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7. Nov. 2007

Musste ich gestern zum allgemeinen (bedeutet: 1000 Kunden/Leidende, bis zu 250 Aufsuchungen täglich) Arzt und schilderte ihm meine Beschwerden, dass eine bakterielle Entzündung offenbar nicht ganz ausgeheilt gewesen und sich uU aufs Herz geschlagen hätte.
“Sind Sie ein politischer Arzt, weil Sie den Aufruf “Nein zur Staatsmedizin” im Wartezimmer liegen haben?”
Arzt: “Nein. Sie sind der erste, der das nimmt.” – Glauben wir es ihm – oder nicht. Ob er auch Flugzettel von den FPÖ-Ärzten auflegte? “Es sind schwere Zeiten als Arzt heute. Wenn man nicht zumindest 1000 Patienten (siehe oben) hat, zahlt sich ein Aufsperren gar nicht mehr aus.”
Arzt: “Na wenn Sie eh drei Tage Antibiotika genommen haben, müssten Sie eigentlich abgeschirmt gewesen sein.” – Was nicht sein darf, ist auch nicht. Der Leidende bildet sich seine Leiden nur ein.
Ich: “Möchten Sie mich nicht einmal am Herz abhorchen?” – Wenn’s sein muss, tut er’s halt.
“Wenn Sie möchten, schicke ich Sie zum Internisten.” – Fände ich angebracht.

Bis dahin erkannte ich noch nicht den Vorteil niedergelassener Ärzte, doch das kommt noch: “Soll ich Sie krank schreiben? Wie lange hätten Sie es denn gern? Können Sie von Ihrem Arbeitgeber aus zuhause bleiben”, fragte er freundlich.
“Na meinetwegen schreiben Sie mich drei Tage krank”, erwiderte ich, damit er das Gefühl hat, irgendetwas genützt zu haben.

6. Nov. 2007

Wie man weiß, haben wir in Österreich jede Menge Rindviecher. Heute lese ich aber in vielen Medien, dass diese für einen großen Teil der Treibhausgase verantwortlich sind. Im ersten Moment war ich wirklich erschrocken, dann bemerkte ich aber, dass es nur um die vierbeinigen, auf Hufen laufenden… – wurscht :)

Neugierig geworden, habe ich einige Artikel (zB Südwestpresse und WWF-Deutschland) gelesen und wurde mit dem Staunen nicht fertig. Eine Kuh stößt angeblich ca 111 kg Methan pro Jahr aus, was dem CO2-Ausstoß eines durchschnittlichen Pkws auf 18000 km entspricht (Methan ist vielfach umweltschädlicher als CO2). Weiters wird behauptet, ein Kilo Käse würde die Umwelt so stark belasten, wie eine Autofahrt von 70 Kilometern. Insgesamt würden Wiederkäuer zum weltweiten Klimawandel genausoviel beitragen, wie etwa der Verkehr oder die Industrie (jeweils ca 14 Prozent), stellte Dr. Harald von Witzke, Professor für internationalen Agrarhandel an der Berliner Humboldt Universität, klar.

Wenn ich mir das durch den Kopf gehen lasse, bin ich sogar trotz SUV (6000 km Jahresleistung) nicht so klimafeindlich. Milch brauche ich nur ein paar Tropfen für den Kaffee, Käse esse ich auch nur ein paar Gramm im Jahr, die diversen Milch- und Joghurtsnacks können mir sowieso gestohlen bleiben und generell ziehe ich Schweinernes dem Rindfleisch vor… :)

6. Nov. 2007

Drei kleine italienische ladinische Gemeinden stimmten mit 80 bis 87% für den Anschluss an das deutsch- und ladinischsprachige Süd-Tirol. Die österreichische Presse bemerkte lediglich knapp: “Eine Mehrheit der Ladiner stimmte für Südtirol.”

Deutlicher konnte man vor, wie während und nach dieser Abstimmung nicht über die Selbstbestimmung Ladiniens schweigen. Und alle maßgeblichen Volksvertreter nördlich wie südlich des Brenners und in Wien hatten den Selbstbestimmungsversuch der Ladiner höchstens belächelt.

