Heute im Ö3-Mittagsjournal wurde zum Führerschein-Vormerksystem (manche sagen auch Punktführerschein dazu) festgestellt, dass dieses System in den letzten zwei Jahren lediglich zu 120 Führerscheinentzügen geführt hat. Eigentlich eine gute Nachricht, sollte man meinen…
Leider wird gerade dieser Umstand von den “Experten” beklagt und Verkehrsminister Faymann hat sogar einen Arbeitskreis eingesetzt, der sich mit dem Problem befassen soll. Es soll erörtert werden, ob nicht vielleicht auch andere Delikte in das Vormerksystem einbezogen werden sollten. Die Rede ist dabei vom Handytelefonieren ohne Freisprecheinrichtung und vom Fahren trotz Übermüdung – zweiteres soll mit einem eigens angeschafften “Pupillomat” (?!) kontrolliert werden. Die “Experten” werden schon noch Delikte finden, um die Häufigkeit der Führerscheinentzüge zu erhöhen – da bin ich sicher. Eigenartigerweise war von Verkehrssicherheit gar keine Rede.
Nun wundert es mich nicht, dass die “Experten” das Ziel – die Verkehrssicherheit zu heben – aus den Augen verloren haben (das ist ja schon lange so
). Ich war aber bis jetzt immer der Meinung, der Hauptzweck der in stiller Eintracht mit der öffentlichen Hand vorgeschlagenen Maßnahmen sei der maximale Profit (= fieses, stumpfsinniges Abkassieren).
Bei zweiterem dürfte ich mich aber hier getäuscht haben. Ein zusätzlicher Profit ist mit den Delikten, die sie nun in das Führerschein-Vormerksystem einbeziehen wollen, wohl nicht zu erwarten. Diese sind ja sowieso schon strafbar. Um die Verkehrssicherheit dürfte es aber auch nicht gehen, denn das wäre sicherlich unerträglich oft erwähnt worden. Es dürfte wirklich nur darum gehen, Autofahrer zu drangsallieren. Wer aber andere ohne Grund quält ist ein Sadist – oder?
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20. Sep. 2007 | #