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12. Mai. 2007

Es ist kommt zwar selten vor, ist aber schön, dass man von der Politik auch positiv überrascht wird. Da tritt im Zuge der Komasaufen-Diskussion die SPÖ-Abgeordnete Laura Rudas vor und behauptet, das Problem wäre “aufgebauscht”. Gott stehe ihr bei, das ist ja komplett gegen den Mainstream…

Und da sind sie auch gleich, die unverbesserlichen Weltverbesserer, welche zur Errettung der Menschheit vor sich selber angetreten sind. Schnell war die ÖVP in Person der Familiensprecherin Ridi Steibl zugegen, die gleich meinte, Rudas betriebe “Realitätsverweigerung”, denn die zahlreichen betrunkenen Jugendlichen, die in die Notaufnahme eingeliefert werden würden, sprächen eine andere Sprache. Dass man heute wegen jedem Furz in die Notaufnahme kommt (ist ja auch ein Geschäft damit zu machen), dürfte der guten Frau entgangen sein. Und dass sie sich die Mühe gemacht hat, das Problem am Ort des Geschehens anzusehen, mag ich schon gar nicht glauben. Frau Streibl kann jedenfalls keine Realitätsverweigerung betreiben, sie kennt die Realität ja gar nicht.

Den Bock abgeschossen haben aber die Grünen. Madeleine Petrovic, die sich offenbar die meiste Zeit in der grünen Versenkung befindet und wohl besser dort auch bleiben sollte, will gar beim Autofahren 0,00 Promille einführen, um durch Vorbildwirkung der Erwachsenen den Jugendlichen das Komasaufen abzugewöhnen. Was soll man zu so einer derart unsinnigen Vermischung von zwei Problemen überhaupt noch sagen? Nein, da ist jedes Wort reine Verschwendung. Und dabei hat Christoph Chorherr gerade in seinem Blog interessant über “Als ob Politik” geschrieben…

Aber egal – es tut gut, dass sich hie und da Politiker, wie hier die Abgeordnete Rudas, noch getrauen, vernunftige Meinungen auch entgegen der mainstreamenden Meute zu vertreten. Dabei fällt mir auf, dass beim Thema Komasaufen die SPÖ (derzeit?) insgesamt die besseren Ansichten hat – wenn man die Schnapsidee von dem zu kreeirenden alkoholfreien Jugendgetränk außen vor lässt :)

2 Kommentare »

  1. Ununpentium schreibt:

    Eine Bitte:

    Bitte diesen durch diverse Medien (Krone, Bild) hochstilisierten Begriff “Komasaufen” zu meiden und stattdessen das viel sachlichere und tatsachennähere Wort “Kampftrinken” zu verwenden, so wie es in allen internationalen Studien und seriösen Medien auch vorkommt.

    Das Trinken selbst ist ja schon schlimm genug, aber diese zwanghaft dramatisierenden Begriffe sind einfach nur traurig.

    12. Mai. 2007 | #

  2. kritikus schreibt:

    Ich habe den Begriff, ohne nachzudenken so übernommen (werde versuchen, mich zu bessern), wie er in die Welt gesetzt wurde. Ob “Kampftrinken” hier näher kommt, weiß ich aber nicht. Es wird zwar getrunken, aber sicher nicht gekämpft… :)

    12. Mai. 2007 | #

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