2. Apr. 2007
“Heast Oida, wennst no amoi so an Schas funkst, kriag i an Zuckaus!” steht heute skandalträchtig auf mehreren Internetauftritten der Tageszeitungen. Es geht um die 654 Beschwerden, die an die parlamentarische Bundesheerbeschwerde-Kommission im Jahr 2006 herangetragen worden waren.
Abgesehen davon, dass man sich in den gehobenen Kreisen nicht so ausdrückt, kann ich eigentlich in obigem Ausspruch keinen so großen Skandal sehen. Das ist die Sprache der Straße und ein Gruppenkommandant (einen solchen wird der Ausspruch zugeschrieben) ist oft nur wenige Monate länger beim Heer, als die Rekruten und so als nahezu gleichwertig zu sehen. Gar so pingelig sollte man da nicht sein. Allerdings werden auch andere “Sprüche” genannt, die ich hier nicht wiedergeben will und die klar zu verurteilen sind.
Alle jene, die jetzt “Skandal” rufen und “Menschenrechte” einfordern, sollten sich bewusst sein, dass der Beruf eines Soldaten noch niemals von besonderer Intelligenz geprägt war. Deshalb sind auch alle guten Waffensysteme, wie man so sagt, “deppensicher” – alles was dieses Prädikat nicht verdient, kann niemals ein gutes System sein, weil es im Ernstfall höchstwahrscheinlich nicht bedient werden kann. Auch ist es wohl so, dass es beim Militär gewöhnlich rauh zugeht (dürfte weltweit so sein) und man von Soldaten nicht das Benehmen von Musterschülern erwarten wird können. Wer das tut, wird immer enttäuscht werden.
Ein Heer ist gewöhnlich dazu da, um im Ernstfall kämpfen zu können. Und das ist nunmal nicht zum totlachen, sondern eine todernste Angelegenheit (im wahrsten Sinne des Wortes). Mit einer Weichei-Softie-Ausbildung werden unsere jungen Leute sicher nicht dafür vorbereitet werden können. Aber unsere Politiker halten ja einen Kampfeinsatz des Heeres sowieso für denkunmöglich und da ist es dann wieder wurscht – da kann man ruhig so weitermachen.
Ich will damit nicht sagen, dass man grausliches Benehmen mancher Ausbilder tollerieren soll. Es würde aber in den meisten Fällen genügen, die Betreffenden bei einem Rapport ordentlich zusammenzustauchen. Man bräuchte dazu sicherlich keine aufgeblähte “Bürokratenarmee”, die sonst nichts tut, als gescheit daherreden und die Beschwerden zu zählen…
PS: Da fällt mir noch ein alter Witz ein:
Ein Vorgesetzter fragt einen Rekruten beim Appell nach Aufgaben des Österreichischen Bundesheeres. Dieser antwortet: “Das Österreichische Bundesheer hot den Feind an der Grenze so lange aufzuhalten, bis das das richtige Mülitär kimmt.”