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22. Nov. 2007

Wir verkaufen zu wenig, weil die anderen billiger sind, dafür müssen wir die Preise erhöhen.

Ein wahres Genie muss er sein, der Bundesobmann der Trafikanten, Peter Trinkl. Da drohen die Trafikanten zu streiken, weil sie nach dem Wefall der Grenzen den Ruin durch billige Zigaretten aus dem Ausland befürchten, und am Ende der Verhandlungen kommt heraus, dass die Zigaretten in Österreich teurer werden. Die betroffenen Trafikanten scheinen auf der Leitung zu stehen, sonst hätten sie den Herrn wahrscheinlich schon geteert und gefedert aus der Trafik gejagt… :)

Es stimmt natürlich, dass die Trafiken im näheren und weiteren Grenzraum nach dem Wegfall der Grenzüberwachung durch Selbstimporte arg bedroht sind. Die Zigaretten sind in den Nachbarländern des Ostens - auch ohne Schmuggel – wesentlich billiger als bei uns. Was macht aber Verhandlungsgenie Trinkl? Er sorgt dafür, dass die Zigaretten in Österreich noch um 20 Cent teurer werden. Die Logik dahinter ist sehr gut versteckt. Ich kann sie nicht erkennen, der Trafikantenobmann selber wahrscheinlich auch nicht.

Was sonst noch ausverhandelt wurde, hört sich ebenso wie ein schlechter Witz an. Jetzt dürfen die Trafikanten allerlei Zeugs, das niemand braucht und das es sowieso schon in jedem Laden zum Überdruss gibt, verkaufen. Außerdem dürften sie in den Trafiken gegen Entgelt für Tabakprodukte werben. Wer weiß, wie die Firmen die Trafikanten in der Hand haben, kann sich vorstellen, dass die wohl Werbung aufhängen werden müssen, dafür aber keinen müden Cent erhalten werden.

Ein Highlight beim Zinklschen Verhandlungsergebnis ist auch die Vorschrift, dass man nur eine Stange Zigaretten aus EU-Ländern mitnehmen wird dürfen, wenn die dämlichen Warnhinweise nicht in deutscher Sprache drauf sind. Dass diese geplante Regel nicht von der Sorge um die Gesundheit getragen ist, sieht man schon alleine daraus, dass ja dann nicht einmal eine Stange erlaubt sein dürfte. Außerdem weiß ja mittlerweile schon der letzte Dorfdepp, dass Rauchen schädlich ist und was auf den Packungen steht – egal in welcher Sprache. Und ohne Grenzkontrolle wird das ganz bestimmt außerordentlich wirksam sein :)

Es wäre eigentlich ganz einfach gewesen. Man hätte nur den Zigaretten-Mindestpreis (der übrigens sowieso nicht EU-konform ist) aufheben müssen. Dadurch hätte vielleicht die (japanische) ATW etwas weniger Gewinn gemacht, aber die Zigaretten wären bei uns merklich billiger geworden. Natürlich wäre auch der Gewinn beim Selbstimport wesentlich niedriger und so manche Fahrt hätte sich nicht mehr rentiert. Nachdem, was vorher durchgesickert war, dürfte sogar das Finanzministerium gesprächsbereit gewesen sein. No na ned – dort werden sie auch was in der Kassa spüren, und die Minus-Tendenz wird bei offenen Grenzen stark steigend sein – egal welche Obergrenzen sie einführen werden, hehehe…

2 Kommentare »

  1. kritikus.at » Blog Archiv » Jedem seine Kampagne schreibt:

    [...] Erwartungsgemäß werden Zigaretten bald um 20 bis 30 Cent pro Packung teurer werden. Jetzt hat das nach Austria Tabak auch Philip Morris verlauten lassen. Die Schlaumaer, die mit diesem Trafikanten-Notfallprogramm Selbstimport und Zigarettenschmuggel eindämmen wollen, haben derweil noch immer nicht schlüssig erklären können, wie das bei offenen Schengengrenzen funktionieren soll. [...]

    28. Nov. 2007 | #

  2. kritikus.at » Blog Archiv » “Inflationsbekämpfung” schreibt:

    [...] Etwa meldete sich umgehend der Obmann der Drogendealer, Peter Trinkl, zu Wort. Durch die EU-Maßnahme würden sich die Zigaretten um ca 15 % verteuern. Entweder hat bei dem Herrn PISA kräftig zugeschlagen oder er mogelt. Richtig gerechnet kann er jedenfalls nicht haben, wenn er von einer 6 Prozent Steuererhöhung auf eine 15-prozentige Erhöhung des Endpreises kommt. Anscheinend sind die Zeiten längst vorbei, wo die Trafikanten als Partner der Raucher angesehen werden konnten… [...]

    1. Aug. 2008 | #

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