Die Stadt Neapel (Italien) schränkt nun auch das Rauchen im Freien ein. Mit Verordnung wurde das Rauchen in öffentlichen Parks, bei Demonstrationen und Kulturveranstaltungen verboten, wenn Kinder oder schwangere Frauen in der Nähe sind. Die drohenden Strafen sind ganz ordentlich – 27,5 bis 500.- Euronen.
Was sich die Provinzverordner dabei gedacht haben, ist natürlich nicht bekannt. Zu hinterfragen wäre aber wohl zunächst, ob überhaupt nachgedacht wurde, denn vollziehen wird sich diese Verordnung nur schwer lassen. Wie soll man schwangere Frauen denn überhaupt erkennen – müssen die etwa künftig in Neapel einen auffallenden Sticker tragen? Und wie soll das Verbot in einer Stadt exekutiert werden, in der sie auch sonst niemand an irgendwas hält. Wird etwa gar die Camorra mit der Überwachung beauftragt?
Noch interessanter ist allerdings, wie die Stadtverwaltung das Verbot begründete. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Menschen in Neapel häufiger an Erkrankungen der Atemwege und an Lungenkrebs sterben als sonst in Italien. Na servas, das ist aber eine Neuigkeit – um das herauszufinden hätte man wahrscheinlich keine Untersuchung gebraucht. Dass in der dreckigsten Stadt Europas, wo gewöhnlich der Müll nicht in Anlagen, sondern am Straßenrand verbrannt wird, ein Gesundheitsrisiko besteht, wäre ja wohl auch so zu erkennen gewesen. Daran würde sich aber auch dann nichts ändern, wenn das unsinnige Verbot eingehalten werden würde. Aber darum geht es ja auch gar nicht…
Hauptsache man setzt ein Zeichen und stellt die missionarischen EU-Gesundheitsapostel, die Zwangsgesundmacher und die Diskriminierer zufrieden. Uns wurde damit wieder einmal vor Augen geführt, worum es der alltagsfaschistischen Gesundheitsfront wirklich geht…