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28. Jul. 2007

Ich habe sie heuer eigentlich schon vermisst, die periodischen Alarmmeldungen im Sommer über bodennahes Ozon. Jetzt sind sie – Gott, der Wetterlage und dem Straßenverkehr sei´s gedankt – wieder da.

Ich selber habe mich ja noch nie um das Ozon gepfiffen, obwohl wir bei uns im Seewinkel schon immer viel davon hatten. Man sagt, das käme von den Faulgasen des Schilfgürtels. Ich weiß es nicht, aber wenn man es sagt, wird es schon stimmen :) . Na ja, egal – ich gehe auch bei höchster Warnstufe in der Mittagszeit laufen, wenn ich gerade da Zeit habe. Und ich habe es bis jetzt immer unbeschadet überstanden.

Laut “Die Presse” hat die wiener MA 22 verlauten lassen, dass „Kinder mit überempfindlichen Bronchien, Personen mit schweren Erkrankungen der Atemwege oder des Herzens sowie Asthmakranke ungewohnte und starke Anstrengungen im Freien, insbesondere in den Mittags- und Nachmittagsstunden, vermeiden“ sollten.

Mann, sind die gut. Die haben voll den Durchblick, denn Kinder mit kranken Bronchien, schwer Lungen- oder Herzkranke und Asthmatiker sind ganz sicher genau der Personenkreis, der laufend ungewohnte, anstrengende Tätigkeiten – natürlich vorwiegend in der Mittagshitze – durchführt. Das ist etwa so, wie wenn im Beipackzettel einer Pistole stehen würde: “Schießen sie sich nicht in den Kopf, es könnte sich für sie nachteilig auswirken!” :) :)

25. Jul. 2007

Die österreichische Verwaltung ist angeblich zu teuer. Laut einer Studie des niederländischen Büros für ökonomische Politikanalyse (CPB) kostet sie 4,6 % des BIP, wogegen der EU-Durchschnitt nur 3,5 % beträgt.

In der Studie wird anscheinend nicht erwähnt, dass unsere Verwaltung (trotz aller Verbesserungsmöglichkeiten) sicherlich eine der besten in der ganzen EU ist. Qualität kostet nunmal Geld – ist ein alter Hut.

Die Regierung gedenkt, mit der geplante Staatsreform gegenzusteuern. Was davon allerdings bereits bekannt ist, lässt wenig Hoffnung zu. Denken wir nur an die Justizanwalt-Idee, die im Endausbau wahrscheinlich hunderte Beamte (eher teurere Ränge) mehr bedeuten wird. Und wer sich von den Verwaltungsgerichten Einsparungen erwartet, wird sich auch schwer täuschen. Für die Institutionen, die diese Arbeit bis jetzt erledigt haben, werden sehr rasch neue Tätigkeiten erfunden werden. Alles in allem wird es halt teurer, wenn man laufend neue Bedürfnisse erfindet. Zu einer wirklichen Entrümpelung (zB Regionen statt Bundesländern, Landtage, Bundesrat etc) hat niemand den nötigen Mut. Den Beamten die eine oder andere Zulage wegnehmen, wird sicherlich original 0 bringen. Muss es wahrscheinlich auch gar nicht, Hauptsache die Neidgesellschaft wird angekurbelt. “Gib dem Volk ein Feindbild und es wird Ruhe geben” werden sich die Spindoktoren wohl gedacht haben… :)

23. Jul. 2007

“Kdolsky stürzt wegen Kindergeld ab” titelt das Qualitätsblatt “Österreich” heute. Es ist zwar wahrscheinlich anders gemeint, aber eigentlich würde es der Ministerin zur Ehre gereichen, wegen einer gerechten Sache zu “stürzen”.

