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19. Okt. 2007

Einen kleinen Vorgeschmack auf demokratischere (was bedeutete das Wort noch gleich?) Zustände in der öffentlichen Meinungsbildung, nämlich im Fernsehen, liefert die Schauplattform www.youtube.com. Auf deren Eingangsseite grüßt der Schriftzug “Gerade gesehene Filme” (“Videos being watched right now”).

Was also viele gerade ansehen, wird beim Eingang veröffentlicht, damit es dann gleich mehrere (=alle) sehen können. Derart kann man Einschaltziffern wie das “echte” Fernsehen erreichen.

Das schöne daran ist, dass der Betrieb von einer Seite wie “Youtube” fast nichts kostet. Ein Privatfernsehen kann zukünftig also (fast) jeder (fast) kostenlos errichten.

19. Okt. 2007

“Daham is Daham”, ist der Wahlspruch, mit dem die Grünen für ein Bleiberecht der unrechtmäßigen Ausländer in Österreich eintreten.
“Recht auf Heimat”: Wo kommen wir da hin, liebe Grüne? Fordern Schwammerl (Pilz) und Freunde dieses Bleiberecht dann auch für Sudeten- und andere vertriebene Deutsche?
Wenn nicht (was zu erwarten ist), dürfen wir uns dann also wieder einmal als Menschen zweiter Klasse fühlen.

15. Okt. 2007

Einen Mi(ni)ster 160 km/h hatten wir ja schon. Der hat zwar einen englischen Brief geschrieben, ob er aber wirklich so schnell gefahren ist, kann man nur vermuten. Als “Mister 200 km/h” kann man nun unseren Kanzler Alfred Gusenbauer nennen. Der ist zwar auch nicht so schnell gefahren, wohl aber so schnell unterwegs gewesen :)

Einem Krone-Leserbriefschreiber ist es zu verdanken, dass die Sache an die Öffentlichkeit gelangte. Der Sprecher des Kanzler sagte, dieser hätte die Eröffnungsrede auf der Neuen Welser Messe gehalten und wäre schon spät dran gewesen. Außerdem wäre die Kanzlerlimousine von der Polizei gelotst worden.

Aha, jetzt wissen wir es. Der Kanzler war bei einem immens wichtigen Termin – Welser Messe – spät dran. Na, da muss man ja schauen, dass man auf der Autobahn noch was aufholen kann. Außerdem hatte man ja eine Polizeieskorte. Grauslich wird man dass ja dann nicht gerade finden müssen ;)

Nur gut, dass der zufällige Zeuge keine geeichten Messgeräte im Auto hatte. Sonst müsste sich der Kanzler für zwei Wochen mit einem anderen Chauffeur zufrieden geben. Ein eingeschaltetes Blaulicht war nämlich anscheinend nicht gesehen worden und die Eröffnungsrede auf einer Messe wird als entschuldigender Notstand wohl auch nicht gewertet werden können.

Ein Schmunzeln kann man dabei nicht unterdrücken, weil der Kanzlerkonvoi ja dann wohl auch bei den oberösterreichischen Feinstaubbremsern durchgerauscht ist. Ob die jetzt sauer sind? Wie auch immer, “Wasser predigen und Wein saufen” fällt mir dazu nur ein :)

 

PS: Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich hielte es für richtig, wenn hohe und höchste Politiker schneller als erlaubt fahren dürften. Sie haben gut ausgebildete und erfahrende Fahrer und würden gewiss für niemanden eine Gefahr darstellen. Nur müsste man dann den Mut haben, das auch niederzuschreiben – besonders in Zeiten, wo immer härtere Verkehrsstrafen gefordert und von der Politik regelmäßig auch umgesetzt werden.

 

PPS: Den Bundeskanzler hat es jetzt zufällig erwischt. Eilig haben es aber viele andere Politiker auch…

14. Okt. 2007

Die deutsche Familienministerin, Ursula von der Leyen (CDU), hat einen Gestzesentwurf eingebracht, wonach es künftig möglich sein solle, zur Überprüfung der Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen Jugendliche als Testkäufer einzusetzen. Jetzt wird die arme Frau zukritisiert. “Nahe am Kindesmissbrauch” – Koalitionspartner SPD, “Kinder werden zu Taten aufgefordert, von denen sie wissen, dass sie verboten sind – eine Schnapsidee” – Grüne und “als Hilfspolizisten sind uns unsere Kinder zu schade” – deutsches Kinderhilfswerk. Sogar Kanzlerin Merkel von der eigenen Partei ortet “Gesprächsbedarf”…

Ein wenig übertreiben unsere deutschen Freunde da schon. Ihre Familienministerin hat nämlich vollkommen recht, wenn sie sagt, nur so könne der “zahnlose Tiger Jugendgesetz endlich ein scharfes Gebiss” bekommen. Dass man die schwarzen Schafe unter den Händlern, die gar nicht so wenig sein dürften, anders nicht packen kann, sollte sich schon herumgesprochen haben – in Deutschland wie in Österreich. Oder hat sich etwa nach der Komasaufen-Hysterie irgend etwas geändert?

