“Nur ja keinen unnötigen Streit vermeiden” – scheint die Devise der Bundesregierung zu sein. Im Pflegebereich dürfte das aber nicht zutreffen, hier dürfte es anders sein. Nach dem unseligen Wahlkampf mit dem Slogan “Pflegenotstand” hat man als Regierung die Lösung eines unlösbaren Problems versprochen. Da ist nunmal Streit vorprogramiert, weil man ja das Scheitern der jeweils anderen Partei umhängen musss
Ich habe es ja immer gesagt, dass die 24-Stunden-Pflege zu Hause für Normalverdiener nicht leistbar ist und dass das ein unlösbarers Problem ist, welches auch die Regierung nicht lösen kann. Ein illegaler Pfleger kostet bei Rund-um-die-Uhr-Betreuung ca 1500.- € im Monat und der Durchschnittsgehalt ist in Österreich ca 1300.- €. Man muss kein Finanzgenie sein, um zu erkennen, dass sich das schon nicht ausgehen kann. Ein legalisierter Pfleger wird aber für die gleiche Dienstleistung mindestens 3000.- € kosten…
Nach langem, schweren Leiden wurde nun ein Pflegemodell von der Regierung präsentiert, welches sogleich von den Seniorenvertretern beider Regierungsparteien scharf kritisiert wird. Beide Politveteranen, Khol und Blecha, sind nicht sonderlich sympathisch, aber hier haben sie recht. Allerdings hätten sie ihren Parteien das auch schon vorher sagen können. Es war ja erkennbar, dass eine legale 24-Stunden-Pflege für den großteil der Bevölkerung keinesfalls leistbar sein würde. Oder haben die beiden Herren in einem Anfall von grenzenloser Naivität wirklich geglaubt, die öffentliche Hand würde den Luxus der Pflege zu Hause zur Gänze übernehmen und die Pflegeheime leer stehen lassen?
