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25. Jan. 2008

Gut, der Titel ist etwas reisserisch gewählt und ich hätte a.D. dazuschreiben können. Außerdem ist vielleicht erwähnenswert, dass es sich um einen Ex-Kanzler aus Deutschland handelt. Helmut Schmidt (89) ist derjenige, der bei der Staatsanwaltschaft, gemeinsam mit seiner Gattin, angezeigt wurde…

Aber wie konnte es dazu kommen? Der Name Helmut Schmidt hat in meinen Ohren einen ehrenvollen Klang und es handelt sich bei ihm auch schon um einen älteren Herren. Was sollte denn das Ehepaar Schmidt verbrochen haben, dass man die beiden gar bei der Staatsanwaltschaft anzeigt?

Das Ehepaar Schmidt hat geraucht und das, der Himmel möge uns beistehen, in einem öffentlichen Gebäude. Rauchen ist ja bekanntlich in Deutschland so ziemlich überall verboten und so auch im hamburger Theater “Komödie Winterhuder Fährhaus”. Dort hat sich anscheinend das Ehepaar Schidt im Zuge einer Neujahrsveranstaltung eine angeheizt. Ok, verboten ist verboten, aber was hat die Staatsanwaltschaft damit zu tun? Rauchen im Nichtraucherbereich wird ja wohl noch kein Strafrechtsdelikt sein (das kommt ja erst, wahrscheinlich werden die missionarischen Zwangsgesunder dafür dann auch die Todesstrafe fordern… ;) ). Das ist es auch nicht, aber die Nichtraucher-Initiative Wiesbaden war sich nicht zu blöd, Anzeige wegen Körperverletzung zu erstatten. Und das nur aufgrund eines Zeitungsfotos, ohne überhaupt betroffen zu sein (missionarische Zwangsgesunder eben… :) ).

Und nun muss sich die Staatsanwaltschaft damit herumschlagen. Dabei sprach Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger ein wahres Wort: “In unserem Rechtsstaat kann jeder jeden anzeigen. Dieser Fall ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, mit welchen Sachen sich eine Staatsanwaltschaft beschäftigen muss.

Unnötig, zu erwähnen, dass das Verfahren gegen das Ehepaar Schmidt eingestellt werden wird. Nicht deshalb, weil es sich um Prominente handelt, sondern deshalb, weil bei einem Ersttäter auch eine tatsächlich bewiesene Körperverletzung nicht zur einer Bestrafung führt (zumindest nicht bei uns - in Deutschland wird es wohl ähnlich sein). Und bewiesen ist die Körperverletzung bei den Schmidts sicher nicht, es wird wohl nicht einmal einen Verletzten geben.

Das wird der Nichtraucher-Initiative Wiesbaden aber auch egal sein. Hauptsache, sie haben ein Zeichen gesetzt und sich wichtig gemacht (Medienpräsenz). Die Pharmaindustrie wird das sicher bei der nächsten periodischen Spende berücksichtigen…

 

PS: Unser derzeitiger Lieblingskanzler und seine Präsidentin haben da wohl Glück gehabt, nachdem sie während einer Klubsitzung gepafft haben. SMS-Beschwerden sind beim Klubobmann zwar eingegangen, Anzeige getraute sich damals aber noch niemand machen. Ich würde dem Kanzler aber raten, das nicht mehr zu tun. Wer weiß, ob ihn im Klub jetzt auch noch alle so lieben… :)

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