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23. Aug. 2007

Martina Salomon fragt in “Die Presse”, warum die “Jungen” ob der Sondererhöhung, welche die Senioren für ihre Pension wollen, nicht aufschreien. Es geht natürlich um die Diskussion über die heurigen Pensionserhöhungen, die Sozialminister Buchinger frühzeitig und völlig unnötig losgetreten hat.

Nach der unqualifizierten Buchinger-Meldung hätten die Pensionen nur um 1,7 Prozent erhöht werden sollen. Dass die Pensionistenvertreter einer Erhöhung unter der Inflationsrate nicht kommentarlos zustimmen können, sollte wohl allen klar sein. Da müsste sich nun wirklich niemand mehr wundern, das war bis jetzt immer so und wird auch immer so sein :)

Wenn Frau Salomon von einer Sondererhöhung spricht, sollte man das aber nicht so stehen lassen. Eine “Sondererhöhung” ist es wohl nicht, wenn jemand in wirtschaftlich guten Zeiten eigentlich nur die Inflationsabgeltung verlangt.

Eine vollkommen andere Geschichte ist es aber, wenn man das Pensionssystem insgesamt hinterfragt. Da gibt es wirklich enormen Handlungsbedarf. Aber es ist wohl klar, dass eine Vereinheitlichung der verschiedenen Pensionssysteme in der Anfangsphase auch Geld kosten wird. Auch wird man diskutieren müssen, ob nicht künftige Änderungen auch für die schon bestehenden Pensionen gelten sollten. Es ist nämlich nicht einzusehen, dass viele bereits gravierende Einschnitte hinnehmen müssen, während viele, die lediglich ein paar Jahre älter sind, auf Lebenszeit ihre “hohen” Pensionen genießen können. Und in “bestehende Verträge” wurde ja auch schon bei den bisherigen Reformen eingegriffen, so neu wäre das also nicht.

Gerne genannt werden in dem Zusammenhang die Beamten – auch Politiker zählen dazu – als Privilegierte. Nur wird gefließentlich vergessen, dass diese Gruppe einen höheren Pensionsbeitrag – ohne Höchstgrenze – bezahlt und verschiedene Vergünstigungen anderer Systeme (zB Abfertigung, Betriebspension etc) nicht kennt. Wollte man hier gleichschalten, dann müsste man fairerweise auch über eine Rückzahlung der höheren Beiträge und eine Abfertigung nachdenken.

Leider wird, wie es ausschaut, die gesamte Diskussion nur von Neid und Mutlosigkeit getragen. Echte Reformen sind so sicher nicht zu erwarten. Geht man weiter frei nach Buchinger – Pensionserhöhungen unter Inflationsrate und Ausgleich für “ärmere” Pensionisten – dann steht am Ende die Volkspension und der Fleißige hat genau so viel (oder so weinig ;) ), wie der Faule. Die Frage wäre in dem Fall nur, wie lange die Fleißigen fleißig bleiben würden…

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