Die grüne Mark wird wahrscheinlich künftig gar nicht mehr so grün sein. Mit geschwellter Brust verkündete Landesvater Voves, dass er die steiermärkische Stromgesellschaft (EStAG) an die französische Electricite de France (EdF) verscherbeln will – na ja, zu 49 % halt.
Die Franzosen wollen die 25 %, die sie schon besitzen, um weitere 24 % aufstocken und winken dazu mit 370 Millionen. Da konnte der Landeshauptmann nicht mehr nein sagen. Auf so unbedeutende Kleinigkeiten, wie etwa die Tatsache, dass EdF einer der größten Atomstrom-Produzenten Europas ist, kann man bei guten Geschäften ja nicht auch noch Rücksicht nehmen. Hauptsache wir in Österreich haben keinen Atomstrom und außerdem sieht man ja eh gleich, was aus der Steckdose kommt…
Damit kein Irrtum aufkommt, es stört mich hier nicht so sehr, dass Atomstrom nach Österreich kommen wird (den haben wir sowieso schon). Mich stört auch nicht, dass an eine ausländische Firma verkauft werden wird. Die Sauerei ist, dass überhaupt Energieversorgung verkauft wird. Das ist nämlich eine Art Kaperbrief für moderne Freibeuter. Franz Voves weiß das wahrscheinlich, aber er weiß natürlich auch, dass man die Auswirkungen erst viel später spüren wird. Und da ist dann eh schon ein anderer Landeshauptmann.
Angeblich ist eine Mehrheit im steirischen Landtag für das Geschäft noch nicht gewiss. Es bleibt nur zu hoffen, dass keine andere Partei da mitstimmt, wenngleich nicht viel Hoffnung besteht. Wenn nämlich der Landeshauptmann einen Teil des erwarteten Millionensegens im Einflussbereich der ÖVP lässt…
