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2. Jun. 2007

Der Milchpreis soll angeblich gleich um 15 Prozent erhöht werden. Als angeblicher Grund (oder sollte man besser Rechtfertigung/Ausrede sagen?) wird der gestiegene Weltmarktpreis genannt.

Angeblich deshalb, weil es nur schwer einsehbar ist, dass wir in Österreich für österreichische Milch mehr zahlen sollen, weil es in Afrika/Asien/Australien/etc zu wenig Milch gibt. Man sagt, wegen dem Weltmarktpreis halt. Genau daran aber sieht man, dass es wieder nur um Geschäftemacherei (im negativen Sinn gemeint) geht. Würde man gesund-ökonomisch vorgehen, dann müsste man sich zu allererst um die Stammkunden in Österreich/Europa kümmern und diese mit fairen Preisen zufriedenstellen und nicht gerade sie mit der Weltmarktpreis-Ausrede abzocken. Die österreichisch/europäischen Stammmilchtrinker wird man nämlich noch brauchen – und zwar dann, wenn die in Afrika/Asien/Australen/etc wieder auf unsere Milch pfeifen werden, weil sie selber wieder genug Eigenmilch haben…

Aber die Geschäftemacher haben ihre eigene Philosophie des maximalen (wenn auch unfairen) Gewinnes. Es wird immer nur dort abgesahnt, wo es um Produkte des täglichen Lebens geht, die jeder jeden Tag braucht (die drastische Erhöhung der Fahrpreise beim VOR passt da genau dazu).

Aber genau hier könnten sich die Milchbosse gehörig in den Finger schneiden. Es ist nämlich nicht so, dass man Milch braucht. Brauchen tun´s eigentlich nur Kleinkinder. Erwachsene brauchen Milch gar nicht – das wurde uns nur anerzogen. Viele Leute vertragen Milch oder Milchprodukte auch überhaupt nicht, was ja beim Menschen an und für sich das Normale wäre. Der Mensch ist überhaupt erst seit ca 8000 Jahren in der Lage, als Erwachsener Milch verdauen zu können. Und durch die fadenscheinige Preiserhöhung könnte ein guter Teil der Milch-, Joghurt- und Müslitiger wieder auf andere Nahrungsmittel umteigen und dann würden die Milchbarone mit ihrer AMA bei absehbar wieder fallenden Weltmarktpreisen aber blass aussehen…

 

PS: Vor ein paar Wochen stand in den Zeitungen, dass die österreichischen Milchbauern im Quotenjahr 2006/07 um 91.776 Tonnen zu viel Milch an die Molkereien geliefert hätten und dafür wäre eine Zusatzabgabe von 26,2 Millionen Euro nach Brüssel zu bezahlen – alles klar? ;)

3 Kommentare »

  1. Overcards.de schreibt:

    $30 für einen Liter Milch ?…

    Leute die mich kennen wissen, dass ohne einen Liter kalte Milch mit mir Morgens nichts anzufangen ist. Also habe ich mir hier im Wynn ein solides Frühstück aufs Zimmer kommen lassen. Die Rechnung wies $70 aus, was mir dann doch etwas hoch vor…

    5. Aug. 2007 | #

  2. kritikus.at » Blog Archiv » Ungenützte Macht der Konsumenten schreibt:

    [...] Es stehen in nächster Zeit beträchtliche Preiserhöhungen von Milch-, Getreide- und Obstprodukten ins Haus. Gründe werden viele genannt und es kann sich jeder selbst aussuchen, was er glaubt und was nicht. Der Hauptgrund für die Teuerung ist aber offensichtlich und nicht wegzuleugnen. Es ist die durchsichtige “Bauernschläue” von Lebensmittelindustrie und Handel, tagtäglich kräftig abzucashen. [...]

    15. Aug. 2007 | #

  3. kritikus.at » Blog Archiv » Milchstreik schreibt:

    [...] Die Milchbauern sind sauer, sie bekommen zu wenig für ihre Milch. Und das, obwohl wir in den Geschäften, so wie bei allen Lebensmitteln, immer mehrr für Milchprodukte bezahlen. Nun gibt es innerhalb der Bauernschaft Bestrebungen, die Molkereien zu boykottieren und keine Milch mehr abzuliefern. Milchstreik – sozusagen… [...]

    30. Mai. 2008 | #

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