Beim Kindergeld-Fall geht es anscheinend darum, dass eine nicht so kleine Zahl von ÖsterreicherInnen sich Kindergeld durch falsche Angaben erschlichen hat und die Ministerin Kdolsky nach ihrem Amtsantritt da irgendwie draufgekommen ist. Nun will sie natürlich das erschlichene Geld zurückfordern. An sich sollte das eine ganz normale Sache sein, ja sogar die Pflicht eines Ministers. Schließlich geht es ja um Steuergeld und man sollte sich auch den ehrlichen Eltern verpflichtet fühlen, die das Kindergeld auch hätten gebrauchen könnnen, es aber wegen ihrer Ehrlichkeit nicht bekommen haben.

Strafrechtlich gesehen der Kindergeld-Fall wohl eindeutig als Betrug (“Wer mit dem Vorsatz, durch das Verhalten des Getäuschten sich oder einen Dritten unrechtmäßig zu bereichern, jemanden durch Täuschung über Tatsachen zu einer Handlung Duldung oder Unterlassung verleitet, die diesen oder einen anderen am Vermögen schädigt,…) zu sehen. Eigentlich müssten die illegalen Kindergeldbezieher auch mit einer Untersuchung durch die Staatsanwaltschaft rechnen, denn Betrug ist nunmal ein Offizialdelikt – dh es ist von Amtswegen zu verfolgen.

Warum rechtschaffene Bürger und Politiker hier eine Amnestie fordern, ist mir schleierhaft. Bei Versicherungsbetrug oder Krediterschleichung wird richtigerweise auch nicht amnestiert. Oder sind diese Amnestierer etwa gar nicht rechtschaffen… ;)

22. Jul. 2007

Endlich sind sie da, die Eurofighter, und schon haben wir eine Diskussion über deren Verwendung. Niemand will so recht die Verantwortung dafür übernehmen, im Anlassfall einen Schießbefehl auf Zivilflugzeuge zu geben.

Na ja, verstehen kann ich das schon, wer will schon für den Tod von hunderten Menschen verantwortlich sein. Aber sind nicht Regierungsmitglieder dazu da, Verantwortung zu übernehmen. Ja, ich weiß – das tun sie annähernd nie, aber muss es gleich so offensichtlich sein wie jetzt? Da wird der Nationale Sicherheitsrat bemüht, der dann in vollkommener Klarheit bestimmt, dass bei einem Terrorgeschehen der Innenminister und bei einem militärischen Angriff der Verteidigungsminister zuständig ist. Leider hat der Rat eine unbedeutende Kleinigkeigkeit zu erwähnen vergessen – nämlich was ein terroristischer Akt ist und wer das in letzter Konsequenz entscheiden soll. Zudem soll dem Piloten vom Verantwortungsträger (falls im Ernstfall tatsächlich einer gefunden wird) nur in etwa gesagt werden, dass sie freie Hand hätten und selbst entscheiden dürften, ob sie schießen oder nicht. Toll, wie schön die Herrschaften das Ausdrücken – früher haben unwissende Vorgesetzte immer “Handeln sie nach den bestehenden Vorschriften!” gesagt. Wie immer: “Die letzten beissen die Hunde” – kein Wunder, dass sich da deren Vertreter aufregen.

Die ganze Diskussion ist in Österreich aber sowieso illusorisch. Sollten Terroristen tatsächlich ein Flugzeug kapern und es in ein voll besetztes Stadion (die einzige Schwierigkeit dürfte sein, ein solches in Österreich zu finden :) ) stürzen lassen, dann wird das auch geschehen. Es wird nämlich in der kurzen Zeit, die zur Verfügung steht, niemand – weder Minister, Sicherheitsrat oder Piloten – eine Abschussentscheidung treffen. Eine solche Entscheidung kann nämlich nur falsch sein, denn wenn man das Flugzeug abschießt, wird man nie mit absoluter Sicherheit sagen können, ob es tatsächlich in das Stadion geflogen wäre oder ob die Entführer nur geblufft hätten. Leute wie Peter Pilz und der Boulevard würden dann schon dafür sorgen, dass sich der Verantwortliche die Kugel geben kann…

7. Jul. 2007

In den nächsen 14 Tagen wird es hier etwas ruhiger werden. Der Kritikus verdrückt sich zwechs Urlaub nach Griechenland.

