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5. Nov. 2007

In der Presse wird gerade eine Auflistung präsentiert wird, wo in Österreich überall das Rauchen schon verboten ist. Dort ist leicht erkennbar, dass wir eigentlich bereits ein totales Rauchverbot im öffentlichen Bereich haben. Dass es hie und da nicht eingehalten wird, ist eine andere Geschichte – da sollen sich andere darum kümmern (Guru Kyprianou wird es schon richten… :) ). Ich habe derweil in diversen Foren herumgelesen und mir die gängigsten Argumente der missionarischen Gesundheitsapostel für ein Rauchverbot in allen Lokalen angesehen. Die hier sind mir aufgefallen, weil sie gebetsmühlenartig immer wieder wiederholt werden:

Gesundheit
Hier wird mit umstrittenen Studien und Statistiken (sowohl auf Nichtraucher- als auch auf Raucherseite) gearbeitet, welche unhinterfragt zitiert werden. Niemand weiß anscheinend wirklich, wie schädlich Passivrauch ist (dass er nicht gesund ist, steht wohl außer Frage ;) ). Aber gerade das Gesundheitsargument scheint bei der Debatte um ein Totalverbot in Lokalen eher als nebensächlich, denn in eine Bar, Pub, Disko etc muss niemand gehen. Genau genommen dürfte die Gesundheit also nur ein vorgeschobenes Argument sein…

Arbeitnehmerschutz
Das ist natürlich die Überkeule der Anti-Rauch-Front. Die Leute sind so nett, dass sie sich sogar um die Bediensteten im Gastgewerbe kümmern. Ist aber leider nicht so, die Angestellten sind den Zwangsgesundheitsaposteln vollkommen wurscht. Diese rauchen zu einem überwältigenden Teil selber und würden ein Totalverbot in Lokalen als “Höchststrafe” empfinden.
Außerdem ist es wohl so, dass die Bediensteten im Gastgewerbe bei der Berufswahl gewusst haben, dass in Lokalen Zigarettenrauch vorkommt. Ein Arbeiter in einer Kohlenmine kann auch nicht nach ein paar Jahren daher kommen und sich über den Kohlenstaub beschweren.

Rache
Weil die Raucher angeblich in den letzten Jahrzehnten in ungehobelter Weise mit dem Rauch die Nichtraucher terrorisiert haben, muss jetzt ein Totalverbot her. Jetzt sollen die Raucher terrorisiert werden und vor der Tür am Pranger stehen. Es werden allerdings auch bereits Rauchverbote im Freien (etwa Buswartehäuschen) gefordert. Fast scheint es so, als ob man im Endausbau wolle, dass ein auf freiem Feld stehender Raucher strafbar werden solle, falls sich ein Nichtraucher in seine Nähe begibt. Rache war aber noch nie ein guter Ratgeber…

Im Ausland funktioniert´s ja auch
Kann sein, kann aber auch nicht sein. Gerade in der Raucherfrage wird sehr viel gelogen und mit zurecht gemachten Zahlen operiert. Die Nichtraucherfraktion behauptet, es würde in den Ländern mit Vorboten in Lokalen alles bestens funktionieren und keine Geschäftseinbußen für die Wirte geben. Die andere Seite hält dagegen, dass es eben nicht funktionieren, in vielen Lokalen trotzdem geraucht werden würde und sehr viele durch die Geschäftseinbußen zugesperrt hätten. Die Wahrheit wird wohl in der Mitte liegen. Größere Lokale und Restaurants werden ein Rauchverbot sicher locker überstehen. Viele kleine Beisln, Pubs und Kaffees, deren Publikum zu über 90% aus Rauchern besteht und in die sich ohnehin fast nie ein Nichtraucher verirrt, wohl eher nicht. Weniger werden würden die öffentlichen Lokale aber auch schon alleine durch die Tatsache, dass viele im Falle des Falles zu privaten (Raucher)-Clubs mutieren würden.

Soziale Komponente – der Markt kann das nicht regeln
Es wird immer behauptet, eine sehr große Mehrheit der Menschen würde Rauch in Lokalen zutiefst verabscheuen. Tatsächlich sieht es aber anders aus. Dort wo bereits richtig getrennt wird, herrscht meistens in den Raucherzonen Hochbetrieb und in den Nichtraucherzonen gähnende Leere. Die Nichtraucherfratktion wird nicht müde, zu betonen, dass doch die Nichtraucher toleranter wären und immer mit den Rauchern mitgehen würden. Dh, wenn in einer Gruppe nur ein Raucher wäre, würde die ganze Gruppe ein Raucherlokal aufsuchen. Deshalb müsse ein Totalverbot her, damit endlich diese Nichtraucher nicht mehr mitrauchen müssten.
Gerade dieses Argument ist bemerkenswert, auf sowas muss man erst kommen. Es wird ein Totalverbot gefordert, weil Nichtraucher freiwillig in Raucherlokale gehen, ja ihnen wird sogar unterstellt, willenlose Memmen zu sein. Soll hier etwa der Gesetzgeber mit dem Rauchverbot dafür sorgen, dass nicht vielleicht Freundschaften zu Bruch gehen? Oder wäre es nicht doch richtiger, dass sich jeder seine Freunde selber aussuchen solte – ohne staatliche Unterstützung? Wenn mir bei jemanden eine Angewohnheit nicht passt, muss ich mit ihm in meiner Freizeit ja nicht immer zusammen rumhängen. Es schaut fast so aus, als ob sich hier die kleine Gruppe der Rauch-Hysteriker vor der Einsamkeit im Nichtraucherbereich fürchten würde und deshalb den Staat verpflichten wolle, ihnen Gesellschaft zu vermitteln… :)

1 Kommentar »

  1. kritikus.at » Blog Archiv » Grundimmunisierung für den Alltag schreibt:

    [...] Gerade wird thematisiert, dass es in Österreich verhältnismäßig viele Selbstmorde gibt. Im Jahr 2006 wählten 1293 Menschen den Freitod, die Zahl ist fast doppelt so hoch, wie jene der Opfer im Straßenverkehr (730 im Jahr 2006). Das Leben wird immer schneller. komplizierter, gehässiger (zB Raucherhysterie) und ungerechter (zB Klimahysterie oder wie man mit der Dummheit der Menschen ein Monstergeschäft macht). Dass da, wenn noch Probleme hinzukommen (familiäre, finanzielle, berufliche etc), hie und da einer sagt, “ich will nicht mehr” scheint schon fast verständlich… [...]

    9. Dez. 2007 | #

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