Bei uns in Österreich kann so etwas aber sowieso nicht kommen, denn ein Agent Provocateur ist hier sowieso verboten. Bei uns steht der Schutz der Täter immer höher als der Schutz der Opfer ;)

13. Okt. 2007

Der mit Zwangsgebühren finanzierte ORF wurde eben vom Standard beschuldigt, bei der Beschaffung des Arigona-Videos Zwang ausgeübt zu haben, indem mit nicht mehr positiver Berichterstattung gedroht worden wäre.

Nun wird der ORF aber als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt bezeichnet und das sollte eine ausgewogene, neutrale Berichterstattung garantieren. Dass das, zumindest so lange ich mich erinnern kann, noch nie wirklich so war, will ich hier einmal beiseite lassen. Die vom Standard veröffentlichten Anschuldigungen sind für eine öffentlich-rechtliche Anstalt aber so ziemlich das Schlimmste, was überhaupt möglich ist – ein Super-GMU sozusagen.

Da ist es nicht verwunderlich, dass sogleich eine Untersuchung eingeleitet wurde. Der ORF-General hat sofort gehandelt und seinen Informationsdirektor, Elmar Oberhauser, losgeschickt, um nach dem Rechten zu sehen. Eine gute Wahl, denn der Mann war in wenigen Stunden fertig – stimmt alles nicht, alles korrekt abgelaufen. Na, dann…

Wenn der Herr Oberhauser höchstselbst untersucht hat, muss es ja passen. Wenn es nämlich nicht so gewesen wäre, hätte er sich ja selber anprangern müssen. Als Informationsdirektor trägt er ja wohl die Verantwortung über die Berichterstattung in solchen Fällen. Aber egal, Hauptsache es wurde untersucht und es ist alles paletti… ;)

8. Okt. 2007

Abseits vom Arigona-Spektakel, welches in eigenartiger Weise genau da ausgebrochen ist, als sich die grüne Führung enormer Kritik (zu wenig angriffig) aus den eigenen Reihen ausgesetzt sah ;) , gibt es zZt auch kleine Nachrichten, welche Aufmerksamkeit verdienen.

Rupert Kisser ist Bereichsleiter – Heim, Freizeit & Sport – im Kuratorium für Verkehrssicherheit und es ist wahrscheinlich für ihn gerade Zeit, ein Lebenszeichen zu geben, um sein Gehalt zu rechtfertigen. 57.100 Verletzte hat es bei Unfällen im Haushalt im Jahr 2006 gegeben. Interessant dabei ist, dass das um 5000 mehr sind, als im Straßenverkehr.

Der KfV-”Spezialist” hat zwar ein dreiviertel Jahr gebraucht, um seine Zahlen zu ordnen, Maßnahmen, um die hohe Zahl der Unfälle zu vermindern, fallen ihm aber scheinbar nicht ein. Und dabei wäre das doch so einfach. “Spezialist” Kisser müsste sich nur im eingen Haus erkundigen. Die sind da sehr erfinderisch, wenn es darum geht, Leute zu schützen – oder wie manche meinen, zu terrorisieren.

Mir würden da auch gleich einige Maßnahmen zur Verringerung der Haushaltsunfälle einfallen:

- Es müsste verboten werden, Kinder im Haushalt frei herumlaufen zu lassen. Sie müssten mit Gurten auf den Sitzen niedergeschnallt oder zumindest in gummigepolsterte Räume – natürlich ohne Möbel (Verletzungsgefahr!) eingesperrt werden.

- Vor jeder Tür zu einem Haushalt müsste ein Schild mit Warnhinweisen – als dämliche Sprüche könnte man die von den Zigarettenpackungen, etwas abgewandelt, gleich verwenden – angebracht werden.

- Es sollte verboten werden, gefährliche Gegenstände wie Küchenmesser, Gurkenhachler, Wasserkocher, Leitern etc in Haushalten zu verwenden oder zu lagern.

