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31. Mai. 2007

Der ORF meldete heute in den Nachrichten, die Gesundheitsministerin sei wegen der österreichischen Anti-Rauchermaßnahmen von EU-Experten kritisiert worden.

Deshalb braucht sich Andrea Kdolsky sicherlich nichts antun. Eine Kritik dieser Experten gereicht ihr eher zur Ehre, zeigt sie doch, dass im Sinne der Bevölkerung gehandelt wurde. So etwas maßregeln diese abgehobenen Extrem-Bürokraten nämlich immer, da ist es gut, dass sie standhaft geblieben ist.

Bei der Gelegenheit möchte auch ich deponieren, dass ich das österreichische Raucherpaket (soweit bekannt) für ausgewogen halte. Damit müssten eigentlich alle – Raucher und Nichtraucher – leben können. Mir ist aber bewusst, dass einige Extremisten auf beiden Seiten nicht zufrieden sein und die Lage weiter anheizen werden.

Warum sich Andrea Kdolsky allerdings bemüssigt gesehen hat, das Rauchen aufzugeben, leuchtet mir nicht ganz ein. Wenn Österreich einen Verteidigungsminister, der aus Gewissensgründen Waffen ablehnt, verträgt, hätte das Land wohl auch eine rauchende Gesundheitsministerin ausgehalten… :)

30. Mai. 2007

ist der Teufel los – nein, so arg ist es nicht, aber es schäumt gewaltig. Und das schon seit Jahren. Proteste von ungarischer Seite haben bis vor kurzem bei uns niemanden gekratzt.

Das Schaumproblem an der Raab besteht schon jahrelang und als möglicher Verursacher wurde immer schon eine Lederfabrik in der Oststeiermark genannt. Normalerweise hätte man annehmen müssen, dass die Sache österreichische Behörden, insbesonders die steirische Landesregierung mit der Gewässeraufsicht – in ihrem Bereich ist ja der “Hauptverdächtige”, auf den Plan hätte rufen müssen. War aber nicht so. “Der Dreck rinnt ja sowieso aus dem Land hinaus” oder ähnlich, wird man sich gedacht haben und “die paar Ungarn werden sich schon beruhigen”. War aber wieder nicht so. Der Widerstand aus Ungarn wurde immer stärker und nun hat Greenpeace offenbar mit Wasserproben die immer schon “verdächtige” Lederfabrik als Verursacher entlarvt. Und siehe da, plötzlich bewegt sich auch in der Steiermark was.

Die Frage, die sich stellt, ist, ob es wirklich Jahre dauern muss, bis so eine Sauerei abgestellt wird. Hat es wirklich Greenpeace gebraucht, um den Verursacher (der in den Medien von Anfang an als “verdächtig” benannt wurde) zu identifizieren – oder hat die steirische Gewässeraufsicht in der Pendeluhr geschlafen? Na gut, der Umweltlandesrat Wegscheider hatte sicherlich keine Zeit. Er war ja mit dem Feinstaub-Tafel-Desaster voll ausgelastet…

Landeshauptmann Voves wäre gut beraten, mit dem Tafel-Landesrat ein paar energische Worte zu wechseln. Früher oder später wird man nämlich erklären müssen, warum man so lange nichts getan hat – also säumig war. Ich würde mich damit beeilen – bevor noch jemand auf die Idee kommt, die Sache auf Amtsmissbrauch zu untersuchen…

30. Mai. 2007

Übertriebene Sorge um die Gesundheit ist auch nur eine Krankheit“ – sie werden´s erkannt haben, das ist nicht von mir ;) . Das Zitat stammt von François de La Rochefoucauld.

Ich habe es in einem lesenswerten Kommentar “Vom Recht auf ungesundes Essen” von Michael Prüller in der Presse gefunden.

29. Mai. 2007

Das Pfingstwochenende ist vorbei und die Verkehrstoten sind gezählt. Das Ergebnis ist alles andere als erfreulich – 20 Tote, mehr als die Häfte davon (11) in der Steiermark. Das schreit natürlich hinter dem Semmering nach drastischen Maßnahmen, selbstverständlich, ohne vorher die Ursachen gründlich zu erforschen.

