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5. Jun. 2007

Unser Umweltminister, Josef Pröll die angebliche Zukunftshoffnung der ÖVP (na bravo ! :) ) hat anlässlich des Welt-Umwelttages den Startschuss für eine Informationsoffensive in Sachen Energie-Sparlampen gegeben.

“Informationsoffensive” wird aber eher ein falscher Ausdruck für die Sache sein. Informiert dürfte da nämlich nur in eine Richtung werden, in die der Lampenindustrie. Bedenken die manche gegen die Sparlampen haben, werden gefließentlich nicht erwähnt werden. Man braucht sich aber nicht wundern, wir leben in der Zeit der Hysterien und da ist für sachliche Diskussionen kein Platz – schon gar nicht, wenn eine Zukunftshoffnung dringend einen Erfolg braucht ;)

Es schadet sicher nicht, sich die Ansicht der Bürgerwelle Schweiz durchzulesen. Mir persönlich kommt im Wohnbereich (Schlafzimmer, Esszimmer, Wohnzimmer etc) sicher keine Energiesparlampe rein. In Keller und Garage (dort habe ich in den großen Räumen sowieso Neonröhren) kann man mit mir reden, wenn es gescheite und komfortable Lampen gibt (jene, die ich probeweise voriges Jahr gekauft habe, war das nicht – lange Anwärmphase und bei weitem nicht die versprochene Lichtstärke…).

4. Jun. 2007

Weil die Badesaison nahen würde wäre die Bikinifigur wichtig wie nie, sagt man seit einigen Tagen laufend auf Ö3. Es wurde ein Trainings- und Ernährungsprogramm präsentiert, mit welchem man – konsequent durchgezogen – in zwei Wochen 5 Kilogramm abnehmen könne. Romana Nachbauer absolviert das Programm als Versuchskaninchen.

Normalerweise interessiert mich so ein Schmarrn ja nicht, aber die Sache wird so penetrant durchgezogen, dass ich mich als notorischer Ö3-Hörer dem nicht entziehen kann. Heute wurde Frau Nachbauer über ihr erstes Training gefragt. Sie sagte, dass es immens hart gewesen wäre und sie es fast nicht geschafft hätte. Das ist kein Wunder, denn das Programm ist zwar für einen halbwegs trainierten Menschen ein Klacks, für einen Antisportler aber annähernd Mord.

Da steht etwa auf der Ö3-Homepage zum Ausdauertraining folgendes: “Nach einer zweiminütigen Aufwärmphase (geringer Widerstand und gemütliches Tempo), gibt man eine Minute Vollgas und geht bis an seine Grenzen. Dann eine Minute das Tempo reduzieren – der Puls muss aber oben bleiben. Diesen Zyklus wiederholt man vier bis (maximal) sechs Mal.” Wer so schon einmal trainiert hat, weiß wie es da zur Sache geht – Intervalltraining ist auch für einen Trainierten eine harte Sache. Ähnlich schaut der Krafttrainingsteil aus – da steht geschrieben: “Beim Krafttraining wird ebenfalls in Intervallen trainiert. Die Übungen sind Hampelmann, Liegestütz und Strecksprung, die man jeweils zwanzig Mal wiederholt. Eine Serie sollte man drei bis vier Mal durchmachen, möglichst ohne Pause.” Das ist auch nicht ohne und das Programm sollte man 3x pro Woche (immer ein Tag Pause nach dem Training) machen. Dann sollte man, wenn man sich zusätzlich noch konsequent an die Ernährungstipps hält, in zwei Wochen 5 Kilo abnehmen.

Wenn man nun bedenkt, dass sich die Ö3-Aktion hauptsächlich an Frauen richtet – Bikinifigur – und die Abnahmewilligen wahrscheinlich untrainiert sind (sonst hätten sie ja keine Gewichtsprobleme), dann bringt dieses Programm die Teilnehmer höchstwahrscheinlich nur dazu, im weiteren Leben nie mehr Sport zu machen. Vom ersten Training an werden sie sich, mit jedem Tag mehr, freuen, wenn diese Plakerei vorbei ist und sie wieder rasten bzw normal essen können. Danach wird ihnen bei jedem Gedanken an sportliche Betätigung diese Plakerei wieder einfallen und zu einer inneren Sperre führen.

Man weiß ja, dass einem populären Sender eher weniger am Wohlergehen der Hörer gelegen ist – Hauptsache die Quoten stimmen, aber dennoch ist es um die Sache schade. Man hätte auch eine sinnvolle Aktion über einen längeren Zeitraum machen können, was zudem noch den Vorteil gehabt hätte, dass man länger darüber berichten hätte können. ZB könnte man Leute, die wirklich was machen wollen, motivieren, zu einem Leistungsdiagnostiker zu gehen und bei einem 10-Wochen-Programm begleiten. Wer da mitmachen würde, würde sich im Wellnessbereich bewegen und so ohne große Anstrengung, vermutlich dauerhaft, zum Ausdauersportler werden. Ja, und das Ernährungsprogramm würde sich dann erübrigen, denn wer regelmäßig Ausdauersport betreibt, weiß selber, was er essen soll – das regelt sich von alleine…

3. Jun. 2007

Salzburg unter LH Burgstaller ist neben der Steiermark unter LH Voves eine Hochburg, wenn es um Erfindungen geht, die Raucher beeinträchtigen sollen. Man muss es so hart ausdrücken, denn wenn auch immer betont wird, es gehe nur um den Nichtraucherschutz, findet man doch sehr oft Statements wie “Weniger strenge Maßnahmen bringen nichts” (SPÖ-LR Hirt, der sogar nach Brüssel gereist ist, um sich Kyprianou vor die Füße zu werfen… :) ), die erkennen lassen, dass es in Wahrheit um die Ausrottung des Rauchens geht.

