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10. Dez. 2007

Mit dem neuen Fahrplan hat die ÖBB die Sitzplätze in Intercityzügen reduziert. Wie man hört, müssen viele Leute nun stehen.

Und dabei hatte es so “gut” angefangen. Am 1. September 2007 wurden die Raucherabteile eingespart, was zu großer Freude der einzig wahren Bahnfahrer – den fanatischen Nichtrauchern :) – führte. Nun muss die Bahn aber weiter sparen und kürzt deshalb die Züge. Das macht schon nicht mehr so viel Freude, denn nun muss man, wenn man in Intercitys sitzen will, vorreservieren. Kurzentschlossene müssen halt ein paar Stunden stehen, wird ja wohl nicht zu viel verlangt sein – zum Wohle der ÖBB(Manager). Wenn man aber bedenkt, dass die ROeEE viel zu teuer eingekauft wurde und zudem noch kürzlich ein Haufen Geld wertberichtigt werden musste, wird die Bahn noch viel mehr sparen müssen. Da werden dann wahrscheinlich alle Sitze ausgebaut und nur mehr Stehplätze angeboten werden. So kann man in noch kürzeren Zügen noch mehr Fahrgäste unterbringen… :)

Das Bahn-Management hat aber für die Fahrgäste auch einen Ausgleich parat. Ab Jänner 2008 werden die Fahrpreise erhöht. Mann sind die gut, da kann sogar Al Gore noch was lernen… :)

9. Dez. 2007

Das hört sich an, wie der Witz des Tages. Am Flughafen Wien sollen nun für bereits gebaute Objekte Umweltprüfungen im Nachhinein durchgeführt werden.

Und dabei haben unsere Experten (zB die NÖ Landesregierung mit Feststellungsbescheid für das Terminal „Skylink“ – soll 2009 in Betrieb gehen) früher festgestellt, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig wäre. Fluglärmgegner aus Niederösterreich und Wien haben sich aber an Brüssel gewandt und dort kann man sich für ihre Anliegen offenbar erwärmen. Um Schlimmeres abzuwenden, hat nun das Infrastrukturministerium unter Minister Faymann eine Umweltverträglichkeitsprüfung im Nachhinein vorgeschlagen.

Na Bravo! – Und was ist, wenn diese Prüfung negativ ausfällt? Müssen dann die Gebäude wieder abgerissen werden? Und wer bezahlt dafür – etwa wieder der Steuerzahler wie beim AMIS-Desaster? Oder möchte man eh nur eine Larifari-Prüfung machen, bei der das Ergebnis schon vorher feststeht? Letzteres wäre wohl am schlimmsten, denn immer wenn unsere Führer besonders schlau sein wollen, wird´s noch teurer ;)

Wie auch immer, die Slowaken freuen sich sicher, wenn unsere Schlaumaier den Flughafen Wien blokieren. Dann wird halt BTS ausgebaut und die Fluggäste werden zwischen Wien und Bratislava mit dem Auto pendeln. Das bisschen CO2 zahlen wir ja dann locker auch noch… :)

9. Dez. 2007

Gerade wird thematisiert, dass es in Österreich verhältnismäßig viele Selbstmorde gibt. Im Jahr 2006 wählten 1293 Menschen den Freitod, die Zahl ist fast doppelt so hoch, wie jene der Opfer im Straßenverkehr (730 im Jahr 2006). Das Leben wird immer schneller. komplizierter, gehässiger (zB Raucherhysterie) und ungerechter (zB Klimahysterie oder wie man mit der Dummheit der Menschen ein Monstergeschäft macht). Dass da, wenn noch Probleme hinzukommen (familiäre, finanzielle, berufliche etc), hie und da einer sagt, “ich will nicht mehr” scheint schon fast verständlich…

Verzweiflung ist aber nicht notwendig – man muss sich gegen die alltäglichen Verblödungsattaken nur etwas wappnen, dann kann man sie mit einem Lächeln ertragen. Ich habe mir im Laufe der Zeit eine ganz persönliche Immunisierung gegen die epidemieartig um sich greifende Alltagsverdummung zugelegt.