Warum gerade Griechenland? – Na, weil sie dort noch nicht so von der Anti-Raucher-Hysterie befallen sind, immer die Sonne scheint und das Bier kalt ist – zumindest wenn man nicht zu lange rummacht… :)

Wie auch immer – ich denke, die Welt wird es zwei Wochen ohne mein Gelaber aushalten. Falls aber doch nicht, werde ich nächstes Jahr selbstverständlich keinen Urlaub machen :) :) :)

 

PS: Meinen kleinen Test muss ich derweil auch unterbrechen, weil das schadstofffreie Rauchen bei mir ja nur für die Arbeit gedacht ist…

6. Jul. 2007

Obwohl Sportbegeisterte und natürlich die (na ja, einige halt) Salzburger trauern, ist der Sieg von Sotschi bei der Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2014 der bestmögliche Ausgang für Österreich – der Haupttreffer sozusagen.

Unmittelbar nach der denkwürdigen ORF-Berichterstattung über die Wahl des IOC in Guatemala, wobei sich die meisten österreichischen Sport-Apparatschiks recht peinlich verhielten, konnte man in den Zeitungen schon lesen, dass die Wahl von Sotschi so schlecht gar nicht ist. Österreichische Firmen sind im Osten mit allem, was bei der Ausrichtung der Spiele gebraucht wird, bereits gut im Geschäft. Sie werden mit den Olympischen Spielen ein Milliardengeschäft machen – und das, ohne dass wir dafür Flieger kaufen müssen. Und am allerbesten dabei ist, dass das Ganze Österreich keinen müden Euro kosten wird.

Wäre die Wahl auf Salzburg gefallen, hätten zwar unsere Firmen auch Milliardengeschäfte gemacht. Aber das hätten wir großteils selber bezahlen müssen und es hätte lange Gesichter bei den Steuerzahlern gegeben. Da sind mir dann schon die langen Gesichter bei den Sportapparatschiks bei weitem lieber :)

5. Jul. 2007

Die Skandinavier sind sauber – Alkohol und Tabak sind durch extreme Hochpreispolitik stark eingeschränkt und nun wird in Norwegen auch die Prostitution verboten, dh die Freier (=Kunden) von Prostituierten mit Haftstrafen bedroht.

Bei Tabak weiß ich es nicht so genau, aber jedenfalls beim Alkohol ist die skandinavische Unterdrückungspolitik gescheitert. Bürger skandinavischer Staaten fallen in liberaleren Ländern auf der ganzen Welt auf, weil sie saufen wie die Kühe. In Schweden beispielsweise gibt es anscheinend keinen einzigen Diskobesucher, der nicht einen Flachmann mit hätte. Getrunken wird da am WC, weil dort darf nicht videoüberwacht werden…

Es ist auch ohne übernatürliche Gabe vorauszusehen, dass mit dem Prostitutionsverbot in Norwegen sicherlich kein Problem gelöst werden wird. Das Geschäft wird von der Straße verschwinden und sich in die Illegalität verdrücken – mit allen Konsequenzen (keine Gesundheitsuntersuchungen für die Damen, Menschenhandel, Erpressung und Nötigung ist ohne Kontrolle der Behörden Tür und Tor offen etc). Und die Freier werden sicher auch nicht ausbleiben, denn immer wird man nicht ins Baltikum oder gar nach Thailand fahren können und ihren Rückstau werden sie sicher nicht mit frommen Sprüchen loswerden ;) ),

Was die Norweger also zu dem drastischen Schritt gegen die Prostitution treibt, ist mir schleierhaft, denn religiöse Fanatiker sind ja im Norden nicht so verbreitet – oder?