Nun versucht man in Salzburg die Landeskliniken rauchfrei zu bekommen und das Rauchen dort nur mehr in ganz wenigen Bereichen zu erlauben. Das liegt im Zeittrend und braucht nicht näher erörtert werden. Im Zuge der Diskussion rund um das Projekt wird aber festgestellt, dass eine Rauchpause keine Arbeitszeit ist. Auch das wurde und wird schon diskutiert und ist sohin auch nicht ganz neu. Dass aber ausgerechnet Bernhard Treschnitzer, Zentralbetriebsrat SALK, so eine Idee in die salzburger Diskussion einwirft, ist eigentlich ungeheuerlich. Weiß dieser Mensch überhaupt, was er da auslösen kann?

Man kann natürlich der Meinung sein, Rauchen sei keine Arbeitszeit. Es gibt aber auch ein Recht auf Arbeitspausen und was ein Arbeitnehmer in seiner Pause macht, sollte da nicht von Bedeutung sein. Würde man jetzt hergehen und die Rauchpausen tatsächlich einarbeiten lassen, würden sich ganz andere Fragen auftun. Wie würde man mit privaten Handygesprächen umgehen? Wie mit Esspausen (Gesundheitsfuzzis essen ja 17x am Tag :) )? Wie mit WC-Zeitungslesern? Wie mit einfach nur Faulen? Müssten die dann nicht alle einarbeiten? Ich würde sagen ja.

Diese Einarbeitungen sind aber noch nicht das Schlimmste. Am schlimmsten wäre in so einem Fall, dass ein “Nichtausstempeln” ja eigentlich ein Betrug am Betrieb und somit ein Entlassungsgrund wäre. Auf diese Weise könnte sich jeder Betrieb ganz locker seiner unbequemen Mitarbeiter entledigen, denn bald würde sich vor lauter Arbeitszeit/keine Arbeitszeit/Arbeitszeit/keine Arbeitszeit/etc niemand mehr auskennen und es würde zu Fehlern kommen. Die Betriebsführung bräuchte dann nur die unbequemen Mitarbeiter gezielt überprüfen, finden würde man sicher bei jedem was…

Zentralbetriebsrat Treschnitzer dürfte das egal sein. Er hat ja seinen guten Job und wenn er der Landeshauptfrau gefügig ist, ist er ja gut abgesichert. Die Bediensteten der SALK werden ihm da halt nicht so wichtig sein…

2. Jun. 2007

Der Milchpreis soll angeblich gleich um 15 Prozent erhöht werden. Als angeblicher Grund (oder sollte man besser Rechtfertigung/Ausrede sagen?) wird der gestiegene Weltmarktpreis genannt.

Angeblich deshalb, weil es nur schwer einsehbar ist, dass wir in Österreich für österreichische Milch mehr zahlen sollen, weil es in Afrika/Asien/Australien/etc zu wenig Milch gibt. Man sagt, wegen dem Weltmarktpreis halt. Genau daran aber sieht man, dass es wieder nur um Geschäftemacherei (im negativen Sinn gemeint) geht. Würde man gesund-ökonomisch vorgehen, dann müsste man sich zu allererst um die Stammkunden in Österreich/Europa kümmern und diese mit fairen Preisen zufriedenstellen und nicht gerade sie mit der Weltmarktpreis-Ausrede abzocken. Die österreichisch/europäischen Stammmilchtrinker wird man nämlich noch brauchen – und zwar dann, wenn die in Afrika/Asien/Australen/etc wieder auf unsere Milch pfeifen werden, weil sie selber wieder genug Eigenmilch haben…

Aber die Geschäftemacher haben ihre eigene Philosophie des maximalen (wenn auch unfairen) Gewinnes. Es wird immer nur dort abgesahnt, wo es um Produkte des täglichen Lebens geht, die jeder jeden Tag braucht (die drastische Erhöhung der Fahrpreise beim VOR passt da genau dazu).

Aber genau hier könnten sich die Milchbosse gehörig in den Finger schneiden. Es ist nämlich nicht so, dass man Milch braucht. Brauchen tun´s eigentlich nur Kleinkinder. Erwachsene brauchen Milch gar nicht – das wurde uns nur anerzogen. Viele Leute vertragen Milch oder Milchprodukte auch überhaupt nicht, was ja beim Menschen an und für sich das Normale wäre. Der Mensch ist überhaupt erst seit ca 8000 Jahren in der Lage, als Erwachsener Milch verdauen zu können. Und durch die fadenscheinige Preiserhöhung könnte ein guter Teil der Milch-, Joghurt- und Müslitiger wieder auf andere Nahrungsmittel umteigen und dann würden die Milchbarone mit ihrer AMA bei absehbar wieder fallenden Weltmarktpreisen aber blass aussehen…

 

PS: Vor ein paar Wochen stand in den Zeitungen, dass die österreichischen Milchbauern im Quotenjahr 2006/07 um 91.776 Tonnen zu viel Milch an die Molkereien geliefert hätten und dafür wäre eine Zusatzabgabe von 26,2 Millionen Euro nach Brüssel zu bezahlen – alles klar? ;)

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