Die Methode ist ganz einfach – eine Stunde laufen und dabei den Puls so um die 140 halten (eher darunter) halten. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass bei der Zu- und Abfahrt zur Laufstrecke (dauert bei mir ca 5 Minuten) laute Musik im Auto spielt – dzt Flogging Molly (Dropkick Murphys oder Gogol Bordello geht auch gut…). Das war´s dann auch schon. Nach dem Duschen kann dann kommen was will – die größte Dummheit regt einen nicht mehr auf. Und das allerbeste bei meiner Grundimmunisierung ist, dass sich dabei auch vorangegangene Missstimmungen in Luft auflösen. Dadurch reicht im Normalfall dreimal immunisieren pro Woche aus.

Ein Allheilmittel ist meine Grundimmunisierung aber sicher nicht. Sie hilft nur, die Alltagsverblödung nicht an sich ran zu lassen. Dadurch ist man dann aber widerstandsfähiger gegen echte Probleme, die einen treffen können.

 

PS: Untrainierte sollten aber nicht aus dem Stand weg versuchen, sich mit meiner Methode zu immunisieren. Das wird schief gehen und in noch mehr Frust enden. Besser wäre es, Beratung in Anspruch zu nehmen und einen kontinuierlichen Aufbau zu betreiben. Leuten meines Alters würde ich für den Fall des Falles unbedingt empfehlen, vorher einen Sportmediziner oder wenigstens einen Internisten aufzusuchen. Damit ist man nicht nur auf der sicheren Seite, sondern man spart die Zeit, die man ansonsten mit falschem Training verplempert (das weiß ich aus eigener Erfahrung… :) ).

6. Dez. 2007

60 Millionen Euro müssen bei der ÖBB berichtigt werden (dh wohl, sie sind futsch). Das Geld wurde anscheinend verspekuliert. Da drängt sich die Frage auf, wie ein Unternehmen mit chronischem Defizit + monströsem Schuldenberg überhaupt Spekulationsgeschäfte machen kann.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wurden Einrichtungen der ÖBB (Lokomotiven, Zugsgarnituren, Kraftwerke, Bahnhöfe etc) an amerikanische Investoren verscherbelt und diese dann wieder zurückgeleast. Mit dem Geld wurde anscheinend, mit sehr mäßigem Erfolg, spekuliert. Hier dürften die 60 Millionen infolge der US-Immobilienkrise den Bach runter gegangen sein. Es sei alles nicht so schlimm, betonen die Bahnmanager und Minister Faymann vertraut ihnen. Es würde sich um Papiere mit 10-jähriger Laufzeit handeln und es wären ja erst 2 Jahre vergangen. Toll, sehr beruhigend! – Gerade haben sie in ZIB2 von der US-Immobilienkrise “ohne Ende” gesprochen. Das dürfte aber Bahnvorstand und Minister nicht sonderlich kratzen. In 8 Jahren werden sie wohl ihre Schäfchen schon im Trockenen haben und kaum mehr Minister bzw ÖBB-Manager sein… ;)

Überhaupt sehr gut ankommen wird die Erklärung für die merkwürdigen Geschäfte. Da wurde gesagt, man hätte die Bahneinrichtungen verkauft und wieder zurückgemietet, um einen Steuervorteil zu haben. Ein staatsnaher Dauersubventionsempänger in Milliardenhöhe entzieht mit windigen Geschäften, die noch dazu in die Hose gegangen sind, dem Staat zustehende Steuereinnahmen und niemand denkt sich etwas dabei? Hier wäre vielleicht wieder ein Untersuchungsausschuss angebracht. Der hätte sicherlich mehr zu tun, als damals Eurofighter- und Bankenuntersuchungsausschuss gemeinsam…

6. Dez. 2007

Da dürfte Landeshauptmann Voves kräftig der Steirerhut hochgegangen sein. Neben obigem Zitat kam ihm bei einer Pressekonferenz auch noch “Da ist mir meine Ministerin wurscht” und “Dieses Gequassel von diesen Sonntagsrednern habe ich satt” über die Lippen. Der Herr der Steirer (SPÖ) ist sauer auf die Unterrichtsministerin (SPÖ – hmm?), weil diese nicht genügend Geriebenes über den Semmering rüberwachsen lassen will.

Es geht um das Schmiedsche Schulexperiment, wo die Steirer auch mitmachen – oder vielleicht mitmachen wollten. Es ist ja schon bekannt, dass die Neue Mittelschule wesentlich mehr kostet, als unser derzeitiges System. Deshalb wurde den mitmachenden Ländern auch zugesagt, diese Mehrkosten abzudecken. Wie es aussieht, hat sich die Steiermark mehr erwartet (wer hier schlitzohrig handelt – Ministerin Schmied oder Landeshauptmann Voves – soll jetzt nicht erörtert werden). Es sieht aber leider so aus, als ob hier wieder einmal aus Ideologiegründen (PISA wird ja nur vorgeschoben) etwas völlig undurchdacht und ohne Kostenbedeckung in die Welt gesetzt worden wäre.