- Für Personen müsste im Haushalt eine Höchstgeschwindigkeit von 1 m/sec gelten. Bei einer 30-prozentigen Überschreitung müsste die Strafe mindestens 70.- € ausmachen, um auch ausländische Raser bestrafen zu können.

- Selbstverständlich müsste ein totales Alkoholverbot im Haushalt angestrebt werden, jedenfalls aber schon ab 0,5 Promille die Haushaltsberechtigung auf Zeit entzogen werden.

- Letztendlich würde zu überlegen sein, ob man nicht überhaupt das Wohnen in privaten Haushalten verbieten sollte. Damit könnten eine Menge Leben gerettet und den Krankenkassen ein Haufen Geld erspart werden.

Nur damit keine Irrtümer aufkommen: Ich weiß natürlich, dass meine “Vorschläge” totaler Unsinn sind. Aber im Namen der Verkehrsicherheit (Straßenverkehr) bzw der Gesundheit (Raucherbekämpfung) werden solche Dinge gefordert oder sind bereits in Kraft. Und die missionarischen Zwangsweltverbesserer sind noch lange nicht fertig… :)

6. Okt. 2007

Die Ärzte drohen, zwischen dem 8.11. und dem 20.12.2007 zu streiken. Der Grund ist, dass sie mit angeblichen Plänen der Gesundheitsministerin nicht einverstanden sind.

Angeblich soll die Ministerin planen, die Spitäler mit sogenannten ambulanten Versorgungszentren zu entlasten. Die Ärzte fürchten dadurch Geschäftseinbußen und sind deshalb sauer. Ich kann ihnen das nachfühlen. Wenn es um´s Geld geht, ist überall Schluss mit lustig :) . Es ist vollkommen legitim, wenn auch Ärzte um ihr Einkommen kämpfen und notfalls dafür streiken. Scheinbar ist die verallgemeinerte Meinung auch so. Der drohende Streik scheint niemanden sonderlich zu kratzen. Es geht ja nur gegen die Kdolsky;)  

Anders schaut es da aber bei den Mittelschullehrern aus. Deren Anliegen ist ähnlich, auch bei ihnen geht es letztendlich um´s Geld, aber es gibt da sofort Aufruhr, obwohl hier doch lediglich Dienstellenversammlungen (wobei nur 1 Unterrichtsstunde entfallen ist) abgehalten wurden. Da ist eine Ministerin gleich schwer gekränkt und beleidigt und ein scharfsinniger Bundesgeschäftsfüher erkennt sofort, dass da nur “schwarze” Parteipolitik auf dem Rücken der Schüler gemacht wird.

Müsste da der Josef Kalina nicht auch auf die Ärzte bzw deren Vertretung losgehen? Die machen ihre Geldpolitik ja wohl auch auf dem Rücken der Patienten. Das müsste doch gleich schlimm, wenn nicht noch schlimmer sein. Oder wird gegen die Lehrer nur “rote” Parteipolitik gemacht? ;)

6. Okt. 2007

Eine bildliche Sprache hat er, unser Bundeskanzler** Alfred Gusenbauer. Zunächst kamen ihm die Fremdengesetzte, die er selber mitbeschlossen hat, “grauslich” (ob er da wohl seine salzburger Gabi Gabi auch gemeint hat?) vor und jetzt ist er über das geplante Tabakgesetz “fassungslos”.

Im Rahmen des European Health Forum Gastein zeigte sich der Kanzler vor 600 Gleichgesinnten “fassungslos” über das geplante Tabakgesetz der Gesundheitsministerin. Irgendwie ist es verwunderlich, dass seine Fassungslosigkeit erst jetzt einsetzt. Die Pläne von Kdolsky sind ja schon eine ganze Zeit lang bekannt. Wahrscheinlich musste der Kanzler erst gründlich überlegen, ob er “fassungslos” sein soll, oder nicht.

Es kann natürlich auch sein, dass Alfred Gusenbauer jetzt so plötzlich das neue Tabakgesetz nicht mehr passt, weil er mit dem Schuss auf Kdolsky seine, durch die “schwarze” Lehrergewerkschaft gar so gekränkte, Gesamtschulministerin entlasten oder gar rächen will.

Wie auch immer, Herr Gusenbauer hätte sich seine Fassungslosigkeit sparen können. Wir haben längst begriffen, dass die SPÖ eine radikale Anti-Raucherpartei ist. Das wird ja sowieso bei jeder Gelegenheit betont – zB hier, hier,  hier, hier, und hier habe ich schon darüber geschrieben.