Da “fordert” angeblich der oberste Verkehrspolizist des Landes eine generelle Senkung des Tempolimits auf Landstraßen auf 80 km/h. Man braucht sich aber nicht zu wundern, denn welche “Spezialisten” in der Steiermark werkeln, weiß man spätestens nach dem Feinstaub-Schilder-Desaster von LR Wegscheider. Warum schreibe ich dann überhaupt darüber? – Wahrscheinlich, weil man nicht müde werden darf, Unsinn als solchen auch zu benennen.

Soviel man bis jetzt weiß, fanden die heurigen Pfingstunfälle zum größten Teil im örtlichen Nahverkehr statt. Oft war auch von überhöhter Geschwindigkeit die Rede. Nur war bei den Unfällen sicherlich nicht die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h – die überdies nur bei optimalen Bedingungen erlaubt ist – ausschlaggebend, sondern wohl eher die “nicht angepasste Geschwindigkeit” in Verbindung mit einer gehörigen Portion von Unaufmerksamkeit. Zweiteres ist mit einer Herabsetzung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit nicht zu beeinflussen – Raserei, damit meine ich die grobe Überschreitung der 100 km/h, schon überhaupt nicht.

Der oberste Hüter des steirischen Verkehrsgeschehens möge sich vor seinen “Forderungen” einmal bei seinen Leuten umhören. Die würden ihm schon sagen, was Sache ist – man müsste sie nur fragen. Aber so wie es aussieht ist er sich da mit der schlitzohrigen Landesregierung einig. Es ist nämlich so, dass eine 80 km/h-Beschränkung (nur für das Land Steiermark) zwar nicht für das Unfallgeschehen aber sicher für das Landesbudget positive Auswirkungen hätte…

24. Mai. 2007

Viele Wirte haben Angst vor dem kommenden Rauchverbot. Diese ist aber unbegründet, denn durch ein Totalverbot ergeben sich neue Geschäftsmöglichkeiten, die auch für die Wirte enorme Kostenvorteile bringen. Man kann zB vollkommen ohne Personal (damit erspart man sich die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften und eine Menge Geld) ein “In”-Lokal für Genügsame betreiben. Die Einrichtung ist dabei auch wesentlich billiger und es fallen fast keine Heizkosten (ein oder zwei Terrassenstrahler genügen) an.

Innovative Gastronomen beginnen schon jetzt, sich auf die neue Situation einzustellen.

Nie mehr Probleme mit dem Rauchverbot und es wird viel geboten. Immer frische Luft, Kaffee um 50 Cent (vom Schwarzen bis zum Cappuccino), um ein Euro alle kalten Getränke (vom Bier über Spritzer und Cola bis Eistee, Orangensaft und Mineral) und ab 2.- Euronen auch Snaks.

Für Unterhaltung ist gesorgt und

und die Gemütlichkeit kommt auch nicht zu kurz.

Die Wirtschaft schaut alles in allem für den Anfang gar nicht so schlecht aus. Da kann man ja wieder Hoffnung schöpfen… :) ;) :)

22. Mai. 2007

Markos Kyprianou, europäischer Zwangs-Gesundmacher Nr 1, gibt wieder Laut. Diesmal präsentierte er eine europaweite Umfrage, wonach die Europäer Rauchverbote (auch in Restaurants und Bars) mit überwältigender Mehrheit befürworten. An und für sich würde sich natürlich hier die Frage stellen, ob die Umfrage an Meinungsforscher oder Meinungsmacher in Auftrag gegeben war. Aber darum soll es jetzt hier nicht gehen.

Alle Europäer? – Nein, nicht alle. In Österreich und Tschechien fand sich keine Mehrheit für Rauchverbote in Bars und Beisln. Aber auch dafür hat Freund Kyprianou gleich die passenden Worte parat. In Österreich sei die Diskussion noch jung und es habe sich gezeigt, dass mit längerer Diskussion (Gehirnwäsche?) die Zustimmung steigen würde. Auf den Punkt gebracht heißt das, dass die Österreicher momentan noch zu dumm für ein Rauchverbot wären und noch weiter gehirngewaschen gehören.

