, unter Benutzung der spitalseigenen Infrastruktur, anbieten, in Erinnerung gerufen worden. Es lohnt sich, einmal über diese scheinbar normale Gepflogenheit etwas nachzudenken.

Bei der Initiative ging es freilich nicht um die Privatleistungen im Spital an sich, sondern nur darum, dass im wiener AKH jegliche Transparenz bei der Abrechnung und der Verteilung der Gelder an die Ärzte fehlte. Es wurde sogar der VfGH befasst, der das entsprechende Gesetz aus Formalgründen aufhob.

Bezeichnend ist, dass Heinrich Fassl, der für die Wiener Landesregierung angetreten war, die gesetzliche Regelung zu verteitigen, von den Verfassungsrichtern durch eine einfache Frage in Bedrängnis gebracht wurde. “In Bedrängnis geriet er, als die Höchstrichter wissen wollten, warum Patienten eigentlich Privathonorare zahlen sollten, wenn es bei der medizinischen Versorgung doch angeblich keinen Unterschied gebe” steht in der Wiener Zeitung zu lesen. Das sagt alleine schon sehr viel aus.

Die Stadt Wien hat nun ein Jahr Zeit, das Gesetzt zu reparieren, und dann wird wieder alles paletti sein – oder doch nicht?
 
Wie ist es mit Nebenbeschäftigungen denn woanders? Polizisten dürfen zB nicht in Sicherheitsunternehmen oder Privatdetekteien tätig sein. Auch Finanzbeamte dürfen nicht für Steuerberater arbeiten oder selbst steuerberatend tätig sein. Und das aus gutem Grund. Stellen wir uns einmal vor, ein Finanzbeamter empfängt im Finanzamt Klienten eines Steuerberaters und kassiert für die Beratung… – nein, das ist gar nicht vorstellbar. Auch in der freien Wildbahn der Privatwirtschaft ist es nicht anders. Keine Firmenleitung würde eine Nebenbeschäftigung eines Angestellten im Tätigkeitsbereich der eigenen Firma dulden.

Überall ist so etwas ganz normal und bedarf keinerlei Diskussion – nur bei den leitenden “Göttern in weiß”, da ist natürlich alles ganz anders…

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