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9. Aug. 2007

An und für sich sollte es sich ja schon herumgesprochen haben, dass das “Komatrinken” ein aufgepuschter Medienhype ist und es das schon jahrelang (wahrscheinlich schon jahrzehntelang) in etwa der gleichen Intensität gegeben hat. Erst kürzlich ist das durch das statistische Zentralamt mit Zahlen bestätigt worden. Der Obmann der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse, Alois Stöger, dürfte das aber noch immer nicht überringelt haben.

Der Mann fordert nun allen Ernstes, die Kosten für die Behandlung von Jugendlichen Komatrinkern (Rettungseinsatz, Spitalskosten etc) von Eltern, Wirten oder auch nur von Passanten, die zuschauen, einklagen zu wollen. Der gute Mann sollte vielleicht selber weniger trinken, dann wäre es ihm vielleicht auch möglich, seinen Vorschlag zu Ende zu denken.

Zum einen ist es schon jetzt so, dass Alkoholisierte meistens nicht ganz freiwillig in die Rettung steigen. Sehr oft mündet daher ein gewöhnlicher Hilfseinsatz in einem Polizeieinsatz. Wenn dann noch die Kosten eingetrieben werden, wird wohl überhaupt niemand mehr mit der Rettung mitfahren – gezwungen kann ja niemand werden (einzige Ausnahme sind Psychosen nach dem Unterbringungsgesetz – aber das ist eine andere Geschichte).

Zum anderen sind die Komatrinkereinsätze wohl auch deshalb so rasant gestiegen, weil die Rettungsorganisationen draufgekommen sind, dass damit ein Geschäft zu machen ist. Ein mit voller Besatzung stehender Rettungswagen kostet genau so viel, wie ein fahrender – nur kommt beim stehenden Wagen nichts rein (hier würde auch ganz gut die Sache mit den immer inflationärer werdenden Einsätzen des Notarzthubschraubers dazu passen – das ist aber auch eine andere Geschichte).

Außerdem müssten nach dem Stöger-Vorschlag im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes dann auch alle anderen Leute, die sich selbst einer unnötigen Gefahr aussetzen, im Verletzungsfalle zur Kasse gebeten werden. Da wären zB die Hochalpinisten, Kletterer, (Berg)Wanderer, Schifahrer, Drachenflieger, Fallschirmspringer, Hobbyfußballer, Läufer etc. Eigentlich müsste jeder Freizeitsport abkassiert werden. Sogar das immer mehr in Mode kommende Freizeitradeln wäre gefährdet. Gerade in dem Bereich steigen die Unfallzahlen rasant an (obwohl in der Statistik diese Verletzten noch immer pauschal dem “Straßenverkehr” zugerechnet werden, was gemeinhin dann mit Autos assoziiert wird).

Das wäre aber nur Unfälle. Was ist aber mit den Leuten, die durch ungesunde Lebensweise (Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Trinken, keine Vorsorgeuntersuchungen etc) fahrlässig ihre Gesundheit gefährden? Diese müssten auch alle abkassiert werden. Eigentlich bräuchte man bei konsequenter Umsetzung des Stöger-Vorschlages überhaupt keine Krankenkassen mehr. Man müsste ja ohnehin fast alles selber bezahlen. Und auf die paar Fälle, die da noch übrig bleiben würden – Beispiele fallen mir da gar nicht ein, käme es auch nicht mehr an… :)

Oft wird von den “kranken Kassen” geschrieben. Das dürfte aber nicht ganz richtig sein, denn es sind wohl eher nicht die Kassen… ;)

8 Kommentare »

  1. kritikus.at » Blog Archiv » Geständnis schreibt:

    [...] Leider ist nicht alles so, wie es scheint bzw scheinen soll. Bei den Pharmakonzernen handelt es sich nämlich um beinharte Geschäftsleute, die gewiss niemanden etwas schenken – so groß kann die Not gar nicht sein. Es kommt mir fast so vor, als ob sich da die Pharmisti einen Gut-Mantel umhängen wollten, um von den Kalamitäten, die sich derzeit vemehrt breitmachen und sogar schon die EU angesteckt haben dürften, abzulenken. Und die 180 Mille scheinen zwar viel, sind aber im Vergleich zu dem, was uns die Herrschaften schon abgezockt haben, Peanuts. Hoffentlich ist unser neuer Minister nicht so blöd und geht denen auf den Leim. Sonst ist er nämlich schneller als Lobbyist eingespannt, als ein Ferkel mit den Augen zwinkern kann… [...]

    7. Dez. 2008 | #

  2. alabere schreibt:

    Er schaut eigentlich recht intelligent aus, dieser neue Gesundheitsminister. Ob er der Pharma-Mafia und ihren Angestellten in der Kammer wirklich Paroli bieten kann bleibt abzuwarten. Das Totschlag-Argument mehr Geld = mehr Gesundheit ist zwar leicht zu entkräften, aber man muss schon recht mutig sein.

    8. Dez. 2008 | #

  3. kritikus schreibt:

    Das Zeug dazu hätter er vielleicht – zumindest weiß er, aus der Krankenkassa kommend, worum es geht. Die Frage ist nur, ob er in der Regierung den nötigen Rückhalt bekommt, denn alleine wird er gegen das verhaberte Kartell wohl nichts ausrichten können. Und die Nagelprobe wird sein, ob er sich mit den 180 Mille einlullen lässen wird… ;)

    8. Dez. 2008 | #

  4. kritikus.at » Blog Archiv » vorsätzlich fahrlässig schreibt:

    [...] Unser neuer Gesundheitsminister wird langsam tätig und kümmert sich erstmal um die Erneuerung der eCard. Leider macht er dabei, die Gegebenheiten konsequent ignorierend, genauso weiter, wie seine Vorgänger aufgehört haben… [...]

    29. Dez. 2008 | #

  5. kritikus.at » Blog Archiv » Konsens, Evaluierung, Verschärfung? schreibt:

    [...] Kürzlich gab Gesundheitsminister Stöger bei einer Diskussion in Wien kund, dass er gegen ein totales Rauchverbot in der Gastronomie sei… [...]

    29. Jan. 2009 | #

  6. kritikus.at » Blog Archiv » Faschistenbrut schreibt:

    [...] Und wer hat dort für uns mitgestimmt? Oha, unser verehrter Herr Gesundheitsminister Alois Stöger, der zu Hause so gerne den toleranten Beschwichtiger gibt und sich so bei den Rauchern [...]

    4. Feb. 2010 | #

  7. kritikus.at » Blog Archiv » Ablenkungsmanöver schreibt:

    [...] Geduld mit den Wirten ist dann am Ende“, lässt Gesundheitsminister Alois Quargelman Stöger den starken Mann raushängen und droht der Gastronomie auch unverhohlen mit einem totalen [...]

    5. Mrz. 2010 | #

  8. kritikus.at » Blog Archiv » Rot/Grün - pfui Teufel… schreibt:

    [...] diese Forderung an Dämlichkeit nicht zu überbieten ist, stört Gesundheitsminister Alois Stöger und Glamour Eva, ihres Zeichens grüne Frontfrau, nicht im Geringsten. Nach der Logig dieser [...]

    22. Mrz. 2010 | #

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