Weiters meinte der Kommissar, dass Rauchverbote immer von der Bevölkerung zunächst abgelehnt werden würden. Nach deren Einführung aber ändere sich das, da würde dann die Zustimmung steigen. Na bravo, jetzt hat er die Sau rausgelassen. Der Anti-Raucherkampf ist wirklich nur eine Religion. Auf der selben Welle hat der Papst gerade in Brasilien erklärt, die Indios hätten ihre Christianisierung damals still herbeigesehnt

Wahrscheinlich aber meint der Kommissar, dass wir in Österreich ein Rauchverbot einführen müssen, weil ja schließlich die Iren, Briten, Spanier, Franzosen etc dafür sind… :)

22. Mai. 2007

Euromania heißt die Roadshow der mit viel Goodwill und wohl noch mehr Geld der Bundesregierung ausgestatten Initiative „2008 – Österreich am Ball“. Mit 6 Sattelzügen und jeder Menge Krimskrams soll den Österreichern eingehämmert werden, dass die Fußballeuropameisterschaft EURO 2008 ein Vorteil für alle ist…

Die 6 Groß-Lkw werden 1.400 Fußbälle, 15.000 Autowimpel, 30.000 Fähnchen, 35.000 Duftbäume, 40.000 Schweißbänder und 100.000 Luftballons durchs Land transportieren und unter die Leute bringen. Gut, verschenkt werden wohl nur die Luftballons werden, den Rest wird man überteuert erwerben können. “In der Merchandising-Area wird eingefleischten Fans schon jetzt die Möglichkeit geboten sich mit diversen Fanartikeln einzudecken” steht beispielsweise in den OÖ-Nachrichten (online). Im Klartext wird das wohl heißen, dass etwa ein EM-Fußball wahrscheinlich zum vielfachen Hofer/Lidl/Penny/etc-Preis zu haben sein wird.

Die Österreicher müssen ja ganz schöne EM-Muffel sein, wenn so ein Aufwand als notwendig erachtet wird. Wundern braucht man sich darüber aber nicht. Der gewöhnliche Österreicher hat von der EM sicherlich original nichts. Er muss nur Beschränkungen in Kauf nehmen, vielerorts den Wirbel und den Mist erdulden und am Ende als Steuerzahler für die ganze Sache gerade stehen. Profitieren tun nur wenige. Einerseits die Politiker, denen durch die EURO 2008 viele Bühnen zur Selbstdarstellung geboten werden, dann eine kleine Schar von schlauen Geschäftsleuten und natürlich Günstlinge aller Art und Färbung, denen werden wohl wieder die lukrativen Jobs und Aufträge in den Allerwertesten geschoben werden…

20. Mai. 2007

Immer wenn man glaubt, dass es dümmer gar nicht mehr geht, kommt jemand und setzt noch einen drauf. Diesmal ist es die Österreichische Weinmarketinggesellschaft (ÖWM), die eine Anleitung zur Alkoholsucht als Werbespot unter die Leute bringt.

Dass Alkohol, als Arznei gegen schlechte Stimmung angewendet, geradewegs in die Sucht führt, weiß heutzutage wirklich jeder Vollkoffer – sollte man jedenfalls meinen. Bei der ÖWM dürfte man aber noch nicht so weit sein. In dem Radiospot wurde tatsächlich ein pfiffiger Grüner Veltliner als “Antidepressivum gegen den üblichen Montagmorgen-Frust” angepriesen. Jetzt rudert der Chef der ÖWM, Willy Klinger, zurück. Da gebe es nichts zu beschönigen, das wäre etwas missglückt, meinte er. Na, wenigstens jetzt hat er´s erkannt. Leider zu spät – der Schaden ist schon angerichtet.