Das nunmehrige Ergebnis aber bestärkt das Einheitsstreben der Süd-Tiroler selbst. In Umfragen wird – wie in Ladinien – eine ausgewogene öffentliche Meinung verkündet. Bei der Abstimmung verkehrte sich Ladiniens Ausgewogenheit in ein 87 zu 13.
Wie entschieden sich die deutschstämmigen Süd-Tiroler?

Der Zug Richtung Selbstbestimmung (und Einheit Tirols) läuft und kann wohl nicht mehr aufgehalten werden.

5. Nov. 2007

In der Presse wird gerade eine Auflistung präsentiert wird, wo in Österreich überall das Rauchen schon verboten ist. Dort ist leicht erkennbar, dass wir eigentlich bereits ein totales Rauchverbot im öffentlichen Bereich haben. Dass es hie und da nicht eingehalten wird, ist eine andere Geschichte – da sollen sich andere darum kümmern (Guru Kyprianou wird es schon richten… :) ). Ich habe derweil in diversen Foren herumgelesen und mir die gängigsten Argumente der missionarischen Gesundheitsapostel für ein Rauchverbot in allen Lokalen angesehen. Die hier sind mir aufgefallen, weil sie gebetsmühlenartig immer wieder wiederholt werden:

Gesundheit
Hier wird mit umstrittenen Studien und Statistiken (sowohl auf Nichtraucher- als auch auf Raucherseite) gearbeitet, welche unhinterfragt zitiert werden. Niemand weiß anscheinend wirklich, wie schädlich Passivrauch ist (dass er nicht gesund ist, steht wohl außer Frage ;) ). Aber gerade das Gesundheitsargument scheint bei der Debatte um ein Totalverbot in Lokalen eher als nebensächlich, denn in eine Bar, Pub, Disko etc muss niemand gehen. Genau genommen dürfte die Gesundheit also nur ein vorgeschobenes Argument sein…

Arbeitnehmerschutz
Das ist natürlich die Überkeule der Anti-Rauch-Front. Die Leute sind so nett, dass sie sich sogar um die Bediensteten im Gastgewerbe kümmern. Ist aber leider nicht so, die Angestellten sind den Zwangsgesundheitsaposteln vollkommen wurscht. Diese rauchen zu einem überwältigenden Teil selber und würden ein Totalverbot in Lokalen als “Höchststrafe” empfinden.
Außerdem ist es wohl so, dass die Bediensteten im Gastgewerbe bei der Berufswahl gewusst haben, dass in Lokalen Zigarettenrauch vorkommt. Ein Arbeiter in einer Kohlenmine kann auch nicht nach ein paar Jahren daher kommen und sich über den Kohlenstaub beschweren.

Rache
Weil die Raucher angeblich in den letzten Jahrzehnten in ungehobelter Weise mit dem Rauch die Nichtraucher terrorisiert haben, muss jetzt ein Totalverbot her. Jetzt sollen die Raucher terrorisiert werden und vor der Tür am Pranger stehen. Es werden allerdings auch bereits Rauchverbote im Freien (etwa Buswartehäuschen) gefordert. Fast scheint es so, als ob man im Endausbau wolle, dass ein auf freiem Feld stehender Raucher strafbar werden solle, falls sich ein Nichtraucher in seine Nähe begibt. Rache war aber noch nie ein guter Ratgeber…

Im Ausland funktioniert´s ja auch
Kann sein, kann aber auch nicht sein. Gerade in der Raucherfrage wird sehr viel gelogen und mit zurecht gemachten Zahlen operiert. Die Nichtraucherfraktion behauptet, es würde in den Ländern mit Vorboten in Lokalen alles bestens funktionieren und keine Geschäftseinbußen für die Wirte geben. Die andere Seite hält dagegen, dass es eben nicht funktionieren, in vielen Lokalen trotzdem geraucht werden würde und sehr viele durch die Geschäftseinbußen zugesperrt hätten. Die Wahrheit wird wohl in der Mitte liegen. Größere Lokale und Restaurants werden ein Rauchverbot sicher locker überstehen. Viele kleine Beisln, Pubs und Kaffees, deren Publikum zu über 90% aus Rauchern besteht und in die sich ohnehin fast nie ein Nichtraucher verirrt, wohl eher nicht. Weniger werden würden die öffentlichen Lokale aber auch schon alleine durch die Tatsache, dass viele im Falle des Falles zu privaten (Raucher)-Clubs mutieren würden.