 

** Man bemerkt es zwar meistens nicht, aber Alfred Gusenbauer ist wirklich unser derzeitiger Bundeskanzler – ehrlich :)

5. Okt. 2007

Die ÖVP müsse die “die radikalen VP-Lehrervertreter einfangen”, meinte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Josef Kalina. Offenbar hat er die SPÖ-Lehrervertreter bereits eingefangen, oder?

Der scharfsinnige (Geschäfts)Führer meinte auch, es sei inakzeptabel, dass Lehrervertreter “auf dem Rücken der Schüler beinharte VP-Parteipolitik in den Schulen betreiben” und es könne auch nicht sein, “dass sich die Lehrer ihre Schüler aussuchen”. Na, der hat die Lehrervertreter aber gründlich durchschaut… ;)

Wie ist es aber wirklich – was haben die Mittelschullehrer vom SP-Schulexperiment wohl zu erwarten?

- Ihre Arbeit wird schwieriger werden. Vier Gruppen von Schülern – von “gerade noch” (3. Leistungsgruppe der Hauptschüler) bis “fast Genie” (guter Gymnasiast) – in einer Klasse so zu unterrichten, dass alle davon profitieren, ist eine schier unlösbare Aufgabe.

- Ihre Arbeit wird unbezahlt mehr werden. Es wird kolportiert, dass alleine für administrativen Tätigkeiten, die bis jetzt nicht nötig waren, ungefähr 140 Stunden mehr zu leisten sein werden.

- Ihre soziale Stellung wird geschwächt, weil künftig Hauptschullehrer, die nicht studieren mussten, die gleiche Arbeit verrichten werden.

- Letztendlich werden die Mittelschullehrer auch weniger verdienen, weil sich bei den unterschiedlichen Löhnen der nichtstudierten Hauptschullehrer und der akademischen Mittelschullehrer etwas tun muss, wenn beide die gleiche Arbeit verrichten. Im öffentlichen Dienst (wie sonst auch überall) ist bis jetzt noch bei jeder Reform nach unten nivelliert worden und es gibt keine Anzeichen, dass das diesmal anders sein würde.

Muss sich da wirklich noch jemand wundern, dass die Mittelschullehrer sauer sind? Eigentlich nicht, nur “Menschenkenner” Kalina hat sofort erkannt, dass da nur Parteipolitik dahinter stecken kann. Na ja, wie der Schelm denkt, so ist er wahrscheinlich :)

Der gute Josef Kalina sollte einmal “rote” Mittelschullehrer über die Schulpläne reden hören, wenn sie sich sicher fühlen, weil keine Parteigänger dabei sind. Er wird doch nicht ernstlich glauben, dass die anderer Meinung sind. Nein, er ist nicht dumm und er wird das natürlich eh wissen. Und ich dachte “Hände falten” und “Goschn halten” gäbe es nur auf der anderen Seite… :)

4. Okt. 2007

Die Lehrer halten wegen der Gesamtschulideen der Unterrichtsministerin Dienststellenversammlungen ab. Da zeichnet sich ein Konflikt ab und die Ministerin wäre gut beraten, sich einstweilen etwas wärmer anzuziehen :)

Ohne mich ernstlich mit den jüngsten Gesamtschulplänen befasst zu haben (mein Jungster ist bald 12 und ihn wird das nicht mehr treffen) scheint es mir so, als ob die Lehrer hier berechtigt zornig wären. Das Ganze schaut mir nicht nach einer durchdachten Reform, sondern eher nach “irgendwie herumexperimentieren” aus. Was da dann am Ende herauskommen wird, weiß der gelernte Österreicher ohnehin…

Die Schulpolitiker – allen voran von Rot und Grün – werden nicht müde, das Ergebnis der unseligen PISA-Studie breitzutreten und schwafeln von Bildungsstandards. Grete Laska von Wien hat sogar schon einen Alleingang angedacht. Wirkliche Verbesserungen für Schüler, Lehrer und Familien fallen den Herrschaft aber nie ein. Seit Jahrzehnten werden schon die Lehrpläne entrümpelt – Ergebnis gleich null. Eine anständige Nachmittagsbetreuung, welche für Eltern (Berufstätigkeit) und auch Schüler (könnten zB die Hausaufgaben in der Schule machen und dabei kompetente Personen um Rat fragen) ist sowieso kein Thema.

Aber es geht ja auch nicht darum, Verbesserungen herbeizuführen. Die Ideologie muss umgesetzt werden, koste es anderen, was es wolle…

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