Es wäre nicht schlecht, wenn jetzt einmal jemand bei der ÖWM, die ja großteils mit öffentlichem Geld arbeitet (zahlen ja alle Winzer und gewiss auch die öffentliche Hand dort ein), nachschauen würde, ob da noch alles rund läuft. Jedenfalls aber müssen die einen kreativen Notstand dort haben, wenn ihnen in Zeiten von Komasaufen- und Raucherhysterie so ein Spot einfällt :)

Zwar nicht als Entschuldigung – wohl aber als Milderungsgrund, könnte man für die ÖWM gelten lassen, dass die geschäftemachende Gesundheitslobby auch nichts anderes macht. Da wird den Leuten selbst bei geringfügigen Unpässlichkeiten sofort eine Depression eingeredet, um diese dann mit Antidepessiva behandeln zu können – günstigstenfalls gleich lebenslang (mit 10-Stück-Packungen, jedesmal vom Arzt verschrieben und von der Apotheke verkauft – sollen ja alle was davon haben…) :)

16. Mai. 2007

An und für sich ist es ja normal, dass Ideen und Vorschläge von Politikern heutzutage am Kern des jeweiligen Themas vorbei gehen, sozusagen das Thema verfehlen. Manchmal muss man sich trotzem fragen, ob da noch alles rund läuft.

Die grüne Jugendsprecherin Claudia Smolik meinte in Anspielung auf die Äußerungen Bürgermeister Häupls, lokale Alkoholverbotszonen einzuführen, diese würden “am Kern des Problems vorbei” gehen. Die gute Frau mag hier schon recht haben, aber ihr dürften die Vorschläge ihrer Grün-Kollegin Petrovic in der Kausa entgangen sein (0,00 Promille im Straßenverkehr, um die Jugend vom Alkohol zu brinen…). Wenn also die häuplschen Verbotszonen schon “am Kern des Problems vorbei” gehen, dann ist die Petrovic-Idee sogar Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt, ja sie streift vielleicht gerade mal die Galaxie :)

Haben manche Politiker wirklich sonst nichts zu tun? Müssen sie zu allem irgedwas sagen, nur um dann sagen zu können, man hätte auch was gesagt? Ich glaube nicht, dass sie das müssen. Anscheinend sind sie aber der Meinung, sich das leisten zu können, weil dem (dummen?) Volk sowieso nicht auffallen würde, was so zeitweilig für ein Unsinn verzapft wird. Leider liegen diese Leute damit sogar richtig…

14. Mai. 2007

Bekannt war es ja schon früher, dass der Fußballclub Rapid Geld von EADS bekommen hat. Jetzt wurde ruchbar, um welche Summen es dabei ging – na hawedere!

Nach den Medienberichten soll Rapid Wien bis jetzt (seit 2003)insgesamt ca 5 Millionen Euro von EADS erhalten haben. Interessant dabei ist, dass man den Sponsor EADS, im Gegensatz zu anderen Sponsoren – deren Embleme ja immer gut sichtar irgendwo drauf prangen, bis jetzt überhaupt nicht sehen konnte. Es stellt sich die Frage, welche Gegenleistung EADS für das Sponsoring erhalten hat. So ein Konzern verschenkt ja normalerweise die Millionen nicht einfach so. Angeblich hat EADS durch das Sponsoring die Möglichkeit, „auf das gesamte Netzwerk von Rapid und den Rapid-Wirtschaftsbetrieben zurückzugreifen“ (Zitat “Die Presse”) – was immer das heißen mag.

Noch interessanter ist allerdings die Tatsache, dass dieses “Netzwerk” des Fußballclubs Rapid – dessen Präsident immerhin ein ehemaliger Finanzminister ist, den Aufdecker der Nation und Ausschussvorsitzenden überhaupt nicht zu berühren scheint. Ich hätte mir vorgestellt, er würde sich als Verschwörungstheoretiker für Netzwerke interessieren. Na gut, vielleicht interessiert es ihn ja im Stillen, bei anderen hat er allerdings noch nie so still gehalten…

Am allerinteressantesten in der Sache ist aber der ORF. Da wurde von unserer unabhängigen Zwangsgebührenfernsehanstalt in der ZIB behauptet, dass diese Rapid-Geschichte der ÖVP nur als Ablenkungsmanöver dienen würde. Wirklich toll, diese Recherchearbeit. Wer sonst hätte herausbekommen können, dass die ÖVP in grenzenloser Weitsicht den EADS-Konzern dazu bewegte, Rapid ein paar Millionen in den Allerwertesten zu schieben, um dann, wenn man durch den U-Ausschuss selbst in Bedrängnis gerät, damit die SPÖ über den Clubpräsidenten anpatzen zu können. Es muss tatsächlich so gewesen sein, denn erfinden kann man so etwas sicher nicht… :)

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