Nicht ganz ohne Freude lese ich heute in den Online-Ausgaben der Zeitungen, dass Günter Weninger, Ex-Aufsichtsratspräsident der Ex-Gewerkschaftsbank und Ex-Stellvertreter des Ex-Gewerkschaftspräsidenten, jetzt im BAWAG-Prozess zugegeben hat, er hätte im gerichtlichen Vorverfahren gelogen (hmpf – ganz schön viele “ex” in einem Satz
).
Günter Weninger sagte heute aus, er hätte seinen Ex-Präsidenten bereits 1998 über die monströsen Verluste der BAWAG informiert und diesbezüglich früher nicht ganz die Wahrheit gesagt. Dieser hatte aber bis jetzt immer behauptet, erst 2000 über das Desaster informiert worden zu sein. “Falschaussage? Verzetnitsch droht Haft” übertitelt “Die Presse” morgen sogar einen diesbezüglichen Artikel.
Meine oben genannte Freude gründet aber nicht darauf, dass der eine oder andere Mitwirkende eventuell wegen falscher Zeugenaussage in Haft kommen könnte (was auch zZt deren kleinste Sorge sein wird
) – nein, mir ist es vielmehr angenehm, dass der BAWAG-Prozess sich schön langsam dem Eingemachten nähert. Vielleicht packt wirklich noch jemand aus; vielleicht kommt auch noch ans Tageslicht, wo das viele Geld tatsächlich hingekommen ist; vielleicht wird eventuell sogar geklärt, wer “nur” den Schaden gerade biegen und wer sich “nur” bereichern wollte. Ich weiß, es ist etwas viel verlangt, aber man soll die Hoffnung niemals aufgeben