Soziale Komponente – der Markt kann das nicht regeln
Es wird immer behauptet, eine sehr große Mehrheit der Menschen würde Rauch in Lokalen zutiefst verabscheuen. Tatsächlich sieht es aber anders aus. Dort wo bereits richtig getrennt wird, herrscht meistens in den Raucherzonen Hochbetrieb und in den Nichtraucherzonen gähnende Leere. Die Nichtraucherfratktion wird nicht müde, zu betonen, dass doch die Nichtraucher toleranter wären und immer mit den Rauchern mitgehen würden. Dh, wenn in einer Gruppe nur ein Raucher wäre, würde die ganze Gruppe ein Raucherlokal aufsuchen. Deshalb müsse ein Totalverbot her, damit endlich diese Nichtraucher nicht mehr mitrauchen müssten.
Gerade dieses Argument ist bemerkenswert, auf sowas muss man erst kommen. Es wird ein Totalverbot gefordert, weil Nichtraucher freiwillig in Raucherlokale gehen, ja ihnen wird sogar unterstellt, willenlose Memmen zu sein. Soll hier etwa der Gesetzgeber mit dem Rauchverbot dafür sorgen, dass nicht vielleicht Freundschaften zu Bruch gehen? Oder wäre es nicht doch richtiger, dass sich jeder seine Freunde selber aussuchen solte – ohne staatliche Unterstützung? Wenn mir bei jemanden eine Angewohnheit nicht passt, muss ich mit ihm in meiner Freizeit ja nicht immer zusammen rumhängen. Es schaut fast so aus, als ob sich hier die kleine Gruppe der Rauch-Hysteriker vor der Einsamkeit im Nichtraucherbereich fürchten würde und deshalb den Staat verpflichten wolle, ihnen Gesellschaft zu vermitteln… :)

4. Nov. 2007

Bei der ÖH-Wahl soll das elektronische Wählen getestet und angeblich schon 2008 für alle Wahlen beschlossen werden. Warum die ÖVP ein elektronisches Wahlverfahren unbedingt haben will, scheint auf den ersten Blick schleierhaft – das was man auf den zweiten Blick erkennt, lässt befürchten, dass da die SPÖ freudig mitziehen wird.

Ich weiß zwar nicht, wie genau eine Wahl als e-Voting ablaufen soll, aber es dürfte unumgeänglich sein, dass die Person, die wählt, im System verifiziert werden muss. Ebenso klar scheint zu sein, dass im System auch festgehalten werden muss, was die Person gewählt hat. Das geht imho auch gar nicht anders, sonst könnte man nichts nachprüfen und dem Wahlschwindel wäre Tür und Tor geöffnet.

Es mag nun schon sein, dass durch eVoting eine Wahl rascher, bequemer und kostengünstiger abgewickelt werden kann. Doch der Preis dafür wäre das Wahlgeheimnis. Dieses gäbe es dann wohl nicht mehr, denn Daten, die irgendwo abgespeichert sind, können auch abgerufen werden – egal wie intelligent sie verschlüsselt sein mögen. Das hat auch Karl Korinek, Präsident des VfGH, dessen Amtsverständnis ich nicht immer teile, richtigerweise erkannt und lehnt die elektronisch Wahl ab.

Sollte das eVoting für allgemeine Wahlen tatsächlich eingeführt werden, wäre das die größte Sauerei seit langem. Das Wahlgeheimnis bestünde nur mehr auf dem Papier. Es ist zwar auch bei der Briefwahl auf wackeligen Beinen, jedoch kontrollieren sich die Mitglieder der Wahlkommission wenigstens gegenseitig. Beim eVoting kann aber ein findiger Informatiker alleine…

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