Bei der Gelegenheit fällt mir auf, dass über die Neue Mittelschule sehr viel gesprochen wird, über die Mehrkosten aber sehr wenig. Eine Summe – etwa darüber, was das jetzt zur Erprobung stehende Modell im Echtbetrieb (hochgerechnet) kosten würde – habe ich eigentlich noch nicht gesehen. Wahrscheinlich getraut sich Frau Schmied das gar nicht sagen – haben wird sie solche Berechnungen ja hoffentlich ;)

Jedenfalls aber wäre sie gut beraten, die paar Millionen über den Semmering wandern zu lassen, denn mit einem wütenden Franz Voves ist nicht gut Kirschen essen (das hat der Kanzler auch schon erfahren dürfen). Ansonsten könnte es leicht sein, dass sie ihre Schulvision sehr schnell wieder einpacken kann… :)

5. Dez. 2007

ist als Überschrift auf www.diepresse.com heute zu lesen. Ausgerechnet der berüchtigte VCÖ verlautet diese Nachricht. Merkwürdig! – Hatte es nicht das ganze Jahr über von ebendort geheissen, wir würden einer Verkehrsunfallkatastrophe entgegen gehen? Neben dem Artikel sind dann auch unter “Aus dem Archiv” entsprechende Schlagzeilen angeführt.

18.09.2007 – Unfallzahlen steigen dramatisch
27.08.2007 – Mehr Tote auf der Straße
06.08.2007 – Individualverkehr: Immer weniger gurten sich an
26.07.2007 – Wieder mehr Alko-Unfälle auf den Straßen

Genau diese Horrorgeschichten – KfV, VCÖ und auch die Autofahrerclubs lassen grüßen :) – veranlassten aber unseren Verkehrsminister zu härterer Gangart gegen die Autofahrer (0,5 Promilleregel, Mindeststrafen für Schnellfahrer, mehr Delikte im Punkteführerschein etc). Mit seiner Begründung für die Restriktionen sieht der Minister jetzt aber etwas blass aus.

Man muss kein Hellseher sein, um mit einem Anstieg der Verkehrstoten im Jahr 2008 zu rechnen – nach einem Tief kommt immer ein Hoch. Die faymannschen Verschärfungen treten aber genau in diesem Jahr in Kraft. Kann sein, dass der Minister dann noch blasser aussehen wird, wenn etwa einige auf die Idee kommen, das Faymann-Paket als Ursache für das Mehr an Opfern zu sehen. Mir wird er aber sicherlich nicht leid tun. Er hätte sich ordentliche Berater suchen sollen. Wer sich unter die Kleie mischt, wird von den Säuen gefressen – ist ein alter Hut… :)

5. Dez. 2007

Wenn uns Verkehrsteilnehmern die Regierung einmal kurz Ruhe gönnt und nichts tut, also auch keine haarstäubenden, und letztendlich für den Autofahrer teure, Verkehrsregeln erfindet, gibt es immer jemanden, der das Gute nicht verträgt und nach neuen Restriktionen schreit.

Nein, diesmal ist es nicht das KfV (da dürfte noch etwas Zeit sein, bis die periodische Rechtfertigung der Gehälter wieder fällig wird), auch nicht der immergrüne VCO – diesmal erblödet sich der Autofahrerklub ARBÖ. 30 Prozent der Unfälle auf Autobahnen seien auf Müdigkeit zurückzuführen und deshalb müsse ein “Müdomat” her, um dem Einhalt zu gebieten. Natürlich wissen die “Experten” des ARBÖ auch, dass man damit gar nichts erreichen wird, aber Erfinder bzw Produzenten des Gerätes müssen wohl einen Bedarf schaffen und werden schon gut bezahlt haben – na ja, eine großzügige Spende halt… ;)

Was genau ein “Müdomat” sein soll, weiß ich eigentlich nicht. Der Name dürfte irgendwie von “Müdigkeit” und “Automat” abgeleitet sein. Demnach könnte es sich um ein Gerät handeln, mit welchem man automatisch müde gemacht werden kann, etwa in der Art einer elektronischen Schlaftablette. Sollte man im Verkehrsgeschehen aber nicht eher einen “Muntermaten” einsetzen? :) :)

 

PS: Ich habe schon meinen eigenen Muntermaten, der heiß momentan Flogging Molly und ist recht unkompliziert – einfach in den CD-Player schieben und Lautstärke auf 70… ;)

4. Dez. 2007

Gerade lief im ORF der Report mit Birgit Fenderl. In einem Beitrag ging es um Mitarbeiter bei ÖBB, Telekom und Post, die nicht mehr gebraucht werden und aufgrund von Verträgen nicht entlassen werden können.

