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31. Mrz. 2008

In der SPÖ scheint seit einiger Zeit die Luzi gehörig abzugehen. Man könnte fast meinen, in der Partei hätte sich regelrecht eine  Gusenbauer-Jagdgesellschaft konstituiert, die immer dann einen Torpedo abfeuert, wenn es in der Regierung halbwegs normal zu laufen beginnt.

Eine illustre Runde hat sich schon 2006 getroffen, weil man sich angeblich so sorgte. Da dürfte bereits das Schicksal von Alfred Gusenbauer besiegelt worden sein, denn ab da wurde er eigentlich nur mehr von seiner eigenen Partei angegriffen bzw in die Enge getrieben. Voves, und Burgstaller, Häupl und der oberösterreichische Haider dürften die Regisseure des Intrigenspiels sein.

Der letzte Coup war es, Gusenbauer durch parteiinternen Druck soweit zu bringen, dass er bei der legendären Pressestunde im ORF extrem dick aufgetragen und es durch seine – für die ÖVP unannehmbaren – Forderungen fast die Regierung zerrissen hätte. Während der Kanzler dann mit Unterstützung des Bundespräsidenten die Wogen zu glätten versuchte, setzten einige Unterläufer der Partei – allen voran Gaby Schaunig aus Kärnten – mit zusätzlichen Forderungen, von denen sie natürlich wussten, die ÖVP würde da ganz bestimmt nicht nachgeben, nach.

Der Kanzler aber konnte trotz allem das Ruder herumreissen und mit dem Partner eine tragbare Vereinbarung treffen. Das dürfte aber nicht alleine auf seiner Leistung begründet gewesen sein. Vielmehr hat es den Anschein, ihm wäre vom SPÖ-Intrigantenstadl nach der NÖ-Landtagswahl zähneknirschen noch eine Galgenfrist gewährt worden. Nach dem Desaster dort, dürfte den SPÖ-Granden wohl der Appetit auf sofortige Neuwahlen vergangen sein.

Wer aber jetzt glaubt, die SPÖ würde deshalb ihren Kanzler eine Weile in Ruhe lassen, der hat sich kräftig getäuscht. Die schwer rotlastige Gewerkschaft hat ja noch eine Rechnung mit ihm offen und Wilhelm Haberzettl verliert keine Zeit, ihm das über die Medien auszurichten. Und auch die politisch im Fliegengewicht kämpfende Angehörige der missionarischen Gesundheitsfront, Sabine “Ich will auch mal was werden” Oberhauser, ist plötzlich wieder da, um ihr totales Rauchverbot dem Gusi vor die Füße zu werfen. Komisch, als bis vor kurzem noch eine Wahl im Raum stand, hat man von ihr nichts gehört. Da wurde sie wahrscheinlich gut unter Verschluss gehalten – Raucher dürfen ja auch (noch?) wählen… ;)

Alles in allem dürften dem Gusi seine Tage als SPÖ-Chef gezählt sein. Die Frage ist eigentlich nur mehr, ob dabei ein sozieldemokratisches Knittelfeld notwendig wird oder nicht. Falls ja, darf sich HC Strache ganz besonders freuen. Zu den Stimmen frustrierter Raucher wird er auch noch jene der frustrierten SPÖler dazu bekommen und sich nach den nächsten Wahlen wahrscheinlich als Chef einer Großpartei präsentieren dürfen – und das alles, ohne auch nur einen Finger krumm machen zu müssen… :)

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