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16. Jan. 2008

Ich probiere es einmal mit einem Titel, der mit dem Inhalt des Beitrages überhaupt nichts zu tun hat. Es geht hier nur um mangelnde Zivilcourage und fadenscheinigen Nichtraucher/Arbeitnehmerschutz.

Ein gewisser Sepp Schellhorn, seines Zeichens Chef der österreichischen Hoteliersvereinigung und Hotelbetreiber, stellt sich locker hin und fordert ein generelles Rauchverbot in Gastronomiebetrieben – vorsichtshalber nicht nur für Hotels, nein gleich für alle Lokale.

Das Allerbeste dabei ist aber, dass der gute Sepp das mit der Fürsorge für das Personal begründet. Da lachen ja die Hühner – aber das ist trotzdem sehr gut, weil es zeigt, dass der Arbeitnehmerschutz bei der ganzen Anti-Rauch-Debatte nur vorgeschoben wird. Das Wohlergehen des Personals hat in der Hotellerie nämlich ganz bestimmt noch nie jemanden gekratzt. In keiner anderen Branche werden Arbeitnehmerrechte so mit Füßen getreten…

Natürlich soll das schellhornsche Generalverbot per Gesetz verordnet werden, man möchte sich ja die Hände nicht schmutzig machen. Sonst könnte Sepp Schellhorn ja, wollte er die Hotels rauchfrei machen, über die eigene Organisation etwas unternehmen. Beispielsweise könnte er mit seinem Hotel anfangen. Als Unternehmer steht es ihm ja (noch!?) frei, wie er seinen Betrieb führt. Allerdings müsste er dazu etwas Mumm haben, und nicht wie ein trotziger Lauser nach dem starken Papa rufen… :)

2 Kommentare »

  1. Raucherhatz schreibt:

    Wahlmöglichkeit

    Was mich bei der aktuellen Raucherdiskussion am meisten stört, ist der verlogene Begriff Wahlmöglichkeit. Das klingt so demokratisch, so souverän, so modern und aufgeklärt. Jeder Mensch hat in unserer freien Welt angeblich eine Wahlmöglichkeit. Er kann entscheiden, was er will und was nicht. Ist das Rauchen in bayrischen Lokalen verboten, dann ab über die Grenze nach Österreich. Das Bier ist hier zwar teurer, dafür haben die Raucher Narrenfreiheit.

    Das nennt sich Wahlmöglichkeit. Das ist dem ORF sogar einen „Report“-Bericht wert. Plus kaum verhohlener Häme: Dann müssen sie halt zusperren, die Nichtraucherlokale. So ist das. Der Souverän, der Kunde hat entschieden: Er will Rauchen. Wem das nicht passt, der soll zu Hause bleiben. Das passende Bild dazu: Die nichtrauchende Omi sitzt allein und verlassen in der Gaststube und schaut treuherzig in die Fernsehkamera. „Die Anderen stehen draußen vor der Tür und rauchen.“ Rauchen – das heißt dazugehören.

    Ich finde, der Hinweis auf die sogenannte „Wahlmöglichkeit“ ist genauso verlogen wie die immer gern zitierte Sorge um die Arbeitsplätze, wenn irgendetwas verändert werden soll.

    Elisabeth Pühringer

    18. Jan. 2008 | #

  2. kritikus schreibt:

    Das mit der Wahlmöglichkeit ist eine Grundsatzfrage. Es ist natürlich möglich, die Wahlmöglichkeiten der Bevölkerung so zu gestalten, dass sie nicht mehr besteht. Entweder man geht in ein Nichtraucherlokal oder in ein Nichtraucherlokal ;)
    So eine Wahlmöglichkeit ist in totalitären Staaten normal. Jeder kann frei wählen – allerdings gibt es nur eine Partei.
    Die Argumentation ist beim Raucherthema immer wieder, es sei ja für eine gute Sache, und da müsse man das halt machen. Es würde ja nur hier, und sonst nirgends, gemacht werden. Wenn das jetzt durchgeht, dann werden sich die Befürworter der Restriktion in ein paar Jahren anschauen. Dann werden sie sehen, was dann alles eingeschränkt sein wird. Wenn der Damm einmal gebrochen ist, ist die Flut nicht mehr so leicht aufzuhalten…

    Wäre es wirklich so, dass die Linie der Totalverbotsfraktion so große Zustimmung unter den Leuten, die Lokale besuchen, hätte, dann wäre ja ein Totalverbot überhaupt nicht nötig – dann würde der Markt die Sache zufriedenstellen lösen. Der Markt funktioniert aber nicht, weil eben nur eine verschwindende Minderheit komplett rauchfreie Bereiche will. Sonst würden rauchfreie Lokale nicht eingehen bzw die Nichtraucherbereiche gähnend leer sein.

    Dem Herrn Schellhorn spreche ich gute Absichten einfach ab (die Freiheit nehme ich mir halt). Sein Vorschlag (der offensichtlich nicht einmal mit allen Hotellierkollegen abgesprochen ist) zielt nur darauf ab, sich selber einen geschäftlichen Vorteil zu verschaffen. Es wird wohl niemand annehmen, dass er in seinem Hotel im Falle eines Totalverbotes nicht adäquate Raucherbereiche (zB Rauchersalons) im erforderlichen Ausmaß schaffen wird. Umliegende, kleinere Lokale wären die gelackmaierten, weil sie diese Möglichkeit nicht hätten und die Gäste noch stärker an die hoteleigene Gastronomie gebunden wären…

    PS: Den zweiten Kommentar habe ich gelöscht, weil er wortgleich auch hier gepostet wurde.

    19. Jan. 2008 | #

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