Der Bericht kritisiert die genannten Firmen im Umgang mit den “arbeitslosen” Mitarbeitern. Genannt wurde das “beschäftigungslose Herumsitzen”, die Frühpensionierungen oder die golden Handshakes. Befriedigend ist der Zustand ja wirklich nicht, wird doch der Steuerzahler wegen der Fantasielosigkeit des Managements der Unternehmen zur Kasse gebeten (etwa bei den Frühpensionierungen). Es kamen Gewerkschafter zu Wort, die einleuchtend argumentierten (besonders Wilhelm Haberzettl von der ÖBB). Die Manager der Unternehmen wollten anscheinend nichts dazu sagen. Na gut, sie haben nicht gesprochen, aber eben dadurch viel gesagt :)

Sehr gut rechergiert ist der Beitrag aber dennoch nicht gewesen. Ein Unternehmen wurde nämlich vergessen. Im ORF selber soll es auch eine erkleckliche Anzahl von “arbeitslosen” Mitarbeitern geben, sogar viel besser bezahlt. Weiße Elefanten werden sie genannt und bezahlen tun die nicht nur die Steuerzahler sondern mit den Zwangsgebühren (gerade wieder aktuell) alle Österreicher…

4. Dez. 2007

Wahre “Experten” scheinen hier am Werk gewesen zu sein.

Merkwürdige Planung

Das Halten und Parken ist hier nur zwischen den Tafeln erlaubt. Das verstößt aber gegen den Gleichheitsgrundsatz, denn da geht sich wohl nur ein Smart (für alle, die´s nicht kennen – das sind die Fahrzeuge, die in Form und Größe einem Baustellen-WC gleichen – nur mit Rädern halt :) ) aus. Richtige Autos sind da von vorneherein ausgeschlossen – das ist ziemlich diskriminierend… :) :)

4. Dez. 2007

PISA ist wieder da. Heute werden die Ergebnisse, die sowieso schon durchgesickert waren, veröffentlicht. Es gibt Verbesserungen bzw bessere Platzierungen für Österreich im Pisa-Ranking, was uns an und für sich freuen sollte.

So ist es aber nicht. Die kleine, aber sehr ideologische Interessensgemeinschaft – allen voran “Mr Pisa” Günter Haider, die unser Schulsystem der Ideologie willen (mit ausufernden Kosten) umbauen will, und dazu die letzte Pisa-Studie als Argument missbrauchte, kann natürlich keine Verbesserung Österreichs gebrauchen. Bis jetzt wurde ja im Schulsystem noch nichts reformiert und Verbesserungen müssten dem “alten” System und – der Himmel stehe uns bei – Ex-Unterrichtsministerin Gehrer gutgeschrieben werden. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, wird schon vorsorglich vor der offiziellen Veröffentlichung von Zahlen ein möglicher Erfolg zerredet – “statistische Unschärfe”, “besserer Platz, aber weniger Punkte”, “Pisa 2003 und Pisa 2006 sind nicht vergleichbar” etc. Es kommt mir so vor, als würde der Erfolg Österreichs bei Pisa 2006 doch größer sein, als er scheint. Wie sonst könnte man die Wehemenz der Ideologie-Schulreformer erklären? ;)

Es zeigt sich immer mehr, dass die Bestellung von Claudia Schmied als Unterrichtsministerin ein großer Fehler war. Man hätte den sich (bei mehreren Parteien) anbiedernden Mister Pisa nehmen sollen. Bei der nächsten PISA-Studie würden wir mit gleich gescheiten/dummen Schülern zu den Besten gehören und das gegenwärtige Ergebnis würde auch ganz anders dastehen. :)

 

PS: Es ist aber noch nicht ganz zu spät, man könnte den Fehler noch korrigieren – einfach die Schmied feuern und den Haider nehmen…

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