2. Jul. 2007

Großbritannien mutiert zum Kulturland Nr1 – jedenfalls auf dem Gebiet der Filmemacher. In keinem anderen Land der Welt sind so viele Videokameras zur Überwachung der Bevölkerung installiert. Jetzt sollen in England um 30 Millionen weitere Überwachungskameras angekauft werden – zur Überwachung des Rauchverbotes.

Eines muss man den Briten allerdings lassen: Gründlich sind sie und Erfolge werden durch die Orwell-Überwachungen auch eingefahren. Beim letzten Terrorgeschehen konnten nicht zuletzt durch die Videoüberwachungen schon einige Verdächtige verhaftet werden. Der Terror konnte also durch die Überwachungsmaßnahmen nicht verhindert werden, aber immerhin ist es eine Hilfe bei der Aufklärung. Und das wird durch die Anti-Raucher-Kameras noch besser werden, da wird man vielleicht die (Rauch)Terroristen bereits ausmärzen, bevor sie Schaden anrichten können… :)

 

PS: Freilich hätte man gegen den Terror schon früher was tun können (ganz ohne Kameras). Nämlich zu der Zeit, in der man in unverantwortlicher Weise diese Leute aus meist wirtschaftlichen (um billige Arbeitskräfte zu haben) Gründen ins Land geholt und damit den Grundstein für die heutige Situation gelegt hat.

2. Jul. 2007

Nachdem nun auch in England das totale (im wahrsten Sinne des Wortes) Rauchverbot gilt, ist nun in ganz Großbritannien das Rauchen in allen öffentlichen Gebäuden, wozu auch Lokale und Pubs zählen, bei drakonischen Strafdrohungen verboten.

Da es bei dem Totalverbot ja wohl nicht um die Volksgesundheit geht, liegt der Gedanke an Rache nahe. Die fanatische Nichtrauchergemeinde behauptet ja schon lange, dass Nichtraucher jahrzehntelang von den Rauchern belästigt bzw gefährdet wurden. Jetzt wird eben zurückgezahlt – “nieder mit den stinkenden Hunden” ;) .

Schaut man aber genauer hin, dann erkennt man, dass es eine rein geschäftliche Sache ist. Und der Plan wird aufgehen, wird doch den Erzeugern von Werdende-Nichtaucher-Hilfs-Krempel (Nikotinpflaster, Nikotinkaugumme, Nicorette etc) in GB ein fulminater Erfolg prophezeit. Bei so viel Profit nehmen die Konzerne gerne solche Kleinigkeiten, wie die Spaltung der Gesellschaft in Kauf. Eben deshalb rate ich jeden, der mit dem Rauchen aufhören will und mich fragt, zur elektrischen Zigarette. Damit kann man (soviel weiß ich bei meinem kleinen Test jetzt schon) genauso leicht und “kostengünstig” aufhören und man muss diesen Halsabschneidern dabei keinen Cent in den Rachen werfen :)

Aber auch andere machen wahrscheinlich ein gutes Geschäft. Weil auch das Tschick-Wegwerfen auf der Straße drakonisch bestraft wird, erfreuen sich die neu erfundenen Taschenaschenbecher reißenden Absatzes, was aber noch als harmlos angesehen werden kann. Wie kolportiert wird, gehen aber auch Heizgeräte für Terrassen und Gehsteige (Terrassenstrahler) weg wie die warmen Semmeln. Die Wirte rüsten scheinbar auf, um es rauchenden Gästen auch im Freien so angenehm wie möglich zu machen. Es wird also viel Energie im Freien verpulvert werden, was die CO2-Bilanz in GB sicherlich belasten wird (alles werden sie durch Zurückdrehen, in Ermangelung von Gästen, in den Lokalen sicher nicht hereinbringen können :) ). Zur Erreichung der EU-Ziele werden dann alle Briten blechen müssen…